Unternehmen News
Viele Unternehmen irritiert laut WSM (Foto Hauptgeschäftsführer Christian Vietmeyer) die geringe Berücksichtigung des industriellen Mittelstands im Koalitionsvertrag - Photo: Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung (WSM) / Mourad ben Rhouma
03.12.2021

Industrieller Mittelstand – nur ein Randthema?

„Der Koalitionsvertrag enttäuscht etwas – es gibt gute Ansätze, aber die Mittelstandspolitik ist nur ein Randthema“, bedauert Christian Vietmeyer, Hauptgeschäftsführer des Wirtschaftsverbands Stahl- und Metallverarbeitung (WSM).

Der Verband vermisst zudem konkrete Lösungen: etwa zur Transformation hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft und Gesellschaft. Positiv: Betonung der Innovationskraft der Industrie Positiv bewertet der WSM, dass der Koalitionsvertrag die Bedeutung von Industrie und Innovationskraft unterstreicht. Auch dass er sich zum Industriestandort Deutschland bekennt und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen schaffen will, passt: 

„Den Klimawandel können wir nur mit der Industrie und ihren technischen Lösungen erfolgreich bekämpfen“, unterstreicht Vietmeyer.

Verfahrensbeschleunigung und Bürokratieabbau begrüßenswert – allerdings wenig Neues Der Verband begrüßt zudem die Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren. Davon dürfte der Mittelstand profitieren. Vom Bürokratieabbau ebenfalls – wenngleich der Vertrag hier wenig Neues bringt. Echten Mehrwert bietet die elektronische Lösung der Sozialversicherungsbescheinigung (A1) für Auslandsreisen. Abschaffung EEG-Umlage ist ein Fortschritt, reicht aber nicht Ein Fortschritt ist auch die Abschaffung der EEG-Umlage, die der unter hohen Energiekosten leidende industrielle Mittelstand seit Jahren fordert. Der Industriestrompreis ist längst nicht mehr wettbewerbsfähig.

Die Entlastung von staatlichen Abgaben und Umlagen reicht allerdings nicht: „Leider hat die Politik die Chance verpasst, das Brennstoffemissionshandelsgesetz – dessen CO2-Preis den produzierenden Mittelstand nur in Deutschland besonders belastet – in ein europäisches System zu überführen“, so der WSM-Hauptgeschäftsführer. Nur dadurch gäbe es zumindest in Europa faire Wettbewerbsbedingungen, die das Abwandern der Industrie verhindern. Mittelständische Unternehmen irritiert

„Der Koalitionsvertrag lässt hoffen. Aber viele Unternehmen irritiert die geringe Berücksichtigung des industriellen Mittelstands“, lautet das Fazit des WSM. „Wir werden daran arbeiten, dass diese Industrien bei der Umsetzung mehr als ein Randthema sein werden.“  

(Quelle: Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung (WSM))

Schlagworte

ABBCO2DeutschlandEnergieEssenEUGesellschaftHandelINGInnovationKlimaMetallverarbeitungPolitikStahlTransformationUnternehmenWettbewerbWirtschaftWSMWSM Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung e.V.

Verwandte Artikel

11.09.2026

Europäischer Konvoi bringt den Ruf der Industrie nach Wettbewerbsfähigkeit ins Herz von Brüssel

Mehr als 200 Industrievertreter, 15 LKW und 10 symbolische Industriesärge fordern den Erhalt der europäischen Produktion

ABB Anpassung Dekarbonisierung Energie Essen Europa Forschung Handel HZ Industrie ING Innovation Investition Klima Klimaschutz Klimaziel Klimaziele Logistik Metallverarbeitung Politik Produktion Stahl Transformation Umwelt Unternehmen Verlag Wettbewerb Wettbewerbsfähigkeit Wirtschaft
Mehr erfahren
Volker Fitz wurde zum CSO berufen
11.09.2026

Volker Fitz ist nun CSO der Eirich-Gruppe

Mit der neu geschaffenen Position des Chief Sales Officers (CSO) baut die EIRICH Gruppe ihre internationale Vertriebsorganisation strategisch aus

Asien Bund Eirich Entwicklung EU Europa Gesellschaft Partnerschaft Technik Unternehmen USA Vertrieb Zusammenarbeit
Mehr erfahren
09.09.2026

Polytec erwirbt Mehrheitsanteil an Green Project

Das italienische Unternehmen beteiligt sich mit 51 % an dem Hersteller von Markier- und Identifikationssystemen für die Stahlbranche.

Anlagen Automatisierung Digitalisierung Entwicklung Forschung Industrie Innovation Italien KI Produktion Produktionsprozess Prozessautomatisierung Stahl Stahlindustrie Strategie Übernahme Unternehmen Unternehmensstruktur Zusammenarbeit
Mehr erfahren
09.09.2026

Rohstahlerzeugung im Juli 2026: Aufwärtstrend gerät ins Stocken

Die Rohstahlproduktion in Deutschland ist aufgrund der anhaltend schwachen Nachfrage wieder ins Stocken geraten.

Deutschland Entwicklung EU Produktion Rohstahlproduktion Stahl Stahlerzeugung Stahlproduktion Wirtschaft Wirtschaftsvereinigung
Mehr erfahren
Luftbild des Moselstahlwerks in Trier
08.09.2026

Technische Ausrüstung des Moselstahlwerks Trier steht zum Verkauf

Die Anlagentechnik des gesamten schmelzmetallurgischen und Stranggießbereichs werden weltweit Investoren zum Kauf angeboten.

Anlagen Asien Danieli Draht Essen EU Indien ING Lichtbogenofen Messung Metallurgie Modernisierung Produktion Produktionsprozess Schmelze Schmelzen Schrott Stahl Stahlherstellung Stahlproduktion Stahlwerk Strangguss Tenova Verkauf Verlag
Mehr erfahren