Wirtschaft News
„Der OEM sagt die Abnahme kurzfristig ab, und der Lieferant kann sehen, wo er bleibt“, so Bernhard Jacobs, Geschäftsführer des Industrieverbands. Verständlich, dass die befragten Zulieferer ihren Kunden in puncto Verlässlichkeit die Note Fünf geben - Photo: : Industrieverband Blechumformung (IBU)
19.11.2021

IBU-Blitzumfrage: Schwankende Abrufe zwingen fast 70 Prozent der Befragten in Kurzarbeit

Zulieferer bewerten die Verlässlichkeit der Automobilproduzenten mit einem „Mangelhaft“

Produktionsstopps bringen die Abrufzahlen bei Autozulieferern gerade massiv ins Schwanken. Fast 90 Prozent der Teilnehmer einer IBU-Blitzumfrage sind bereits betroffen. 70 Prozent dieser befragten Zulieferer müssen ihre Mitarbeiter deshalb sogar in Kurzarbeit schicken.

Der Industrieverband Blechumformung (IBU) vertritt rund 240 Unternehmen bundesweit. Die befragten IBU-Mitglieder sind überwiegend mittelständische Lieferanten der Automobilindustrie.  

„Der OEM sagt die Abnahme kurzfristig ab, und der Lieferant kann sehen, wo er bleibt“, so Bernhard Jacobs, Geschäftsführer des Industrieverbands. Verständlich, dass die befragten Zulieferer ihren Kunden in puncto Verlässlichkeit die Note Fünf geben. Mehr als 23 Prozent bewerten sie sogar mit einem „Ungenügend“.  

Die Kundenseite zeigt sich laut Umfrageergebnis obendrein wenig hilfreich: Rund 70 Prozent der Teilnehmer beklagen, dass Hersteller nicht bereit seien, sich an den durch Produktionsstopps verursachten Mehrkosten zu beteiligen – nur wenige gute Kunden tun das. Die Folgen sind Kurzarbeit und Lohneinbußen der Mitarbeiter von Zuliefererbetrieben. Besonders fatal: Diese Unternehmen haben oftmals hohe Beschaffungskosten auf dem aktuellen Vormaterialmarkt in Kauf genommen, um für ihre Kunden lieferfähig zu bleiben. Und genau diese Partner lassen sie jetzt auf den Teilen sitzen.

Bernhard Jacobs: „Dabei ist jedem Kunden klar, dass es unvermeidlich ist, steigende Kosten – Stahl, Aluminium, Energie, Logistik – letztlich in der Lieferkette durchzureichen.“  

Die Teilnehmer der IBU-Blitzumfrage sind zu 50 Prozent sogenannte Tier-2-Lieferanten. Knapp 20 Prozent fallen in die Tier-1-Kategorie, ähnlich viele sind Tier-3-Teilelieferanten.

Bernhard Jacobs unterstreicht auch die Forderung, dass die Politik handeln und die Krise abmildern muss: „Energiesteuern und Importbeschränkungen für Vormaterialien sind heute Standortfaktoren – der Staat darf den Mittelstand damit nicht zusätzlich belasten.“

(Quelle: Industrieverband Blechumformung (IBU))

Schlagworte

AluminiumAutomobilBlechBundEnergieErgebnisEUHandelIndustrieIndustrieverband BlechumformungIndustrieverband Blechumformung (IBU)Industrieverband Blechumformung (IBU).INGKlageKurzarbeitLogistikPolitikProduktionStahlUmformungUnternehmenZahlen

Verwandte Artikel

Im Foyer des Eingang Nord wendet sich die High Potential Area speziell an den Nachwuchs
10.03.2026

wire & Tube 2026 mit High Potential Area und ecoMetals

Das Düsseldorfer Fachmesseduo präsentiert zwei Initiativen, die es in sich haben

Draht Düsseldorf Industrie Kabel Messe Nachwuchs Rohstoffe Stabstahl Tube Unternehmen
Mehr erfahren
09.03.2026

wire 2026 mit prallem Forumsprogramm

Als Teil des Rahmenprogramms der Fachmesse für Draht und Kabel sind auf der ‚Forum Stage Cable & Wire‘ spannende Tagesforen und Diskussionsrunden geplant

Anlagen Anlagenbau Draht Entwicklung Essen EU Industrie Innovation Italien Kabel Messe Nachhaltigkeit Tube USA Zusammenarbeit
Mehr erfahren
Rechtsanwältin Melina Jenkner von Heidemann Küthe Rechtsanwälte
09.03.2026

HOK Maschinenbau übernimmt Vermögenswerte der SCHUBERT GROUP

Mit Wirkung zum 1. März 2026 übernimmt die HOK Maschinenbau GmbH aus Hückeswagen im Rahmen einer übertragenden Sanierung die Vermögenswerte sowohl der Schubert Maschinen-...

Anlagen Anlagenbau Automation Automobil Bonn Bund Deutschland Energie Ennepetal Erfolgsfaktor Ergebnis Essen EU Gesellschaft Handel Industrie ING KI Lieferung Mannheim Maschinenbau Messtechnik Metallverarbeitung Modernisierung Optimierung Presse Pressen Reparatur Restrukturierung Sanierung Service Stabstahl Stahl Steuerung Technik TEMA Umformen Umformtechnik Unternehmen Wirtschaft
Mehr erfahren
Primetals Technologies wird eine Pelletieranlage, drei Pfannenöfen und zwei RH-Entgaser an SAIL IISCO liefern. Das Foto zeigt Vertreter beider Unternehmen bei der Vertragsunterzeichnung.
05.03.2026

SAIL IISCO kooperiert mit Primetals Technologies

Steel Authority of India Limited (SAIL), ein führender indischer Stahlproduzent, erweitert sein IISCO-Stahlwerk in Burnpur und wählte dafür Primetals Technologies als Lie...

Anlagen Antrieb Deutschland Digitalisierung Draht EU Greenfield-Projekt HZ Indien Industrie ING KI Legierungen Lieferung Ltd Ltd. Metallurgie Optimierung Partnerschaft Primetals Produktion Prozessoptimierung Sensoren Spezialstahl Stahl Stahlindustrie Stahlwerk Steuerung Temperatur Unternehmen USA Vakuumpumpe Zusammenarbeit
Mehr erfahren
David Algermissen, Abteilungsleiter Sekundärrohstoffe/Schlackenmetallurgie im FEhS – Institut für Baustoff-Forschung, welches das Projekt koordiniert hat: „Die Arbeiten mit diesem großartigen Konsortium waren sehr erfolgreich. Es konnte sowohl Basiswissen rund um die Elektroroheisenschlacke aufgebaut werden bis hin zu Pilotversuchen zur Erzeugung von Hüttensand 2.0 im Tonnenmaßstab und die Prüfung im Zement und Beton. Nächste Schritte sind die normativen und rechtlichen Rahmenbedingungen, damit das Material auch zeitnah seinen Weg in den Markt finden kann, sobald die Schlacke bei thyssenkrupp entsteht.“ Das im Jahr 2021 gestartete Forschungsvorhaben „SAVE CO2“ von thyssenkrupp Steel, Heidelberg Materials, dem Institut für Technologien der Metalle der Universität Duisburg-Essen, Fraunhofer UMSICHT und FEhS-Institut wurde im Rahmen der Fördermaßnahme KlimPro-Industrie vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt sowie der Europäischen Union/NextGenerationEU gefördert und durch den DLR Projektträger betreut.
05.03.2026

Schlacken aus dekarbonisierter Stahlherstellung für Zement geeignet

Neue Schlacken, die bei der dekarbonisierten Stahlherstellung auf der Direktreduktionsroute im Einschmelzer entstehen, eignen sich als latent hydraulische Bindemittel in...

Bund CO2 CO2-Emissionen Direktreduktion Duisburg Einsatzstoffe Eisenschwamm Emissionen Energie Ergebnis Essen EU Forschung Forschungsprojekt Fraunhofer Hochofen Industrie ING Klima Metallurgie Produktion Roheisen Rohstoffe Schmelze Stahl Stahlherstellung Technik Thyssen thyssenkrupp Umwelt Wirtschaft
Mehr erfahren