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Photo: Steve Morgan
26.04.2024

Tatas Service Center ist CO₂-neutral für Scope 1 und 2

Tata Steel Nederlands Service Center in Gelsenkirchen hat CO2-Neutralität in seinen Produktionsprozessen für Scope-1- und Scope-2-Emissionen1) erreicht. Dies stellt einen bedeutenden Schritt in Richtung Nachhaltigkeit dar und macht den Standort zu einem der wenigen CO2-neutralen Stahl Service Center in Deutschland. Das externe Audit, das diese Leistung bestätigt, wurde von der unabhängigen Zertifizierungsstelle DNV durchgeführt.

Der Standort Gelsenkirchen gehört zum Downstream-Geschäft von Tata Steel Nederland und ist bereits der dritte europäische Standort des Stahlherstellers, der in seiner Produktion CO2-Neutralität erreichen konnte. Dieser Meilenstein folgt den Service Centern im finnischen Naantali sowie im schwedischen Halmstad.

„Ich bin unglaublich stolz auf unser gesamtes Team, das mit großem Engagement dazu beigetragen hat, dass wir in allen Bereichen CO2-neutral arbeiten, die direkt mit unserer Produktion verbunden sind“, erklärt Carlos Alván Peña, Geschäftsführer des Service Center Gelsenkirchen.

In Gelsenkirchen verarbeiten rund 130 Mitarbeiter moderne und höchstfeste Stähle hauptsächlich aus Tata Steels Werk im niederländischen IJmuiden weiter, unter anderem für Kunden aus der Automobil-, Weißwaren- und Bauindustrie. Mit Hilfe einer modernen Produktionsanlage schneiden sie die Stahlcoils in Bänder und Bleche verschiedener Größen, die es zum Beispiel ermöglichen Pressteile, Profile und Rohre herzustellen.

„Unser Weg zur CO2-Neutralität begann 2022 mit einem interdisziplinären Team, das den CO2-Fußabdruck unseres Standorts kartiert hat, um mögliche Einsparpotenziale zu ermitteln“, so Alván Peña weiter.

Seitdem stellte der Standort zunächst auf CO2-neutrales Flüssiggas um und begann in der Folge, ausschließlich CO2-neutrale Treibstoffe zu verwenden. Gemeinsam mit dem Einkauf in IJmuiden sorgte man in Gelsenkirchen zudem dafür, dass heute ausschließlich erneuerbare Energien von einem regionalen Energieversorger bezogen werden.

„Diese drei Schritte haben dafür gesorgt, dass unser Standort nun das Zertifikat für CO2-Neutralität erhalten hat. Für uns ist das eine riesiger Meilenstein“, erklärt Alván Peña.

Der Erfolg in Gelsenkirchen steht im Einklang mit dem Ziel von Tata Steel Nederland, bis 2045 vollständig CO2-neutral zu wirtschaften. „Neben unseren Großprojekten wie der Umstellung auf die Produktion von grünem Stahl in IJmuiden, arbeiten wir auch in anderen Bereichen daran ein nachhaltiger operierendes Stahlunternehmen zu werden“, erläutert Gunilla Saltin, Vorstandsmitglied von Tata Steel Nederland und Managing Director von dessen Downstream-Geschäft.

„Unser Streben nach Nachhaltigkeit in unserer nachgelagerten Lieferkette birgt großes Potenzial und wir freuen uns, dass unsere Kollegen in Gelsenkirchen einen großen Schritt in diese Richtung gemacht haben. Wir arbeiten weiter daran, dass auch die anderen Standorte des Downstream-Geschäfts CO2-neutral werden.“

Mit Blick auf die Zukunft möchte das Service Center Gelsenkirchen verstärkt die Themen verbesserte Kreislaufwirtschaft und Energieunabhängigkeit sowie die Reduzierung von Abfall und seinem Papierverbrauch in den Fokus nehmen. So wurden zum Beispiel im März 2024 Ladestationen für Elektrofahrzeuge installiert und man arbeitet an der Einführung des umweltfreundlichen Lieferprogramms Zeremis® Delivered, das Tata Steel Nederland im November 2023 eingeführt hat. Dieses ermöglicht es Kunden, ihre Scope 3-Emissionen1) sowie andere Emissionen zu reduzieren, die mit dem Stahltransport verbunden sind. 

Aktuell steht es Kunden zur Verfügung, die sich in einem Umkreis von 300 Kilometern von den Tata Steel-Standorten in den Niederlanden und Belgien befinden – damit auch für Kunden in Deutschland, die sich innerhalb dieses Radius befinden. Darüber hinaus untersucht das Service Center Gelsenkirchen, inwiefern es seinen Lieferanten ermöglichen kann, LKW zu nutzen, die mit fossilfreier Energie betrieben werden.

1) Die Treibhausgasemissionen werden im GHG Protocol in drei Gruppen beziehungsweise „Scopes“ unterteilt. Scope 1 umfasst direkte Emissionen aus eigenen oder kontrollierten Quellen. Scope 2 umfasst indirekte Emissionen aus der Erzeugung von eingekauftem Strom, Dampf, aus Wärme und Kälte, die vom berichtenden Unternehmen verbraucht werden. Scope 3 umfasst alle anderen indirekten Emissionen, die in der Wertschöpfungskette eines Unternehmens entstehen.

(Quelle: Tata Steel)

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