Wirtschaft
Photo: FEhS ‑ Institut für Baustoff‑Forschung e.V
01.06.2022

Entschließung des Bundesrats zur Stärkung von RC-Baustoffen

Ressourcenschonende Nebenprodukte nicht berücksichtigt

Die ressourcenschonenden Nebenprodukte der Stahlindustrie kommen seit vielen Jahrzehnten in güteprüften Produkten zum Einsatz. Als Baustoffe genießen sie seit der letzten Novelle des Kreislaufwirtschaftsgesetzes im Jahr 2020 bei der Auftragsvergabe des Bundes Vorrang vor Naturgestein. Dennoch werden zur Förderung von Umwelt- und Ressourcenschutz bei der Entschließung des Bundesrates „Stärkung des Einsatzes von wiederverwendbaren Baustoffen und Bauteilen sowie von ressourcenschonenden Recycling-Baustoffen“ vom 20. Mai 2022 industrielle Nebenprodukte explizit nicht genannt. Das FEhS – Institut für Baustoff-Forschung kritisiert dieses Vorgehen und fordert die Bundesregierung auf, das Wording in der weiteren Bearbeitung der Vorlage entsprechend zu ändern.    ​

Für Thomas Reiche, Geschäftsführer des FEhS-Instituts, sind die vorliegenden Formulierungen der Entschließung völlig unverständlich: „Eisenhüttenschlacken entstehen als Nebenprodukte bei der Herstellung von Roheisen und Rohstahl. Jährlich mehr als 12 Millionen Tonnen in Deutschland, in Europa sind es rund 45 Millionen Tonnen pro Jahr. Sie leisten damit bereits im „First Life“ als Baustoffe im Verkehrsbau sowie in der Zement- und Betonindustrie einen enormen Beitrag zu einer ressourcen- und umweltschonenden Kreislaufwirtschaft. Und das bereits seit vielen Jahrzehnten. Es kann nicht sein, dass ausgerechnet dieses Potenzial in Zukunft unberücksichtigt bleiben soll. Und stattdessen Produkte, die erst im „Second Life“ zur Kreislaufwirtschaft beitragen, besonders gefördert werden sollen. Das macht aus unserer Sicht nicht nur keinen Sinn, sondern konterkariert die sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene sicherlich unstrittigen Ziele zur Förderung von Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschonung. Wir gehen fest davon aus, dass die Politik bei der weiteren Gestaltung der Rahmenbedingungen für die Kreislaufwirtschaft diese Ziele im Blick hat und nicht einseitigen Partikularinteressen nachgeht".

Der Einsatz von Schlacken basierten Baustoffen und Düngemitteln hat in Deutschland allein in den letzten sieben Jahrzehnten den Abbau von mehr als einer Milliarde Tonnen Naturgestein vermieden. Das entspricht dem Volumen der Zugspitze. Durch die Substitution von Portlandzementklinker durch Hüttensand im Zement kann pro Jahr zudem die Emission von rund 4,5 Millionen Tonnen CO2 vermieden werden, insgesamt sind es seit 1950 in Deutschland bereits mehr als 210 Millionen Tonnen CO2.  

(Quelle: FEhS ‑ Institut für Baustoff‑Forschung e.V.)

Schlagworte

ABBBaustoffeBundCO2DeutschlandEssenEUForschungIndustrieINGKreislaufwirtschaftPolitikRecyclingRecycling-BaustoffeRoheisenSchlackeStahlStahlindustrieUmweltWirtschaft

Verwandte Artikel

Georgios Giovanakis übernimmt zum 1. Juni 2026 das neu geschaffene Vertriebsressort und wird Chief Sales Officer (CSO) der thyssenkrupp Steel Europe AG
08.05.2026

thyssenkrupp Steel: Aufsichtsrat beruft Georgios Giovanakis in den Vorstand

Der Aufsichtsrat der thyssenkrupp Steel Europe AG hat in seiner Sitzung am 6. Mai 2026 Tag Georgios Giovanakis mit Wirkung zum 1. Juni 2026 zum ordentlichen Mitglied des...

Aufsichtsrat EU Industrie Innovation KI Shanghai Stahl Thyssenkrupp Steel Europe Thyssenkrupp Steel Europe AG Transformation Unternehmen Vertrieb Vorstand Werkstoff Wettbewerb
Mehr erfahren
Plattform-Ausführung des neuen Slag Pot Carriers
08.05.2026

Neue Generation des KAMAG Schlackenkübeltransporters

TII KAMAG stellt eine neue Generation des Schlackenkübeltransporters vor und entwickelt damit das Konzept für den Einsatz in Stahlwerken konsequent weiter

Anpassung Architekt Architektur Entwicklung EU KI Konstruktion Lieferung Service Stahl Stahlwerk Technik Transport Unternehmen
Mehr erfahren
Molekülmodell der stabilen Eisen(I)-Verbindung, die Forschende am KIT als Ausgangspunkt für neue Katalysatoren entwickelt haben.
07.05.2026

Nachhaltige Chemie: Eisen ersetzt Edelmetalle bei der Katalyse

Forschende am KIT entwickeln Eisen(I)-Quelle für katalytische Reaktionen – Ansatz soll chemische Verfahren nachhaltiger machen und könnte seltene Edelmetalle langfristig...

Ergebnis EU Forschung Industrie ING KI Messung Reduktionsmittel Studie TEMA Umwelt Wasserstoff
Mehr erfahren
07.05.2026

Klöckner & Co steigert operatives Ergebnis im ersten Quartal 2026

Klöckner & Co ist mit einem deutlich verbesserten operativen Ergebnis in das Geschäftsjahr 2026 gestartet.

Distribution Entwicklung Ergebnis Essen EU Europa Geschäftsjahr IBU ING Investition Kerkhoff KI Nordamerika Service Unternehmen USA Vereinbarung Verkauf Wirtschaft
Mehr erfahren
06.05.2026

Cleveland-Cliffs wird KI-System von Palantir einsetzen

Die KI-Technologie von Palantir soll künftig die internen Prozesse des Stahlkonzerns in den Bereichen Produktion und Vertrieb integrieren

Automobil Cleveland-Cliffs Inc. Flachprodukte Industrie Kanada KI Nordamerika Palantir Partnerschaft Produktion Schrott Stahl Stahlblech Stahlherstellung Stahlwerk Umformung Unternehmen USA Vertrieb Wettbewerb
Mehr erfahren