Technik
Photo: GMH Gruppe
22.09.2026

Energietechnik Essen eröffnet neue Hightech-Schmelzanlage

Die Energietechnik Essen GmbH (ETE), ein Unternehmen der GMH Gruppe, hat am 21.09.2026 ihre neue Anlage für das Druck-Elektroschlacke-Umschmelzverfahren (DESU) in Essen eingeweiht. In die Schmelzanlagen des Unternehmens wurden mehr als 11 Millionen Euro investiert. Die neue Anlage verdoppelt die DESU-Produktionskapazität der ETE für stickstoffreiche Stähle (HNS®), die an Kunden weltweit geliefert werden.

 

Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie sowie stellvertretende Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen (3. v. l.), weihte die Anlage gemeinsam mit Julia Klewin, Bürgermeisterin der Stadt Essen (3. v. r.), im Beisein der Geschäftsführung der GMH-Gruppe, CDO Dr. Anne-Marie Großmann (2. v. l.), CFO Mathias Hölscher (2. v. r.) und CEO Dr. Alexander Becker (1. v. r.) ein; ganz links im Bild Nicolas Kardalo, Geschäftsführer Energietechnik Essen als Gastgeber vor zahlreichen internationalen Vertretern der Stahlbranche.

Feierliche Einweihung der neuen Umschmelzanlage bei Energietechnik Essen - Photo: GMH Gruppe
Photo: GMH Gruppe

Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen für Industrieunternehmen in Deutschland baut ETE die Produktion in Essen aus. Das Unternehmen produziert hochspezialisierten Stahl für Kunden weltweit, mit wachsender Nachfrage aus der Luft- und Raumfahrt, der Medizintechnik und ausgewählten industriellen Anwendungen. Die zivile Luft- und Raumfahrt bietet derzeit ein besonders starkes Wachstumspotenzial. Mit der neuen Anlage steigt die jährliche DESULieferkapazität von rund 1.300 Tonnen auf mindestens 2.600 Tonnen.

Die neue Anlage arbeitet bei Drücken von bis zu 40 bar und kann Blöcke mit einem Durchmesser von 430 bis 1.000 mm und einem Gewicht von 2 bis 18,5 Tonnen herstellen. Der Stabstahl von ETE ist im Durchmesserbereich von 3 bis 350 mm erhältlich. Zudem können auch andere Formate auf Anfrage angeboten werden wie z.B. Warmband Coils. ETE liefert von Essen aus stickstoffreiche Stähle an Kunden in Europa, den USA und Asien für Anwendungen in der Luft- und Raumfahrt, der Medizintechnik und der Industrie.

Spezialstahl aus Essen für internationale Märkte

Einer der wichtigsten Werkstoffe, die mit der DESU-Technologie von ETE hergestellt werden, ist Cronidur® 30, ein stickstoffreicher Stahl (HNS®), der in Wälzlagern, Aktuatoren, Pumpenkomponenten, Kunststoffformen, Extruderschnecken und Schneidinstrumentarien zum Einsatz kommt.

HNS® der GMH Gruppe kommen zudem in der Luft- und Raumfahrt zum Einsatz, unter anderem in Kugelumlaufspindeln, Präzisionswälzlagern, Aktuatoren sowie Fahrwerks- und Triebwerkskomponenten. In der Medizintechnik liefert ETE Werkstoffe für medizinische Instrumente, Wälzlager und Implantate.

Dank der zusätzlichen Kapazität kann ETE innerhalb der bestehenden Produktionsvorlaufzeiten größere Mengen fertigen und bietet den Kunden damit eine höhere Versorgungssicherheit.

 
 
„Diese Investition ist ein klares Bekenntnis zu Essen, zu Nordrhein-Westfalen und zur industriellen Produktion in Deutschland. Energietechnik Essen liefert von hier aus hochspezialisierte Werkstoffe an Kunden auf der ganzen Welt.
 
Wir investieren, weil wir an die technologische Leistungsfähigkeit dieses Standorts glauben und Chancen sehen, gemeinsam mit unseren Kunden in der Luft- und Raumfahrt, der Medizintechnik und spezialisierten industriellen Anwendungen zu wachsen“, sagte Dr. Alexander Becker, Vorstandsvorsitzender der GMH Gruppe.

Investitionen in den Produktionsstandort Essen

Das Druck-Elektroschlacke-Umschmelzverfahren (DESU) ermöglicht es ETE, stickstoffreiche Stähle (HNS®) herzustellen. Bei diesem Verfahren sorgt der Druck dafür, dass der Stickstoff während des Erstarrens im Werkstoff verbleibt. Die erforderlichen Werkstoffeigenschaften werden anschließend durch Umformprozesse und Wärmebehandlungen gezielt eingestellt.

ETE hat zudem seine bestehenden Anlagen zur Elektroschlacke-Umschmelzung (ESU) für Werkstoffe modernisiert, die in Kappenringen zum Einsatz kommen. Diese Komponenten werden in großen elektrischen Generatoren für Kraftwerke, Gas-und-Dampf-Kraftwerke und die industrielle Stromerzeugung verwendet.

ETE arbeitet zudem daran, die Produktion effizienter zu gestalten und den Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch zu steigern. Im Einklang mit der GMH Gruppe strebt das Unternehmen an, den Anteil erneuerbaren Stroms von derzeit rund 30 Prozent in Richtung 50 Prozent zu erhöhen. 

(Quelle: GMH Gruppe)

Schlagworte

AnlagenAsienCoilsDeutschlandDSVEssenEUEuropaGMHIndustrieINGInvestitionKlimaKlimaschutzMesseNeubauProduktionSchlackeSpezialstahlStabstahlStahlTechnikUnternehmenUSAVorstandWarmbandWerkstoffWerkstoffeWirtschaft

Verwandte Artikel

Feier zur Inbetriebnahme JSW
06.11.2026

Zweite Säureregenerationsanlage bei JSW Steel Coated Products in Betrieb

Die Anlage wurde bei JSW Steel Coated Products Limited am Standort Vasind im indischen Bundesstaat Maharashtra vom Technologiekonzern Andritz erfolgreich in Betrieb genom...

ANDRITZ AG Anlagen Beizlinie Bund EU Gesellschaft Inbetriebnahme Indien Industrie Säureregenerationsanlage Stahl Umwelt Unternehmen Verkauf Zink
Mehr erfahren
Das Tata Steel Kalinganagar und das SMS group Team feiern die erfolgreiche Inbetriebnahme der Anlage
06.11.2026

Tata Steel nimmt Brammengießanlage in Betrieb

Tata Steel und SMS group haben im Stahlwerk Nr. 1 von Tata Steel Kalinganagar die dritte Zweistrang-Brammengießanlage in Betrieb genommen. Nach kurzer Zeit erreichte sie...

2016 ABB Anlagen Automatisierung Bramme Entwicklung Ergebnis EU Inbetriebnahme ING KI Ltd Ltd. Partnerschaft Produktion Schmelze Schmelzen SMS SMS group Stahl Stahlwerk USA Zusammenarbeit
Mehr erfahren
Mitarbeiter von Nucor Steel Berkeley, Primetals Technologies und Clecim an der neuen Kontinuierlichen  Verzinkungsanlage in Huger, South Carolina, nach der erfolgreichen Produktion des ersten  Premiumklasse-Coil.
05.11.2026

Nucor produziert ersten Bund auf Durchlaufverzinkungsanlage

Die Anlage produziert Automobil-Außenstähle in Sichtqualität und höchstfeste Stähle (AHSS). Die firmeneigenen Technologien Rapid Cooling und Querfeld-Induktionserwärmung...

Aluminium Anlagen Automatisierung Automobil Brenner Brennertechnik Bund Entwicklung Ergebnis EU HZ Inbetriebnahme Indien ING Japan Lieferung Montage Nordamerika Primetals Produktion Service Stahl Strategie Technik Unternehmen USA Walzwerk Zink Zusammenarbeit
Mehr erfahren
Von links: Jacobus Steyn, Leiter des Geschäftsbereichs Energie bei Alleima; Hanhee Lee, Vizepräsidentin der Abteilung Wachstum/Beschaffung bei Doosan Enerbility; Göran Björkman, Geschäftsführer bei Alleima; Alistair Black, Vizepräsident für den Geschäftsbereich Großbritannien bei X-Energy; Robert Leone, leitender Direktor für die Lieferkette bei X-Energy; und Carl von Schantz, Leiter des Geschäftsbereichs Rohre bei Alleima.
05.11.2026

Alleima erhält ersten Auftrag für Rohrleitungen für Kernreaktoren

Alleima hat von Doosan Enerbility seinen ersten Auftrag über Dampferzeugerrohre für einen heliumgekühlten kleinen modularen Reaktor (SMR) der nächsten Generation erhalten...

Elektrifizierung Energie Entwicklung EU Getriebe Industrie Investition Kernenergie Produktion Rohre Sandvik Schweden Temperatur Tube Unternehmen USA Werkstoff Werkstoffe Zusammenarbeit
Mehr erfahren
Visualisierung der Direktreduktionsanlage von thyssenkrupp Steel in Duisburg: Der angepasste Förderbescheid schafft eine verlässliche Grundlage für die weitere Umsetzung des Dekarbonisierungsprojekts tkH2Steel.
03.11.2026

Förderung stärkt Dekarbonisierungsprojekt tkH2Steel

thyssenkrupp Steel hat den Änderungsbescheid zur Förderung seines Dekarbonisierungsprojekts tkH2Steel erhalten. Diese bereits angekündigte Anpassung der Förderauflagen is...

Anlagen Anpassung CO2 Dekarbonisierung Direktreduktion Duisburg Emissionen Entwicklung Erdgas EU EU-Kommission Europa Förderung Hochofen IBU Industrie ING Klima Klimaziel Klimaziele Lieferketten Marktbedingungen Produktion Schmelze Stahl Stahlindustrie Stahlproduktion Stahlwerk Thyssen thyssenkrupp Thyssenkrupp Steel Europe Thyssenkrupp Steel Europe AG Transformation Transport Unternehmen Vorstand Wasserstoff Wettbewerb Wirtschaft
Mehr erfahren