Technik
Hochofen bei Nacht, ROGESA - Photo: AG der Dillinger Hüttenwerke
09.06.2026

Umweltinnovationsprogramm fördert Pilotanlage mit 2,8 Mio. Euro

Die ROGESA Roheisen- und Rohstoffgesellschaft Saar mbH plant in Dillingen/Saar eine innovative Aufbereitungsanlage für zerkleinerten Stahl- und Eisenschrott (sog. Scherenschrott), mit der hochwertiger „grüner“ Stahl ressourcenschonend hergestellt werden soll. Hierfür muss der im Schrott enthaltene Kupferanteil möglichst gering sein.

Die neue Anlage, die in der zweiten Jahreshälfte 2028 an den Start geht, reduziert den Kupfereintrag dank einer neuartigen Kombination aus Materialvorbereitung, Objekterkennung mit KI-Unterstützung und röntgenbasierter Analytik im Vergleich zu marktüblichen Verfahren effizienter und verbraucht deutlich weniger Ressourcen. So lassen sich jährlich bis zu 16 Gigawattstunden an Energie und bis zu 76.000 Tonnen CO2 einsparen.

Das Bundesumweltministerium unterstützt das innovative Vorhaben, das zum Ressourcenerhalt und zur Dekarbonisierung der Stahlindustrie beiträgt, mit 2,8 Mio. Euro aus dem Umweltinnovationsprogramm.

Mit dem innovativen Verfahren sollen verschiedene Verunreinigungen im Scherenschrott, insbesondere Spurenelemente aus freiem Kupfer, um ca. 30 Prozent, reduziert werden. Hierdurch soll der Einsatz von Scherenschrott innerhalb der Produktion maximiert und der Einsatz von Direktreduziertem Eisen (DRI) als Primärressource im Elektrolichtbogenofen auf das notwendige Maß für die Produktion von hochwertigem Stahl optimiert werden. Neben der erheblichen Energie- und Treibhausgasreduktion können so auch jährlich etwa 63.000 Tonnen DRI und Primärrohstoffe eingespart werden.

Die ROGESA ist eine gemeinsame Tochtergesellschaft der Aktiengesellschaft der Dillinger Hüttenwerke und der Saarstahl Aktiengesellschaft und produziert Roheisen für beide Gesellschafter. Mit der grünen Transformation kommen Rohstoffe wie Eisenschwamm (DRI) - ein festes, poriges Produkt, das aus Eisenerz-Pellets in einem Schachtofen ohne Schmelzprozess unter Zugabe von Reduktionsgasen gewonnen wird - und Schrott für die CO2-ärmere Stahlerzeugung hinzu.

Das Umweltinnovationsprogramm fördert bei der ROGESA die erstmalige, großtechnische Anwendung dieser Anlage, die über dem Stand der aktuell verfügbaren Technik hinausgeht und Demonstrationscharakter besitzt.

Weitere Informationen zum Förderprogramm und zum Vorhaben finden Sie unter:
http://www.umweltinnovationsprogramm.de/projekte

(Quelle: SHS – Stahl-Holding-Saar GmbH & Co. KGaA)

Schlagworte

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