Wirtschaft
Aus den Planungsunterlagen zum neuen Hochtemperaturtunnelofen am Steuler-Standort Höhr-Grenzhausen - Photo: Steuler
04.05.2023

Die nächste Millioneninvestition wirft ihre Schatten voraus

Nachdem die Steuler-Gruppe erst 2021 Millionen in einen neuen Tunnelofen in der Produktion keramischer Werkstoffe in Höhr-Grenzhausen investiert hatte, haben nun die Baumaßnahmen für einen weiteren neuen Ofen begonnen.

Am Produktionsstandort Höhr-Grenzhausen entsteht ein effizienter, 80 Meter langer Hochtemperatur-Tunnelofen, der mit Brenntemperaturen zwischen 1.430 und 1.650 °C arbeiten wird. Er ersetzt drei diskontinuierlich arbeitende Herdwagenöfen, die im Energieverbrauch deutlich ineffizienter arbeiten, als ein kontinuierlich laufender Tunnelofen. Insbesondere bei der Herstellung von Hochwertprodukten, die bei Temperaturen bis zu 1.650°C gebrannt werden, sinkt der spezifische Gasverbrauch pro Tonne deutlich.

Bei dieser Investition in Höhe von 6.3 Mio. Euro handelt es sich um eine weitere Energieeffizienzmaßnahme, die die Produktion feuerfester Spezialsteine bei Steuler auf Dauer zukunftsfähig machen wird. Gleichzeitig erhöht Steuler mit dieser Investition die Kapazität der Feuerfestproduktion um ca. 15.000 Jahrestonnen. Die Erhöhung der Leistungskraft wurde notwendig aufgrund wachsender Aufträge aus der in der grünen Transformation befindlichen Stahlindustrie, in der Steuler als Technologieführer unter anderem für die Auskleidung von Direktreduktionsanlagen gilt.

Um die laufende Produktion nicht zu gefährden, finden die Baumaßnahmen in verschiedenen, eng aufeinander abgestimmten, Teilabschnitten statt:

In einem ersten Schritt wurde 2020 eine alte Ofenanlage abgerissen. Über dem Begehkanal, der an dieser Stelle zurückblieb und weiter genutzt wird, entsteht ab Mai 2023 ein Fundament für den neuen Hochtemperatur-Tunnelofen inklusive Ofengleisen. Außerdem erfährt die Halle derzeit eine aufwändige Generalsanierung – hier befinden sich teilweise Stahlstützen, die über 100 Jahre alt sind.

Parallel zu den Arbeiten an der Infrastruktur hat der Ofenbauer Riedhammer (Nürnberg) bereits mit der Planung und Herstellung des neuen Hochtemperaturofens begonnen. Er wird ab Juni 2023 in fertig gemauerten Modulen angeliefert, die in Höhr-Grenzhausen vor Ort zusammenmontiert werden.

Erst sobald der neue Ofen installiert und erfolgreich in Betrieb gegangen ist (voraussichtlich im November 2023), wird einer der alten Herdwagenöfen abgeschaltet und demontiert. An seiner Stelle wird später ein Durchlauftrockner stehen, der mit der Abwärme des neuen Ofens betrieben wird und die Produkte vortrocknen wird. Die durchdachte Positionierung beider Anlagen hintereinander ermöglicht künftig eine effektive und effiziente Beschickung des Ofens.

Die Fertigstellung des gesamten Projektes ist für März 2024 vorgesehen.

(Quelle: Steuler-Gruppe)

Schlagworte

AnlagenDirektreduktionEnergieEnergieeffizienzEUHandelIndustrieInvestitionProduktionSanierungStahlStahlindustrieSTEULER-KCH GmbHTemperaturTransformationUSAWerkstoffWerkstoffe

Verwandte Artikel

Luftbild des Moselstahlwerks in Trier
08.09.2026

Technische Ausrüstung des Moselstahlwerks Trier steht zum Verkauf

Die Anlagentechnik des gesamten schmelzmetallurgischen und Stranggießbereichs werden weltweit Investoren zum Kauf angeboten.

Anlagen Asien Danieli Draht Essen EU Indien ING Lichtbogenofen Messung Metallurgie Modernisierung Produktion Produktionsprozess Schmelze Schmelzen Schrott Stahl Stahlherstellung Stahlproduktion Stahlwerk Strangguss Tenova Verkauf Verlag
Mehr erfahren
Projektauftakt, v.l.n.r. hinten: Andreas Zaremba, Leiter TGA, Ilsenburger Grobblech GmbH, Sebastian Böhm, Entwicklungsingenieur, Ilsenburger Grobblech GmbH, Uwe Zischkale, Abteilungsleiter 3 Energie, Nachhaltigkeit, Strukturwandel, Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt; v.l.n.r. vorn: Dr. Robert Kühn, Vorsitzender der Geschäftsführung, Ilsenburger Grobblech GmbH, Denis Loeffke, Bürgermeister Stadt Ilsenburg, Dr. Franziska Sondej, Energiesysteme und Infrastrukturen, Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF, Andreas Künne, Energiemanager, Ilsenburger Grobblech GmbH
07.09.2026

Vorstudie in Ilsenburg startet

Mit dem Projektauftakt in der Stadtverwaltung Ilsenburg startet die Vorstudie „Smart Industry Orchestration Ilsenburg“.

Automatisierung Blech Bleche Bund Energie Entwicklung Ergebnis EU Fraunhofer Grobblech HZ Ilsenburger Grobblech GmbH Industrie ING Klima Klimaschutz Nachhaltigkeit Politik Produktion Produktionsprozess Sachsen Stahl Stahlindustrie Stahlproduktion Studie Transformation Umwelt Unternehmen USA Wettbewerb Wirtschaft Wirtschaftsstandort
Mehr erfahren
Neue Warmrichtmaschine in Mühheim
07.09.2026

Salzgitter AG nimmt Warmrichtmaschine in Betrieb

Die Anlage im Werk der Salzgitter Mannesmann Grobblech GmbH (Mülheim a. d. R.) unterstreicht die Rolle des Salzgitter-Konzerns als Partner für Infrastruktur im Zukunft...

Anlagen Anlagenbau Blech Bleche DSV Energie Energiewende Entwicklung Essen EU Gesellschaft Grobblech HZ Inbetriebnahme ING Investition Montage Offshore Produktion Salzgitter Mannesmann Grobblech GmbH Stahl Technik USA Vorstand Wettbewerb Zusammenarbeit
Mehr erfahren
04.09.2026

Acciaierie Venete nimmt weitere Einzelstab-Richtanlage in Betrieb

Die fortschrittliche SBQ-Endbearbeitungstechnologie wurde von Danieli im Werk Padua implementiert. Sie garantiert hochwertigen Stabstahl und steigert die betriebliche Eff...

Automation Automatisierung Betriebssicherheit Danieli EU Inbetriebnahme Industrie ING Instandhaltung Italien KI Messe Produktion Prozessleitsystem Service Stahl Strategie Unternehmen USA Zusammenarbeit
Mehr erfahren
03.09.2026

WV Stahl: Zuschuss zu Netzentgelten muss erhalten bleiben

Die Bundesregierung hat eine Neuregelung des Zuschusses zu den Übertragungsnetzentgelten beschlossen. Kerstin Maria Rippel, Hauptgeschäftsführerin der WV Stahl, bewertet...

Bund Energie EU Industrie Stahl Wirtschaft Wirtschaftsvereinigung
Mehr erfahren