Die Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH (HKM) nehmen am heutigen Tag die Batterie 2 der Kokerei außer Betrieb. Diese schrittweise Stillegung ist Teil des Transformationspfades der HKM auf dem Weg zu einer weitestgehend klimaneutralen Stahlerzeugung. Ab 2029 soll am Standort Duisburg ein moderner Elektrolichtbogenofen die bisherige Produktionsroute grundlegend verändern. Seit Juli 2026 ist HKM vollständig Teil des Salzgitter-Konzerns. Mit der Integration in den Konzern und der geplanten neuen Anlagenwelt wird der Standort Duisburg schrittweise auf eine klimafreundlichere Stahlproduktion ausgerichtet.
Geordnete Außerbetriebnahme mit Fokus auf Sicherheit und Umwelt
Die Außerbetriebnahme der Batterie 2 erfolgt schrittweise und kontrolliert. Zunächst wird die Produktion heruntergefahren, bis alle Öfen der Batterie leer sind. Anschließend werden die Leitungen kontrolliert gasfrei gemacht und von weiterbetriebenen Anlagenteilen getrennt. Im weiteren Verlauf wird der Bereich baulich gesichert. Teile der Batterie werden verfüllt und verstärkt, damit angrenzende betriebliche Abläufe weiterhin sicher erfolgen können. Bei allen Maßnahmen stehen die Sicherheit der Beschäftigten, der Umwelt- und Nachbarschaftsschutz sowie ein geordneter technischer Ablauf im Mittelpunkt.
Batterie 1 bleibt weiter in Betrieb
Die Kokerei bleibt in der Transformationsphase weiterhin ein wichtiger Bestandteil des Standortes. Die Batterie 1 wird weiter betrieben und stellt die Versorgung mit Koks in der erforderlichen Qualität und Menge sicher. Damit bleibt die Kokerei auch nach der Außerbetriebnahme von Batterie 2 Teil der laufenden Produktion bei HKM. Zugleich werden die Prozesse auf den veränderten Bedarf und die nächsten Schritte der Transformation ausgerichtet.
„Ein bedeutender Einschnitt – und ein Schritt nach vorn“
Andreas Betzler, Sprecher der Geschäftsführung der HKM, ordnet die Außerbetriebnahme als wichtigen Schritt im Wandel des Unternehmens ein:
„Die Außerbetriebnahme der Batterie 2 ist ein bedeutender Einschnitt für HKM und für viele Menschen, die über Jahrzehnte mit dieser Anlage verbunden waren. Diese Batterie steht für industrielle Leistungsfähigkeit, technisches Können und den Einsatz ganzer Generationen von Kolleginnen und Kollegen. Zugleich ist dieser Schritt Teil unseres Weges nach vorn: Wir richten HKM für eine neue, klimafreundlichere Produktionswelt aus. Als vollständig in den Salzgitter-Konzern integriertes Unternehmen gestalten wir jetzt die nächste Etappe unseres Standortes.“
Mehr als vier Jahrzehnte zuverlässige Koksproduktion
Die Koksofenbatterie 2 war seit ihrer Inbetriebnahme im Jahr 1984 über mehr als vier Jahrzehnte ein zentraler Bestandteil der Produktionsroute bei HKM. Bei ihrer Inbetriebnahme war sie die größte und eine der modernsten Einzelbatterien weltweit. Mit einer Jahresleistung von rund 1,1 Millionen Tonnen Koks versorgte Batterie 2 die Hochöfen zuverlässig mit hochwertigem Koks. Insgesamt wurden auf der Anlage knapp 45 Millionen Tonnen Koks produziert. Damit hat Batterie 2 deutlich länger und leistungsfähiger gearbeitet, als ursprünglich erwartet.
„Die Leistung der Mannschaft hat diese Anlage geprägt“
Benedikt Kopietz, Leiter der Kokerei bei HKM, würdigt die technische und menschliche Leistung hinter der langen Betriebszeit der Batterie:
„Batterie 2 hat über 42 Jahre zuverlässig geliefert und das deutlich länger, als ursprünglich erwartet. Das ist nicht nur eine technische Leistung, sondern vor allem das Ergebnis der Sorgfalt, Erfahrung und Verantwortung unserer Mannschaft. Jetzt nehmen wir eine Batterie außer Betrieb, führen die Kokerei aber mit Batterie 1 weiter und richten unsere Prozesse auf die nächsten Schritte der Transformation aus. Unsere Kolleginnen und Kollegen zeigen damit erneut, wie viel Kompetenz und Anpassungsfähigkeit in diesem Bereich steckt.“
Teil des Transformationspfades der HKM
Hintergrund der Außerbetriebnahme ist die Neuausrichtung der Produktionsroute bei HKM. Im Zuge der Transformation sinkt der Bedarf an Koks und Roheisen. Mit dem geplanten Elektrolichtbogenofen soll künftig stärker auf Schrott und Strom gesetzt werden.
Ziel ist es, den Standort Duisburg langfristig für eine weitestgehend klimaneutrale Stahlerzeugung aufzustellen. Die Außerbetriebnahme der Batterie 2 markiert damit das Ende eines wichtigen Kapitels der bisherigen Anlagenwelt und zugleich einen weiteren Schritt auf dem Weg in die industrielle Zukunft der HKM.
(Quelle: Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH)
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