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Die Werke von thyssenkrupp Electrical Steel in Gelsenkirchen und Isbergues stellen kornorientiertes Elektroband her – ein unverzichtbares Schlüsselmaterial unter anderem für Transformatoren in Umspannwerken und Windkraftanlagen. Aufgrund massiv gestiegener niedrigpreisiger Importe, insbesondere aus Asien, werden beide Standorte ab Mitte Dezember bis Jahresende vollständig geschlossen. - Photo: thyssenkrupp Steel
11.12.2025

thyssenkrupp Electrical Steel: Temporäre Betriebsstillstände in Deutschland und Frankreich

thyssenkrupp Electrical Steel (tkES) wird seine Produktion im laufenden Geschäftsjahr reduzieren und teilweise stilllegen.

Ab Mitte Dezember werden die Werke in Gelsenkirchen und im französischen Isbergues bis zum Jahresende vollständig geschlossen. Darüber hinaus wird der Standort Isbergues ab Januar für mindestens vier Monate nur mit 50 Prozent seiner Gesamtkapazität produzieren. Das Tochterunternehmen von thyssenkrupp Steel reagiert damit auf massiv gestiegene, niedrigpreisige Importe insbesondere aus Asien.

Der europäische Markt für kornorientiertes Elektroband steht derzeit unter starkem Druck. Grund sind ungebremst steigende Importmengen zu Preisen, die deutlich unter den durchschnittlichen Produktionskosten in der EU liegen. Die Importe haben sich seit 2022 verdreifacht und sind in 2025 nochmals um 50 Prozent angestiegen.

Diese Entwicklungen haben zu einer dramatischen Veränderung der Auftragsvolumina und somit zur erheblichen Unterauslastung der europäischen Produktionsanlagen geführt. In der Folge sind akute Maßnahmen zur wirtschaftlichen Stabilisierung des Betriebs unverzichtbar. Dabei bleibt der Markt für kornorientiertes Elektroband attraktiv: Marktstudien zufolge verdreifacht sich der globale Bedarf bis 2050.

Marie Jaroni, CEO von thyssenkrupp Steel Europe:
Kornorientiertes Elektroband ist für die europäische Energieinfrastruktur und die Energiewende unverzichtbar. Wir setzen uns nachdrücklich für die Aufrechterhaltung der Produktion in Europa ein und bemühen uns derzeit um einen wirksamen Marktschutz, um faire Wettbewerbsbedingungen für dieses strategisch wichtige Produkt zu gewährleisten. Es geht dabei auch um rund 1.200 qualifizierte Arbeitsplätze,m die wir an unseren Standorten in Gelsenkirchen und Isbergues sichern wollen.“

Die schnelle Umsetzung effizienter und angemessener Handelsschutzmaßnahmen auf europäischer Ebene würde dazu beitragen, die Auslastung an beiden Standorten wieder auf ein tragbares Niveau zu erhöhen. Zugleich müssen die Maßnahmen aber auch weitverarbeitende Unternehmen aus der Wertschöpfungskette schützen, die ebenfalls unter einem zunehmenden unfairen Wettbewerb leiden.

thyssenkrupp Electrical Steel ist weiterhin bestrebt, seine Kunden nach höchsten Standards zu bedienen und die langfristige Zukunft der Produktion von kornorientiertem Elektroband in Europa zu sichern.

thyssenkrupp Electrical Steel ist einer von zwei verbliebenen europäischen Herstellern von kornorientiertem Elektroband, einem Spezialwerkstoff für die Energiewirtschaft. Das Material wird u. a. für Transformatoren in Umspannwerken und Windkraftanlagen benötigt. Generell für den Transport von Strom, von den Kraftwerken, wo er erzeugt wird, bis zur heimischen Steckdose.

Ohne effizientes Elektroband aus Stahl ist der Prozess nicht möglich, der Werkstoff ist nicht ersetzbar. Damit dieser Transport möglichst effizient und verlustarm funktioniert, werden spezielle Güten, sogenannte Top Grades, benötigt, die in einem technologisch aufwändigen Verfahren produziert werden.

thyssenkrupp Electrical Steel ist weltweit einer der wenigen Hersteller solcher Top Grades und damit in der Strom-Wertschöpfungskette ein wichtiger Technologiepartner. Kornorientiertes Elektroband ist auch für die Energiewende unverzichtbar:

Eine europäische Produktionsbasis trägt zu einer resilienten und sicheren Energieversorgung bei und ist somit für die strategische Autonomie Europas von Bedeutung.

(Quelle: thyssenkrupp Steel)

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