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Im Herzen der Bandgalvanik: Ein Stahlband durchläuft eine Verzinkungszelle - Photo: Salzgitter AG
04.12.2025

Salzgitter AG und Umicore kooperieren

Salzgitter AG und Umicore‘s Business Unit MDS (Metal Deposition Solutions) haben gemeinsam einen Prozess etabliert, der die Rückgewinnung des seltenen Edelmetalls Iridium aus Anoden der elektrolytischen Bandverzinkung ermöglicht. Damit leisten die Partner einen Beitrag zur Ressourcenschonung und zur Kreislaufwirtschaft.

Bei der elektrolytischen Bandverzinkung wird mittels sogenannter MMO-Anoden eine dünne Zinkschicht als Korrosionsschutz auf Stahlbändern aufgetragen. Verzinkte Stahlbänder finden zum Beispiel in dem automobilen Karosseriebau und der Hausgerätebranche Anwendung.

Die Anoden, die von Umicore MDS in einem speziellen Verfahren beschichtet und kundenspezifisch angefertigt werden, besitzen eine edelmetallhaltige Beschichtung, die Iridium als wichtigsten Bestandteil enthält. Diese Beschichtungen müssen regelmäßig erneuert werden. Dabei konnten bestehende Beschichtungsreste vor einer Wiederbeschichtung bisher nicht wieder wirtschaftlich aufgearbeitet werden.

Iridium zählt zu den seltensten nicht-radioaktiven Metallen und gilt als strategisch wichtiger Rohstoff für Transformationsprozesse, beispielsweise als Elektrodenmaterial für Wasserstoff-Elektrolyseure. Seine jährliche Fördermenge beträgt weltweit nur bis zu 10.000 kg. Diese Kombination führte jüngst zu einem massiven Preisanstieg des Edelmetalls auf dem Weltmarkt.

Umso interessanter ist es, dass neue Verfahren es ermöglichen, das Iridium aus Beschichtungsresten wieder dem Materialkreislauf zuzuführen.

„Und genau hier setzt unsere Idee an, bei der es – einfach gesagt – um die Rückgewinnung des an den Anoden verwendeten Iridiums geht. Wir sprechen hier von bis zu einem Kilogramm jährlich“, so Dr. Marc Debeaux, Experte für Galvanikprozesse bei der Salzgitter Mannesmann Forschung GmbH.

In einem gemeinsamen Projekt zwischen dem Anodenhersteller Umicore Galvanotechnik GmbH, der Salzgitter Flachstahl GmbH und der Salzgitter Mannesmann Forschung GmbH wurden Abläufe und Schnittstellen geschaffen, die eine wirtschaftliche Rückführung des Iridiums in den Stoffkreislauf erlauben.

„Das Recycling von Iridium ist sehr aufwendig und schwierig. Momentan gibt es nur wenige Anbieter am Markt, die auf diesen komplexen Prozess spezialisiert sind. Hier konnten wir durch unsere jahrelange Expertise auf dem Gebiet des Edelmetall-Recyclings vermittelnd tätig werden. Durch gemeinsame Versuche und die Entwicklung interner Abläufe ist es uns letztendlich gelungen, den Prozess gemeinsam in den betrieblichen Alltag bei der Salzgitter Flachstahl GmbH zu integrieren,“ erklärt Frank Friebel, Bereichsleiter Elektrokatalytische Elektroden bei der Umicore Business Unit MDS.

Die Kooperation zeigt, wie sich durch gezielte Rückgewinnung wertvoller Materialien auch abseits der Kernprozesse nachhaltige Effekte erzielen lassen und gibt einen Impuls für eine breiter gedachte Kreislaufwirtschaft.

(Quelle: Salzgitter AG)

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