Die europäische Stahlindustrie hat die Verabschiedung der neuen EU-Maßnahme zum Stahlhandel durch das Europäische Parlament begrüßt und bezeichnet sie als wichtigen Schritt zur Bewältigung des wachsenden Drucks, dem die Branche durch Rekordimporte, weltweite Überkapazitäten und zunehmenden internationalen Protektionismus ausgesetzt ist.
Nachdem das Europäische Parlament mit überwältigender Mehrheit für die Maßnahme gestimmt hatte – 606 Abgeordnete stimmten dafür, 16 dagegen und 39 enthielten sich –, erklärte Axel Eggert, Generaldirektor des Europäischen Stahlverbands (EUROFER):
„Wir begrüßen die heutige starke Unterstützung des Europäischen Parlaments für die neue EU-Stahlhandelsmaßnahme. In einer Zeit wachsender geopolitischer Unsicherheit und Marktverzerrungen sendet dies ein wichtiges Signal, dass die EU bereit ist, zu handeln, um ihre industrielle Basis, ihre Sicherheit und ihre Autonomie zu verteidigen. Es darf nun keine Verzögerung geben, um sicherzustellen, dass die Maßnahme bis zum 1. Juli 2026 in Kraft tritt, wenn die derzeitige Schutzmaßnahme ausläuft.“
Die Maßnahme führt ein verstärktes Zollkontingentsystem (TRQ) ein, das stärkere Schutzmaßnahmen gegen Importanstiege, verbesserte Überwachungs- und Instrumente gegen Umgehung sowie einen Zoll von 50 % über den Kontingentsmengen hinaus umfasst. EUROFER betonte, dass die EU weiterhin einer der offensten Stahlmärkte der Welt bleiben werde, da jährlich weiterhin rund 18 Millionen Tonnen Stahl zollfrei eingeführt würden.
Der Verband betonte zudem, dass der Schutz der europäischen Stahlproduktion und die Sicherung der europäischen Stahlnachfrage Hand in Hand gehen müssen. EUROFER forderte daher, denselben strategischen Ansatz auch auf nachgelagerte stahlhaltige Güter auszuweiten, um die gesamte europäische industrielle Wertschöpfungskette zu stärken.
EUROFER fügte hinzu, dass weitere Maßnahmen zur Unterstützung der Branche erforderlich seien, insbesondere durch die Bekämpfung hoher Energiepreise, die Umsetzung eines wirksamen CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) und die Bewältigung der weltweiten Überkapazitäten im Stahlsektor.
(Quelle: EUROFER)
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