Unternehmen
Photo: Kloeckner Metals Germany GmbH / Benedikt Lang
24.07.2026

Kloeckner Metals Germany baut Kapazitäten in Köln-Hürth aus

Die Kloeckner Metals Germany GmbH, einer der führenden deutschen produzentenunabhängigen Stahlanbieter und Metallverarbeiter, hat am 23. Juli 2026 in Hürth bei Köln einen neuen Standort seines Tochterunternehmens Ambo Stahl eröffnet. Mit den zusätzlichen Kapazitäten reagiert das Unternehmen auf den wachsenden Bedarf seiner Kunden an leistungsfähigen, verlässlichen und möglichst durchgängigen Fertigungslösungen, insbesondere in sicherheitskritischen Bereichen wie Defence und KRITIS.

Der neue Standort mit Schwerpunkt auf der Defence-Industrie ergänzt den bereits bestehenden Standort von Ambo Stahl in Köln-Ehrenfeld, der über umfassende Expertise in der Bearbeitung verschleißfester, hochfester und ballistischer Spezialstähle sowie über entsprechende Bundeswehr-Zulassungen verfügt.

Der Ausbau stärkt zugleich industrielle Lieferketten und schafft zusätzliche Produktionskapazitäten für die Fertigung sicherheitsrelevanter Bauteile in Deutschland. Damit entwickelt Kloeckner Metals Germany Ambo Stahl zu einem der deutschlandweit modernsten Kompetenzzentren für Stahl- und Metallbearbeitung im Defence-Bereich.

Das technologische Herzstück am neuen Standort ist der Cutlite Penta PLUS BEVEL 6530 mit 60 kW, eines der weltweit leistungsstärksten Faserlaser-Schneidsysteme. Kloeckner Metals Germany zählt damit zu den ersten Unternehmen in Deutschland, die eine Anlage dieser Leistungsklasse einsetzen.

Cutlite Penta PLUS BEVEL 6530 mit 60 kW ist speziell für Unternehmen ausgelegt, die neben geraden Schnitten auch präzise und hochqualitative Schweißfasen („Bevel Cuts“) direkt mit dem Laser erzeugen möchten. Das System verfügt über einen Bevel-Kopf, mit dem neben klassischen geraden Schnitten auch hochpräzise Schweißfasen (V-, X-, Y- und K-Fasen mit positiven und negativen Winkeln bis zu 45 Grad) direkt im Schneideprozess erzeugt werden können. Dadurch entfallen in vielen Fällen nachgelagerte Fräs- oder Anfasarbeiten, d.h., die Bauteile sind unmittelbar zum Schweißen vorbereitet.

Für die Kunden bedeutet das kürzere Durchlaufzeiten, weniger Schnittstellen und eine effizientere Weiterverarbeitung, vor allem bei automatisierten Schweißprozessen. Die 60-kW-Leistungsklasse ermöglicht überdies sehr hohe Schnittgeschwindigkeiten und eine deutlich höhere Produktivität auch bei sehr großen Materialstärken, sowohl bei geringerem Wärmeeintrag als auch beim Plasmaschneiden und hochwertigen Schnittkanten.

Felix Schmitz, CEO Kloeckner Metals Germany:
„Mit dem neuen Standort in Hürth setzen wir ein klares Zeichen: Wir handeln und investieren gezielt dort, wo unsere Kunden im Defence-Bereich zusätzliche Kapazitäten auf technologisch höchstem Niveau benötigen. Gleichzeitig stärkt die Investition unsere Position als innovativer Technologiepartner der Industrie im Defence und KRITIS-Bereich. Damit leisten wir einen konkreten Beitrag zum Ausbau resilienter industrieller Lieferketten und zur Stärkung der europäischen Verteidigungsfähigkeit.“

Dieses Laserschneidesystem wird durch Fräs-, Abkant-, Sandstrahl- sowie Entgrat- und Kantenverrundungskapazitäten zur Nachbearbeitung der Bauteile ergänzt. Die Qualitätssicherung erfolgt direkt vor Ort. So können Kunden künftig einen größeren Teil ihrer Wertschöpfungskette über einen zentralen Partner abdecken, vom Zuschnitt über die mechanische Bearbeitung bis zum einbaufertigen Bauteil.

Neben dem Schwerpunkt Defence bedient der neue Standort auch den Baumaschinensektor sowie grundsätzlich alle Kernbranchen von Kloeckner Metals Germany – von Automotive über Fördertechnik, Konsumgüter, Landmaschinen, Logistik und Maschinenbau bis hin zu Schwermaschinen und Transport.

Mit der Standorteröffnung in Hürth treibt Kloeckner Metals Germany auch den Ausbau seiner bundesweiten Kompetenzzentren für höherwertige Stahl- und Metallbearbeitung weiter voran. Für die Kunden entsteht damit ein deutschlandweit vernetztes Technologie- und Produktionssystem, das spezialisierte Leistungen, zusätzliche Fertigungsmöglichkeiten und eine standortübergreifende Versorgung miteinander verbindet. Gemeinsam mit den Kompetenzzentren in Bremen, Velten, Landsberg, Köln und Duisburg entsteht so ein deutschlandweit vernetztes Technologie- und Produktionssystem für hochpräzise Stahl- und Metallbearbeitung.

Dabei kommt den Anwendungen für den Defence- und KRITIS-Bereich eine besondere Bedeutung zu: Als spezialisiertes Kompetenzzentrum von Kloeckner Metals Germany steht die Ambo Stahl GmbH ihren Kunden als Partner für verschleißfeste und hochfeste Spezialstähle sowie Sicherheits- und Panzerstahl zur Seite. Das Unternehmen verfügt über die offizielle Zulassung gemäß TL 2350-0000 für die Bearbeitung von Panzerungsmaterialien und erfüllt mit seiner qualifizierten Verarbeitung auch die Anforderungen der TL 2350-0003 – dem Nachweis der Eignung nach den technischen Lieferbedingungen der Bundeswehr.

Diese Zulassungen der Wehrtechnischen Dienststelle für Waffen und Munition (WTD91) umfassen das Laser-, Plasma- sowie Wasserstrahlschneiden von ballistischen Stählen und bestätigen die technische Kompetenz von Ambo Stahl bei der Verarbeitung von Schutzmaterialien nach strengsten wehrtechnischen Standards.

Mit dem neuen Standort erweitert Ambo Stahl dieses zertifizierte Leistungsportfolio um zusätzliche, höherwertige Bearbeitungskapazitäten. Das Angebot reicht von Autogen-, Plasma-, Laser- und Wasserstrahlschneiden bis hin zum Sandstrahlen und deckt damit die gesamte Prozesskette vom präzisen Zuschnitt bis zum einbaufertigen Formteil ab. Kunden profitieren dadurch von gebündelten Leistungen, kürzeren Abstimmungswegen und einer höheren Versorgungssicherheit. Als Teil des internationalen Klöckner & Co Konzerns verfügt Kloeckner Metals Germany zudem über Zugang zu einem globalen Metallverarbeitungs- und Servicenetzwerk

(Quelle: Kloeckner Metals Germany)

Schlagworte

AutomotiveBaumaschinenBremenBundDefenceDeutschlandDuisburgEssenEUHandelHZIndustrieINGInvestitionLieferkettenLogistikMaschinenbauMetallverarbeitungPlasmaschneidenProduktionServiceStahlStrahlenTechnikTransportUnternehmenVerteidigung

Verwandte Artikel

25.09.2026

CO₂-Rechnung für Stahl könnte sich verdoppeln

EUROFER schätzt, dass die steigenden EU-CO₂-Abgaben den konventionellen Hochofenstahl nach 2030 drastisch verteuern werden

Dekarbonisierung Emissionen Energie Entwicklung Essen EU EUROFER Europa Handel Hochofen HZ IBU Importe Industrie ING Investition Klima Klimaneutraler Stahl Messe Schrott Transformation Unternehmen Verkauf Verlag Wettbewerb Wirtschaft Zahlen Zertifikat
Mehr erfahren
24.09.2026

Rohstahlerzeugung im August 2026: Weiterhin verhaltene Erholung

Die Rohstahlproduktion in Deutschland hat im August 2026 mit einem Plus von 1,7 Prozent im Vorjahresvergleich nur leicht zugelegt.

Deutschland EU Hochofen ING Konverter Produktion Rohstahlproduktion Schrott Stahl Stahlerzeugung Stahlproduktion Wirtschaft Wirtschaftsvereinigung
Mehr erfahren
Nicklas Magnusson, Leiter Sustainability & Safety bei Ovako
23.09.2026

Erstellung von Umweltproduktdeklarationen optimieren

Mit seiner digitalen Lösung kann Ovako, ein skandinavische Stahlhersteller, Umwelt-Produkt-Deklarationen (EPD) für Stahlprodukte in nur wenige Minuten erstellen.

Emissionen Energie Ergebnis Essen EU IBU Industrie ING KI Lieferketten Ltd Nachhaltigkeit Ovako Produktion Produktionsprozess Rohstoffe Spezialstahl Stahl Transport Umwelt Umweltproduktdeklaration USA Zusammenarbeit
Mehr erfahren
23.09.2026

greentec steel: Elektrolichtbogenofen in Linz angeliefert

Wichtiges Etappenziel für Österreichs größtes Klimaschutzprogramm: Das Kernequipment des neuen Elektrolichtbogenofens (EAF) für den voestalpine Standort in Linz ist einge...

Anlagen CO2 CO2-Emissionen Deutschland Donawitz Elektrolichtbogenofen Emissionen Ergebnis EU Europa Inbetriebnahme ING Italien Kernaggregate Klima Klimaschutz Lichtbogenofen Lieferung Österreich Primetals Produktion Schmelze Schmelzen Stahl Stahlerzeugung Stahlproduktion Stahlwerk Strategie Transport USA Voestalpine Voestalpine AG Vorstand Zusammenarbeit
Mehr erfahren
22.09.2026

Energietechnik Essen eröffnet neue Hightech-Schmelzanlage

Neue DESU-Anlage verdoppelt die Produktionskapazität für hochstickstoffhaltige Stähle (HNS®)

Anlagen Asien Coils Deutschland DSV Essen EU Europa GMH Industrie ING Investition Klima Klimaschutz Messe Neubau Produktion Schlacke Spezialstahl Stabstahl Stahl Technik Unternehmen USA Vorstand Warmband Werkstoff Werkstoffe Wirtschaft
Mehr erfahren