Wirtschaft News
Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident und Geschäftsführer der Wirtschaftsvereinigung Stahl - Photo: Stahl-Zentrum, Düsseldorf / Jakob Studnar
12.11.2021

Wichtiges Signal für transatlantischen Handel

Einigung im europäisch-amerikanischen Stahlstreit

In einer gemeinsamen Erklärung haben die Europäische Union und die USA die Abschaffung der US-Zölle nach Section 232 für Stahlimporte aus der EU bekannt gegeben. Zudem streben beide Handelspartner eine globale Vereinbarung zur Bekämpfung von CO2-Emissionen und der globalen Überkapazitäten in der Stahlindustrie an.

Dazu Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl: „Die Einigung der EU und den USA auf ein Ende der Strafzölle für Stahlimporte aus Europa ist eine wichtige und gute Nachricht für die Stahlindustrie in Deutschland und den internationalen Handel insgesamt. Wir erwarten jedoch auch, dass sich die Handelspartner auf einen verbindlichen Plan für eine schrittweise Liberalisierung der Maßnahmen bis zu ihrer vollständigen Abschaffung verständigen.“

Mit der Einigung können ab sofort festgelegte Mengen an EU-Stahllieferungen wieder zollfrei in die USA eingeführt werden. Zölle werden erst bei Überschreitung dieser Kontingente fällig. Für die Stahlindustrie in Deutschland sind die USA ein wichtiger Handelspartner. So wurden 2017, dem Jahr vor der Einführung der US-Stahlzölle, 4,8 Millionen Tonnen Stahl aus der EU in die USA geliefert. 1,4 Millionen Tonnen stammten dabei aus Deutschland. Kerkhoff weist darauf hin, dass das Problem von Handelsumlenkungen in den EU-Markt durch die Vereinbarung noch nicht gelöst ist: „Solange die US-Stahlzölle für andere Regionen der Welt fortbestehen, existiert weiterhin die Gefahr von Handelsumlenkungen. Daher bleibt das bestehende Sicherheitsnetz durch die EU-Safeguardmaßnahmen unverzichtbar.“

In den kommenden zwei Jahren soll zudem ein europäisch-amerikanisches Abkommen für eine nachhaltige Stahlindustrie auf den Weg gebracht werden. In einem ersten Schritt wollen die Handelspartner hierzu eine gemeinsame Methodik entwickeln.

„Die Bemühungen der Stahlunternehmen für eine CO2-arme Stahlproduktion müssen auch durch einen internationalen Rahmen begleitet werden. Daher ist die gemeinsame Verpflichtung für eine vertiefte Zusammenarbeit in den Bereichen Klimaschutz und Stahl-Überkapazitäten ein positives Signal und ein erster Schritt in Richtung eines möglichen Klimaclubs. Weitere Liberalisierungsschritte zum vollständigen Abbau der 232-Maßnahmen dürfen jedoch nicht an klimapolitische Fortschritte gekoppelt werden“, fordert der Verbandspräsident.

(Quelle: WV Stahl)

Schlagworte

ABBCO2CO2-EmissionenDeutschlandEmissionenEUHandelIndustrieINGKerkhoffKlimaKlimaschutzKontingenteLieferungProduktionStahlStahlindustrieStahllieferungenStahlproduktionStahlunternehmenUnternehmenUSAVereinbarungWirtschaftWVWV StahlZusammenarbeit

Verwandte Artikel

22.01.2026

Absichtserklärung für die langfristige Lieferung von Molybdän unterzeichnet

Greenland Resources Inc. (TSX:MOLY, FSE:M0LY) freut sich mitzuteilen, dass das Unternehmen eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding, “MoU”) für die langfristi...

Automobil Baumaschinen Bergbau Berlin CO2 CO2-Emissionen Deutschland Emissionen Energie Energiewirtschaft EU GMH Handel Inc. Industrie ING Italien Kanada Langprodukte Lieferung Maschinenbau Nachhaltigkeit Presse Produktion Recycling Rohstoffe Schrott Stahl Stahlindustrie Stahlproduktion Transport Umwelt Unternehmen USA Wirtschaft Zusammenarbeit
Mehr erfahren
Kerstin Maria Rippel, Hauptgeschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung Stahl
22.01.2026

Jahresbilanz der Stahlproduktion 2025

Viertes Krisenjahr in Folge - Verbandschefin Rippel: „2026 muss das Jahr der Standortsicherung werden!“

Asien Bund Deutschland Energie Entwicklung EU EU-Kommission Handel Industrie ING Investition KI Klima Politik Produktion Stahl Stahlerzeugung Stahlindustrie Stahlproduktion USA Wettbewerb Wirtschaft Wirtschaftsvereinigung
Mehr erfahren
21.01.2026

2026 wieder globaler Treffpunkt der internationalen Draht-, Kabel- und Rohrindustrien

Am 13. April 2026 ist es so weit: die Weltleitmessen der internationalen Draht-, Kabel- und Rohrindustrien, wire und Tube, öffnen ihre Tore in Düsseldorf.

Anlagen BRIC China Draht Düsseldorf Edelstahl Energie Energiewende Entwicklung Essen EU Handel Industrie ING Innovation Messe Nachwuchs Produktion Rohrbearbeitung Rohre Stahl Technik Tube Umformtechnik Wasserstoff Wasserstofftechnologie Werkstoff Werkstoffe Wire
Mehr erfahren
Kemper Produktpräsentation auf der diesjährigen FABTECH Show in Chicago.
21.01.2026

Kemper: CEO verlegt Standort in die USA

CEO Frederic Lanz wird seinen Wohn- und Arbeitsmittelpunkt in den US-Bundesstaat Michigan verlagern. Damit stärkt der Hersteller von Absaug- und Filteranlagen seine Präse...

Automation Automatisierung Bund Entwicklung EU Handel Industrie Innovation Lieferketten Nordamerika Steuerung Strategie Technik Umzug Unternehmen USA Verlag Wettbewerb Wirtschaft Zusammenarbeit
Mehr erfahren
Außenansicht des Stahlwerks Xiangtan Iron and Steel
21.01.2026

Primetals Technologies modernisiert MULPIC-Kühlstrecke

Xiangtan Iron and Steel, Chinas führender Hersteller von Grobblech für anspruchsvolle und intensive Anwendungen, beauftragte Primetals Technologies mit der Modernisierung...

Automatisierung Blech Bleche China Energie EU Grobblech Inbetriebnahme ING Konstruktion Legierungen Ltd Ltd. Modernisierung Optimierung Partnerschaft Produktion Prozessautomatisierung Prozesssteuerung Steuerung Temperatur Walzwerk Wasserstoff
Mehr erfahren