Die Energietechnik Essen GmbH (ETE), ein Unternehmen der GMH Gruppe, hat am 21.09.2026 ihre neue Anlage für das Druck-Elektroschlacke-Umschmelzverfahren (DESU) in Essen eingeweiht. In die Schmelzanlagen des Unternehmens wurden mehr als 11 Millionen Euro investiert. Die neue Anlage verdoppelt die DESU-Produktionskapazität der ETE für stickstoffreiche Stähle (HNS®), die an Kunden weltweit geliefert werden.
Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie sowie stellvertretende Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen (3. v. l.), weihte die Anlage gemeinsam mit Julia Klewin, Bürgermeisterin der Stadt Essen (3. v. r.), im Beisein der Geschäftsführung der GMH-Gruppe, CDO Dr. Anne-Marie Großmann (2. v. l.), CFO Mathias Hölscher (2. v. r.) und CEO Dr. Alexander Becker (1. v. r.); ganz links im Bild Nicolas Kardalo, Geschäftsführer Energietechnik Essen als Gastgeber vor zahlreichen internationalen Vertretern der Stahlbranche.
Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen für Industrieunternehmen in Deutschland baut ETE die Produktion in Essen aus. Das Unternehmen produziert hochspezialisierten Stahl für Kunden weltweit, mit wachsender Nachfrage aus der Luft- und Raumfahrt, der Medizintechnik und ausgewählten industriellen Anwendungen. Die zivile Luft- und Raumfahrt bietet derzeit ein besonders starkes Wachstumspotenzial. Mit der neuen Anlage steigt die jährliche DESULieferkapazität von rund 1.300 Tonnen auf mindestens 2.600 Tonnen.
Die neue Anlage arbeitet bei Drücken von bis zu 40 bar und kann Blöcke mit einem Durchmesser von 430 bis 1.000 mm und einem Gewicht von 2 bis 18,5 Tonnen herstellen. Der Stabstahl von ETE ist im Durchmesserbereich von 3 bis 350 mm erhältlich. Zudem können auch andere Formate auf Anfrage angeboten werden wie z.B. Warmband Coils. ETE liefert von Essen aus stickstoffreiche Stähle an Kunden in Europa, den USA und Asien für Anwendungen in der Luft- und Raumfahrt, der Medizintechnik und der Industrie.
Spezialstahl aus Essen für internationale Märkte
Einer der wichtigsten Werkstoffe, die mit der DESU-Technologie von ETE hergestellt werden, ist Cronidur® 30, ein stickstoffreicher Stahl (HNS®), der in Wälzlagern, Aktuatoren, Pumpenkomponenten, Kunststoffformen, Extruderschnecken und Schneidinstrumentarien zum Einsatz kommt.
HNS® der GMH Gruppe kommen zudem in der Luft- und Raumfahrt zum Einsatz, unter anderem in Kugelumlaufspindeln, Präzisionswälzlagern, Aktuatoren sowie Fahrwerks- und Triebwerkskomponenten. In der Medizintechnik liefert ETE Werkstoffe für medizinische Instrumente, Wälzlager und Implantate.
Dank der zusätzlichen Kapazität kann ETE innerhalb der bestehenden Produktionsvorlaufzeiten größere Mengen fertigen und bietet den Kunden damit eine höhere Versorgungssicherheit.
Investitionen in den Produktionsstandort Essen
Das Druck-Elektroschlacke-Umschmelzverfahren (DESU) ermöglicht es ETE, stickstoffreiche Stähle (HNS®) herzustellen. Bei diesem Verfahren sorgt der Druck dafür, dass der Stickstoff während des Erstarrens im Werkstoff verbleibt. Die erforderlichen Werkstoffeigenschaften werden anschließend durch Umformprozesse und Wärmebehandlungen gezielt eingestellt.
ETE hat zudem seine bestehenden Anlagen zur Elektroschlacke-Umschmelzung (ESU) für Werkstoffe modernisiert, die in Kappenringen zum Einsatz kommen. Diese Komponenten werden in großen elektrischen Generatoren für Kraftwerke, Gas-und-Dampf-Kraftwerke und die industrielle Stromerzeugung verwendet.
ETE arbeitet zudem daran, die Produktion effizienter zu gestalten und den Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch zu steigern. Im Einklang mit der GMH Gruppe strebt das Unternehmen an, den Anteil erneuerbaren Stroms von derzeit rund 30 Prozent in Richtung 50 Prozent zu erhöhen.
(Quelle: GMH Gruppe)
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