Stahlhandel
NORDWEST-Vorstand Jörg Simon bei der Begrüßung der Gäste - Bild: NORDWEST
23.09.2025

Stahlverbundtreffen Phoenix erörtert Chancen im Handel

Rund 200 Teilnehmer aus den Reihen des Fachgroßhandels und der Lieferantenpartner folgten am 18. September der Einladung von NORDWEST und nahmen am diesjährigen, im Maritim Hotel Bonn stattfindenden, Stahlverbund
PHOENIX Treffen teil. Die Veranstaltung stand ganz im Zeichen des Netzwerkgedankens und des offenen Dialogs zu den aktuellen Herausforderungen und Chancen der Stahlbranche. Die deutsche Stahlbranche befindet sich in einer Phase tiefgreifender Umbrüche.

Vor diesem Hintergrund hat der intensive Austausch zwischen Stahlhändlern und Lieferanten eine wichtige strategische Bedeutung. Das Stahlverbund PHOENIX Treffen bietet traditionell eine bedeutende und regelmäßige Plattform, um aktuelle Entwicklungen zu analysieren, gemeinsame Lösungsansätze zu diskutieren und die Weichen für eine zukunftsfähige Stahlversorgung zu stellen.

NORDWEST-Vorstand Jörg Simon sprach zur Begrüßung der Gäste über die aktuelle Marktentwicklung, mögliche Zukunftsszenarien und appellierte an die Anwesenden:
„In diesen herausfordernden Zeiten ist es von entscheidender Bedeutung, dass wir gemeinsam das Schiff mit klarem Kurs steuern. Die Krise markiert nicht das Ende, sondern eine Phase, die uns dazu auffordert, uns auf das Kommende vorzubereiten und neue Wege zu beschreiten.

Besonders die Themen Finanzierung und Liquidität werden uns intensiv beschäftigen. Die meisten Unternehmen scheitern nicht im Abschwung, sondern beim Wiederaufstieg. Vertrauen Sie auf Ihren Verbund, denn wir verstehen Wachstum, Stagnation und Krise und sind ein verlässlicher, ideenreicher und erfahrener Partner an Ihrer Seite, um gemeinsam die Zukunft zu gestalten.“

Blitzumfrage Stahlhandel: vorsichtiger Optimismus

Die Agenda der Tagung bot eine abwechslungsreiche Mischung aus spannenden und informativen Fachvorträgen und viel Raum zum Networking. Zu den Inhalten zählte auch ein Rückblick auf die bisherige Entwicklung des Stahlverbunds PHOENIX, unter dem Motto „Das verflixte 7. Jahr“.

Das Resümee fasste neue internationale bürokratische Auflagen und wirtschaftliche Entwicklungen in diesem Zeitraum sowie Veränderungen auf Seiten der Fachhandels- und Lieferantenpartner und bei Preis- und Tonnageentwicklung zusammen.

Tiefere Einblicke bot zudem eine Blitzumfrage zur Konjunkturentwicklung im Stahlhandel – mit dem Ergebnis, dass die Fachhändler tendenziell zurückhaltender und skeptischer in der Zukunftseinschätzung sind als die Lieferanten. Was
beide aber eint, ist ein vorsichtiger Optimismus und gemeinsame Herausforderungen wie Kostensteigerungen, Regulatorik und Fachkräftemangel.

Referenten mit Expertise und Impulsen

Neben einem Vortag zu den vielfältigen Digitalisierungsleistungen, die NORDWEST seinen Partnern bietet, sorgten drei hochkarätige Gastredner mit einer spannenden Bandbreite an Themen für reichlich Input und Gedankenanreize.

Jörg Feger, Diplom-Wirtschaftsjurist und Bereichsleiter Research beim Bundesverband Deutscher Stahlhandel (BDS), sagte, der erwartete Aufschwung für dieses Jahr sei zwar nicht eingetreten, aber für 2026 bestehe Hoffnung und es gebe auch harte Fakten, die dafürsprächen, wenn auch auf niedrigem Niveau. Das gelte trotz aller politischen und bürokratischen Hürden wie den Zöllen in den USA, EU-Safeguards, CBAM oder dem European Steel and Metals Action Plan.

Martin Langen ist Marktforscher und Geschäftsführer von B+L Marktdaten. Er gilt als ausgewiesener Experte für Marktprognosen und Sanierungsstrategien im Bau- und Stahlsektor. Auch er sagte, er sehe die Talsohle in einigen Bereichen offensichtlich durchschritten und griff damit die Ausführungen von Jörg Simon zum Licht am Ende des Tunnels auf.

Es gebe stark wachsende Baugenehmigungen in vielen Bereichen, beispielsweise im mehrgeschossigen Wohnungsbau, der für die Bauzulieferindustrie im Stahlbereich wichtig ist. Der große Trend der Infrastrukturausbaumaßnahmen helfe diesem Produktbereich zusätzlich stark.

Den Abschluss machte Benedikt Böhm, CEO von Lupine Lighting Systems, Extremskibergsteiger und WWF-Botschafter, der in seinem inspirierenden Vortrag die Brücke zwischen Extremsport und Business schlug und aufzeigte, wie Klarheit, Mut und die Kunst des Weglassens zu beruflichem und sportlichem Erfolg führen.

Ausklang in lockerer Atmosphäre

Nach dem ernsten und informativen Teil des Events ließen die Gäste den Abend mit intensiven Gesprächen, Flying Dinner, Livemusik von einer Band, einem unterhaltsamen Gourmetcasino und entspannter Atmosphäre ausklingen.

Claudio Kemper, Geschäftsbereichsleiter Stahl bei NORDWEST, resümierte die Veranstaltung:
„Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit ist der offene Austausch mit unseren Fachhandels- und Lieferantenpartnern essenziell, auch zu Zukunftsthemen für die Branche. Das Treffen hier bietet den Rahmen, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln und positive Impulse zu setzen.

Unser Ziel ist es, Motivation und Zuversicht zu vermitteln, damit wir gestärkt aus der aktuellen Phase hervorgehen. Dem positiven Feedback unserer Gäste nach, ist uns das voll und ganz gelungen."

(Quelle: Nordwest Handel)

Schlagworte

BonnBundDigitalisierungEntwicklungErgebnisEssenEUEU-SafeguardsFinanzierungHandelIndustrieINGKemperKISanierungStahlStahlhandelStrategieTEMAUnternehmenUSAVeranstaltungVorstandWirtschaftZulieferindustrie

Verwandte Artikel

Der Standort von HKM am Rhein
29.07.2026

Vertragsabschluss für Bau eines EAFs bei HKM

HKM und Tenova haben am 28.07.2026 einen Vertrag über Lieferung, Errichtung und gemeinsame Inbetriebnahme eines Elektrolichtbogenofens geschlossen.

Anlagen Bepro Bund Dekarbonisierung Deutschland DSV Duisburg Einsatzstoffe Eisenschwamm Elektrolichtbogenofen Energie Energieeffizienz EU Gasreinigung HKM HZ Inbetriebnahme Industrie ING Klima Klimaschutz Lichtbogenofen Lieferung Produktion Prozessgase Salzgitter Salzgitter AG Schrott Stahl Stahlerzeugung Stahlindustrie Stahlproduktion Strategie Tenova Transformation Vorstand Wettbewerb Wirtschaft
Mehr erfahren
Die Eröffnung am Standort in Jeffersonville, Indiana, USA
28.07.2026

voestalpine eröffnet neue Anlage in den USA

Die voestalpine hat ihre Produktionskapazitäten an ihrem Standort Jeffersonville, Indiana, USA verdoppelt. Die neue Anlage zur Produktion von Längsträgern für Lastkraftwa...

Anlagen Bund EU Handel Industrie ING Investition Nordamerika Produktion Profile Rohre Stahl Strategie USA Voestalpine AG Vorstand
Mehr erfahren
TrimRob – autonomer Roboter von Primetals Technologies und Polytec zum Besäumen und Probenentnehmen der Coils
27.07.2026

Hyundai Steel vergibt FAC für Coil-Besäumen

Hyundai Steel hat das Final Acceptance Certificate (FAC) für TrimRob vergeben. TrimRob ist eine robotergestützte Lösung zum Besäumen und der Probenahme von Coils.

Coils Draht EU Inbetriebnahme Industrie ING Kran Messe Messung Primetals Stahl Stahlindustrie Temperatur USA Verlag
Mehr erfahren
24.07.2026

Kloeckner Metals Germany baut Kapazitäten in Köln-Hürth aus

Kloeckner Metals Germany hat heute in Hürth bei Köln einen neuen Standort seiner Tochter Ambo Stahl eröffnet. Damit reagiert das Unternehmen auf die Bedarfe in sicherheit...

Automotive Baumaschinen Bremen Bund Defence Deutschland Duisburg Essen EU Handel HZ Industrie ING Investition Lieferketten Logistik Maschinenbau Metallverarbeitung Plasmaschneiden Produktion Service Stahl Strahlen Technik Transport Unternehmen Verteidigung
Mehr erfahren
22.07.2026

Rohstahlproduktion in Deutschland erholt sich

Laut WV Stahl hat sich die Rohstahlproduktion im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum erholt. Die Stahlnachfrage bleibt allerdings weiterhin auf einem nie...

Anlagen Anlagenbau Automobil Berlin Deutschland Energie Entwicklung EU Europa Handel Industrie ING Investition Klima Kontingente Nachhaltigkeit Produktion Rohstahlproduktion Stahl Stahlindustrie Stahlmarkt Stahlproduktion Stahlunternehmen Unternehmen USA Wettbewerb Wirtschaft Wirtschaftsvereinigung Zahlen
Mehr erfahren