Trendthema
Vertragsunterzeichnung in Salzgitter: Die Partner auf dem Werksgelände der Salzgitter Flachstahl GmbH. von links, Friedrich Ellebrecht (Salzgitter-Konzern), Dr. Matthias Gierse (Waelzholz),  Ulrich Grethe (Salzgitter-Konzern), Marcus Englberger (Waelzholz), Martin Scharf (Salzgitter-Konzern), Markus Schmidt (Waelzholz) - Photo: Salzgitter G
20.07.2022

CO₂-armer Bandstahl

Die Salzgitter AG und die Waelzholz Gruppe haben einen Partneringvertrag über die gemeinsame Weiterentwicklung und Lieferung von CO₂-armem Bandstahl zunächst bis 2028 abgeschlossen. Das Ziel der beiden Unternehmen ist es, gemeinsam eine führende Rolle im Transformationsprozess der Stahlindustrie hin zur Dekarbonisierung zu übernehmen.

Mit dieser Partneringvereinbarung über die Lieferung von Bandstahl mit reduziertem CO₂-Fußabdruck intensivieren die Partner ihre bereits über Jahrzehnte währende enge Zusammenarbeit.

Für den Salzgitter-Konzern erklärt Ulrich Grethe, Geschäftsbereichsleiter Stahlerzeugung:
„Wir freuen uns außerordentlich, diesen wichtigen Schritt in Richtung Klimaschutz gemeinsam zu gehen. In Zusammenarbeit mit Waelzholz werden wir ein immer breiteres Portfolio an CO2-armen Güten entwickeln und produzieren. Auch mit dieser Partneringvereinbarung bestätigen wir die Vorreiterposition in den sich bildenden Märkten für grünen Stahl.“

Dr. Matthias Gierse, kaufmännischer Geschäftsführer der Waelzholz Gruppe, erläutert:
„Der Abschluss des Partneringvertrages ist ein weiterer Schritt in der Waelzholz-Strategie, unserer Verantwortung in Bezug auf Nachhaltigkeit gerecht zu werden. Zudem verzeichnen wir bei unseren Kunden eine deutliche Nachfrage nach Werkstoffen, die in ihrer Herstellung möglichst wenig CO₂-Emissionen verursachen. Im intensiven technologischen Austausch mit Salzgitter können wir unsere Erfahrungen in der Weiterverarbeitung auf metallurgischer Ebene detailliert und schnell zurückspiegeln. Auf diese Weise
lassen sich CO₂-arme Werkstoffe mit unserem gemeinsamen hohen Qualitätsanspruch zügig für eine Serienfertigung optimieren.“

Die CO₂-reduzierten Stähle entstehen bei der Salzgitter AG auf einer speziellen Elektroofenroute, bei der im Vergleich zur klassischen Hochofenroute je nach Produkt zurzeit um
die 71 Prozent CO₂-Emissionen vermieden werden.

Dr. Gierse:
„Im Sommer 2021 erhielten wir als erster Kunde der Salzgitter AG Bandstahl aus dieser Produktionsroute. Seither haben wir bereits gemeinsam das Gütenspektrum erweitert und treffen damit den Bedarf vieler Kunden und Endverbraucher.“

Der bei weitem größte Anteil des CO2-Fußabdrucks von kaltgewalzten Bandstählen, wie sie Waelzholz herstellt, entsteht bereits bei der Vormaterialherstellung. Daher hat die Reduzierung auf der Ebene der Stahlherstellung in der Gesamtbetrachtung eine so große Bedeutung.

Um die CO₂-Emissionen in der Stahlproduktion weiter massiv zu senken, stellt die Salzgitter AG die Produktion von Stahl schrittweise im Rahmen des Transformationsprogramms SALCOS® – Salzgitter Low CO₂-Steelmaking auf eine wasserstoffbasierte Route um. Im Unterschied zu bisherigen Verfahren mit Hochöfen ersetzen dabei Wasserstoff und grüner Strom den bisher zur Stahlherstellung benötigten Kohlenstoff. Die Salzgitter AG plant, über dieses Verfahren die CO₂-Emissionen in der Stahlproduktion sukzessive auf weniger als fünf Prozent der ursprünglichen Emissionen zu reduzieren.

(Quelle: Salzgitter AG)

 

Schlagworte

CO2DekarbonisierungEmissionenEntwicklungEUHochofenIndustrieINGKlimaKlimaschutzLieferungNachhaltigkeitProduktionSalzgitterSalzgitter AGStahlStahlerzeugungStahlherstellungStahlindustrieStahlproduktionStrategieTransformationTransformationsprozessUnternehmenUSAVereinbarungWasserstoffWasserstoffbasiertWerkstoffWerkstoffeZusammenarbeit

Verwandte Artikel

Laborversuch im 1-kg-Maßstab
29.09.2026

Outokumpu stellt EvoMaterials vor

Proprietäre Technologieplattform für die Herstellung CO₂-armer hochangereicherter Metalle – auf dem Weg zur Pilotproduktion

Bund Chrom DSV Emissionen Entwicklung EU Europa Forschung HZ Industrie ING Innovation KI Klima Legierungen Lieferketten Outokumpu Patent Produktion Projektmanagement Unternehmen USA Vereinbarung Verteidigung Vorstand Werkstoff Werkstoffe Wettbewerb Wirtschaft
Mehr erfahren
28.09.2026

steelbuy: Neue Plattform von tk accelis in den USA gestartet

Die Plattform unterstützt die Strategie von tk accelis, in Nordamerika zu expandieren und die Digitalisierung von Lieferketten voranzutreiben

Aluminium Blech Bleche Coils Digitalisierung Edelstahl EU Handel Industrie ING Lieferketten Modernisierung Nordamerika Service Stahl Stahlhandel Stahlindustrie Stahlwerk Strategie Tk accelis Unternehmen USA Verkauf Verlag Vertrieb
Mehr erfahren
25.09.2026

CO₂-Rechnung für Stahl könnte sich verdoppeln

EUROFER schätzt, dass die steigenden EU-CO₂-Abgaben den konventionellen Hochofenstahl nach 2030 drastisch verteuern werden

Dekarbonisierung Emissionen Energie Entwicklung Essen EU EUROFER Europa Handel Hochofen HZ IBU Importe Industrie ING Investition Klima Klimaneutraler Stahl Messe Schrott Transformation Unternehmen Verkauf Verlag Wettbewerb Wirtschaft Zahlen Zertifikat
Mehr erfahren
24.09.2026

Rohstahlerzeugung im August 2026: Weiterhin verhaltene Erholung

Die Rohstahlproduktion in Deutschland hat im August 2026 mit einem Plus von 1,7 Prozent im Vorjahresvergleich nur leicht zugelegt.

Deutschland EU Hochofen ING Konverter Produktion Rohstahlproduktion Schrott Stahl Stahlerzeugung Stahlproduktion Wirtschaft Wirtschaftsvereinigung
Mehr erfahren
Nicklas Magnusson, Leiter Sustainability & Safety bei Ovako
23.09.2026

Erstellung von Umweltproduktdeklarationen optimieren

Mit seiner digitalen Lösung kann Ovako, ein skandinavische Stahlhersteller, Umwelt-Produkt-Deklarationen (EPD) für Stahlprodukte in nur wenige Minuten erstellen.

Emissionen Energie Ergebnis Essen EU IBU Industrie ING KI Lieferketten Ltd Nachhaltigkeit Ovako Produktion Produktionsprozess Rohstoffe Spezialstahl Stahl Transport Umwelt Umweltproduktdeklaration USA Zusammenarbeit
Mehr erfahren