Technik
thyssenkrupp Steel hat eine neue Spaltanlage in Motta Visconti, Italien, in Betrieb genommen. Die Anlage ist Teil der Investitionen des Unternehmens in die Elektromobilität und ermöglicht die Herstellung von hocheffizienten Elektrobändern für die Automobilindustrie. - Foto: thyssenkrupp Steel
04.03.2024

thyssenkrupp Steel fährt neue Spaltanlage an

thyssenkrupp Steel hat eine neue Spaltanlage in Motta Visconti, Italien, in Betrieb genommen. Die Anlage ist Teil der Investitionen des Unternehmens in die Elektromobilität und ermöglicht die Herstellung von hocheffizienten Elektrobändern für die Automobilindustrie.

Die neue Anlage kann bis zu 500 Meter Material pro Minute spalten und ermöglicht es thyssenkrupp Steel, die Produktionskapazität von Elektroband am Standort Motta Visconti zu verdoppeln.

Sie ist vor allem darauf ausgelegt, sehr anspruchsvolles, besonders dünnes Elektroband – ab einer Dicke von 0,2 Millimetern – zu zerteilen: Dieses Material wird bei Stanzern weiterverarbeitet und schließlich in Hochleistungs-Traktionsmotoren von Elektrofahrzeugen verbaut.

Investition in Kompetenzen der Energiewende

Außerdem verfügt die Anlage über eine hochmoderne, lasergesteuerte Messeinheit, die die Materialdicke und -breite kontinuierlich misst, sowie eine Komponente zum Schneiden von Produkten mit besonders empfindlichen Beschichtungen, beispielsweise Klebe-Isolationslacken.

Mit dieser Investition stärkt thyssenkrupp Steel seine Kompetenzen für die Mobilitäts- und Energiewende. Im Rahmen seiner Strategie 20-30 baut das Unternehmen vor allem den Standort Bochum mit Investitionen im niedrigen dreistelligen Millionenbereich kontinuierlich zum Kompetenzzentrum Elektromobilität um. Mit Investitionen an weiteren Standorten wie Motta Visconti komplettiert das Stahlsegment von thyssenkrupp sein E-Mobilitätsportfolio.

Roberto Briano, Geschäftsführer thyssenkrupp Electrical Steel Italia:
„Die neue Anlage ersetzt eine bestehende, mehr als 30 Jahre alte Anlage und wurde gebaut, um die höhere Nachfrage unserer Kunden nach besonders hochwertigen Elektrobändern bedienen zu können.“

Miguel Arrabal, Leiter des Geschäftsfelds Nicht-kornorientiertes Elektroband (NO) bei thyssenkrupp Steel, erklärt:
„Ohne Stahl, keine Energie- und Mobilitätswende. Elektrobänder aus dem Hause thyssenkrupp sind unser Beitrag für eine nachhaltige und effiziente Mobilität. Mit der neuen Spaltanlage stärken wir unsere Position als führender Anbieter von innovativen Werkstofflösungen für die Elektromobilität. Wir sind stolz darauf, unseren Kunden in Italien sowie in angrenzenden Regionen Produkte anbieten zu können, die den höchsten Anforderungen entsprechen. Wir begleiten hiermit als führender europäischer Hersteller von Elektroband unsere Kunden bei der Transformation der Mobilität hin zu elektrischen Antrieben.“

Neue Stahlgüte für mehr Reichweite in der Elektromobilität

Die neue Anlage in Motta Visconti ist auch in der Lage, die neueste Güte aus dem Hause thyssenkrupp Steel, NO25, zu spalten, die sich mit einer Dicke von 0,25 mm durch hervorragende magnetische Eigenschaften auszeichnet, wie z. B. einem garantierten Umwandlungsverlust von nur 12,5 W/kg.

Dieser so genannte Ummagnetisierungsverlust wird durch die Blechdicke, die Legierung und den Fertigungsprozess des Materials beeinflusst und ist eine wichtige Eigenschaft des Elektrobands: Er bestimmt, wie effektiv ein Motor die elektrische Energie nutzt und in Rotationsenergie umwandelt. Ein geringer Ummagnetisierungsverlust bedeutet einen hohen Wirkungsgrad des Motors.

Ein höherer Wirkungsgrad ermöglicht es einem Elektroauto, mit einer Batterieladung mehr Kilometer zu fahren oder die Batteriekapazität bei gleicher Reichweite zu reduzieren. Damit reduzieren sich das Gewicht der Batterie und somit des Fahrzeugs – und infolgedessen die Produktionskosten des Automobilherstellers.

Als Folge der Elektrifizierung der Mobilität steigt die Nachfrage nach hoch anspruchsvollen und besonders dünnen Produkten mit hohem Siliziumgehalt, wie sie thyssenkrupp Steel unter dem Markennamen powercore® Traction anbietet.

Arrabal fügt an:
„Wir freuen uns darüber, unsere Kunden mit Produkten wie unserem NO25 im Rahmen der Transformation zur E-Mobilität begleiten zu können.“

Dabei seien alle Produkte auch als bluemint® erhältlich, dem CO2-reduzierten Stahl von thyssenkrupp Steel, der die Nachhaltigkeit des Werkstoffs noch einmal steigere.

Die neuen Elektroband-Sorten wird thyssenkrupp Steel auch auf der Coiltech 2024 vorstellen, der internationalen Fachmesse für die Spulen- und Motorenindustrie, die in diesem Jahr vom 20. bis 21. März in Augsburg stattfindet.

(Quelle: thyssenkrupp Steel)

Schlagworte

AntriebAutomobilBlechBochumCO2ElektrifizierungElektrobandElektromobilitätEnergieEnergiewendeEssenEUIndustrieINGInvestitionItalienMesseNachhaltigkeitProduktionStahlStrategieTransformationUnternehmenWerkstoff

Verwandte Artikel

Primetals Technologies wird eine Pelletieranlage, drei Pfannenöfen und zwei RH-Entgaser an SAIL IISCO liefern. Das Foto zeigt Vertreter beider Unternehmen bei der Vertragsunterzeichnung.
05.03.2026

SAIL IISCO kooperiert mit Primetals Technologies

Steel Authority of India Limited (SAIL), ein führender indischer Stahlproduzent, erweitert sein IISCO-Stahlwerk in Burnpur und wählte dafür Primetals Technologies als Lie...

Anlagen Antrieb Deutschland Digitalisierung Draht EU Greenfield-Projekt HZ Indien Industrie ING KI Legierungen Lieferung Ltd Ltd. Metallurgie Optimierung Partnerschaft Primetals Produktion Prozessoptimierung Sensoren Spezialstahl Stahl Stahlindustrie Stahlwerk Steuerung Temperatur Unternehmen USA Vakuumpumpe Zusammenarbeit
Mehr erfahren
David Algermissen, Abteilungsleiter Sekundärrohstoffe/Schlackenmetallurgie im FEhS – Institut für Baustoff-Forschung, welches das Projekt koordiniert hat: „Die Arbeiten mit diesem großartigen Konsortium waren sehr erfolgreich. Es konnte sowohl Basiswissen rund um die Elektroroheisenschlacke aufgebaut werden bis hin zu Pilotversuchen zur Erzeugung von Hüttensand 2.0 im Tonnenmaßstab und die Prüfung im Zement und Beton. Nächste Schritte sind die normativen und rechtlichen Rahmenbedingungen, damit das Material auch zeitnah seinen Weg in den Markt finden kann, sobald die Schlacke bei thyssenkrupp entsteht.“ Das im Jahr 2021 gestartete Forschungsvorhaben „SAVE CO2“ von thyssenkrupp Steel, Heidelberg Materials, dem Institut für Technologien der Metalle der Universität Duisburg-Essen, Fraunhofer UMSICHT und FEhS-Institut wurde im Rahmen der Fördermaßnahme KlimPro-Industrie vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt sowie der Europäischen Union/NextGenerationEU gefördert und durch den DLR Projektträger betreut.
05.03.2026

Schlacken aus dekarbonisierter Stahlherstellung für Zement geeignet

Neue Schlacken, die bei der dekarbonisierten Stahlherstellung auf der Direktreduktionsroute im Einschmelzer entstehen, eignen sich als latent hydraulische Bindemittel in...

Bund CO2 CO2-Emissionen Direktreduktion Duisburg Einsatzstoffe Eisenschwamm Emissionen Energie Ergebnis Essen EU Forschung Forschungsprojekt Fraunhofer Hochofen Industrie ING Klima Metallurgie Produktion Roheisen Rohstoffe Schmelze Stahl Stahlherstellung Technik Thyssen thyssenkrupp Umwelt Wirtschaft
Mehr erfahren
Kerstin Maria Rippel, Hauptgeschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung Stahl
05.03.2026

Industrial Accelerator Act bleibt weit hinter dem Notwendigen zurück

Mit dem aktuell veröffentlichten Vorschlag zum Industrial Accelerator Act (IAA) stuft die Europäische Kommission die Stahlindustrie nun offiziell als strategischen Sektor...

Automotive Bund Energie Essen EU Industrie ING Investition Klima Klimaziel Klimaziele LED Lieferketten Nachhaltigkeit Produktion Stahl Stahlindustrie Transport Verteidigung Wirtschaft Wirtschaftsvereinigung
Mehr erfahren
Stefan Borgas, Chief Executive Officer
04.03.2026

RHI Magnesita Jahresergebnis 2025

RHI Magnesita, ein weltweit führender Anbieter von hochwertigen Feuerfestprodukten, -systemen und -lösungen, veröffentlicht die Jahresergebnisse zum 31. Dezember 2025.

Einsparung Entwicklung Ergebnis EU Feuerfest Feuerfestprodukte HZ ING Innovation Marktbedingungen Nachhaltigkeit Nordamerika Optimierung Produktion Recycling RHI Magnesita Strategie Transformation Unternehmen Vertrieb Wettbewerb
Mehr erfahren
Martin Reinke, Geschäftsbereichsleiter Digitale Services & E-Business
04.03.2026

DataConnecct von Nordwest erhält BSFZ-Siegel

Die Nordwest Handel AG stärkt ihre Position als innovationsgetriebener Partner im B2B-Handel: Das Verbundunternehmen hat die Online-Produktstammdatenplattform DataConnect...

Auszeichnung Automatisierung Bund Digitalisierung Entwicklung EU Forschung Getriebe Handel HZ ING Innovation Investition Nordwest Handel AG Service Unternehmen USA Wettbewerb Wirtschaft
Mehr erfahren