Unternehmen Wirtschaft
Guido Kerkhoff, Vorsitzender des Vorstands der Klöckner & Co SE - Photo: Klöckner & Co SE
04.08.2022

Klöckner & Co mit stärkstem ersten Halbjahr seit Börsengang 2006

Im ersten Halbjahr 2022 ist der Umsatz von Klöckner & Co im Wesentlichen aufgrund der zwischenzeitlich deutlich gestiegenen Stahl- und Metallpreise um 48,8 % auf 5,0 Mrd. € gestiegen (H1 2021: 3,4 Mrd. €). Das um wesentliche Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) lag mit 423 Mio. € deutlich über dem Ergebnis des Vorjahreszeitraums (H1 2021: 401 Mio. €). Einschließlich wesentlicher Sondereffekte betrug das EBITDA in den ersten sechs Monaten des Jahres 477 Mio. € (H1 2021: 411 Mio. €). Das Konzernergebnis konnte auf 323 Mio. € gesteigert werden (H1 2021: 301 Mio. €). Entsprechend betrug das Ergebnis je Aktie 3,18 € (H1 2021: 2,98 €).

Guido Kerkhoff, Vorsitzender des Vorstands der Klöckner & Co SE: „Wir blicken aufgrund der zeitweise deutlich gestiegenen Preise im Markt auf ein herausragendes erstes Halbjahr zurück. Gleichzeitig haben wir unsere Konzernstrategie kontinuierlich umgesetzt und legen damit das Fundament für ein künftig noch erfolgreicheres Klöckner & Co. Wir haben unsere Partnerschaft mit Nucor in den USA gestärkt, unser Produkt- und Serviceportfolio im Edelstahlbereich durch relevante Akquisitionen über unsere Tochtergesellschaft Becker Stahl-Service erweitert und unsere Beratungskompetenzen für grüne Produkte und Dienstleistungen ausgebaut. Damit arbeiten wir auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten konsequent an unseren strategischen Prioritäten. Wir festigen so unsere Position als verlässlicher Partner an der Seite unserer Kunden und Lieferanten sowie als Vorreiter für eine nachhaltige Zukunft.“

Um das Netzwerk und die Präsenz auf dem amerikanischen Markt auszubauen, hat Klöckner & Co die Partnerschaft mit dem US-Stahlhersteller Nucor weiter gestärkt und investiert auf dem Gelände des neuen Nucor-Stahlwerks in Brandenburg, Kentucky, in eine Anlage zur Grobblechbearbeitung. Nucor Steel Brandenburg wird ein hochmodernes Elektrostahlwerk, in dem Schrott zu neuen Grobblechen für Offshore-Windkraftanlagen und andere Infrastrukturprojekte recycelt wird. Durch die Partnerschaft will Klöckner & Co stärker von den geplanten Investitionen der US-Regierung in erneuerbare Energien und Infrastruktur profitieren. Mit der Investition von Klöckner & Co soll die Entwicklung nachhaltiger, innovativer und komplexer Lösungen für die gesamte Lieferkette vorangetrieben und das Angebot an Dienstleistungen mit höherer Wertschöpfung erweitert werden. Die neue Anlage zurm Grobblechbearbeitung soll im dritten Quartal 2023 in Betrieb genommen werden und steht unter dem Vorbehalt einer umweltrechtlichen Genehmigung.

Das Unternehmen treibt im Rahmen der Strategie „Klöckner & Co 2025: Leveraging Strengths“ den umfassenden Ausbau des eigenen Produkt- und Serviceportfolios voran. Im Zuge dessen hat Klöckner & Co über seine deutsche Tochtergesellschaft Becker Stahl-Service („Becker“) die Unternehmen Hernandez Stainless GmbH („Hernandez“) und RSC Rostfrei Coilcenter GmbH („RSC“) übernommen. Mit den Zukäufen steigt Becker in die Verarbeitung von Edelstahl ein und weitet damit sein Produkt- und Serviceportfolio erheblich aus. Mithilfe dieser strategischen Akquisitionen stärkt Klöckner & Co seine Position als führende digitale One-Stop-Shop-Plattform für Stahl, Edelstahl und Aluminium sowie als Vorreiter für Nachhaltigkeit.

Klöckner & Co verfolgt konsequent das Ziel „Zero Touch“ und erhöht die Prozessgeschwindigkeit und Effizienz entlang der gesamten Wertschöpfungskette mithilfe digitaler Tools. Die mit der internen KI-Lösung Kloeckner Assistant automatisiert abgewickelten Umsätze wurden im Berichtszeitraum auf über 780 Mio. € gesteigert (H1 2021: 454 Mio. €). Dies belegt die Bedeutung des Tools bei der automatisierten Angebots- und Auftragsbearbeitung. Der Anteil des digitalen Konzernumsatzes lag im zweiten Quartal weiterhin bei 45 % (Q2 2021: 45 %) und blieb somit nach dem pandemiebedingten Anstieg weiterhin auf einem hohen Niveau.

Das Unternehmen arbeitet weiter daran, über langfristige Partnerschaften ein umfangreiches Angebot von nachhaltigen Produkten und Services zu schaffen. Neben der Einführung von „grünen“ und somit CO2-reduzierten Stahlproduktkategorien hat Klöckner & Co seine umfangreichen Sustainability Advisory Services (SAS) weiterentwickelt. Neben speziell qualifizierten Green-Steel-Experten wurden mittlerweile mehr als 700 Vertriebsmitarbeiterinnen und Vertriebsmitarbeiter im gesamten Konzern geschult, um Kunden auch zu grünen Produkten und Dienstleistungen sowie den damit in Verbindung stehenden Themen beraten zu können. Damit verfügt Klöckner & Co über ein weltweit einzigartiges Vertriebsteam für grünen Stahl und wird sich perspektivisch immer stärker als erster Ansprechpartner einer nachhaltigen Stahlindustrie positionieren.

Bedingt durch das voraussichtlich höhere durchschnittliche Stahlpreisniveau erwartet Klöckner & Co im Gesamtjahr 2022 einen deutlichen Umsatzanstieg. Nachdem die Stahlpreise im ersten Halbjahr zwischenzeitlich deutlich angestiegen sind, haben die Notierungen zuletzt korrigiert. Vor diesem Hintergrund und dem herausfordernden makroökonomischen Umfeld prognostiziert das Unternehmen für das dritte Quartal ein operatives Ergebnis (EBITDA) vor wesentlichen Sondereffekten von 50 bis 100 Mio. €. Für das Gesamtjahr wird ein Wert von über 500 Mio. € erwartet, was dem zweitbesten Ergebnis seit dem Börsengang im Jahr 2006 entsprechen würde. Nachdem im zweiten Quartal durch ein konsequentes Net Working Capital Management ein Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit von 262 Mio. € erzielt werden konnte, rechnet Klöckner & Co auch für das zweite Halbjahr und das Gesamtjahr mit einem deutlich positiven Wert.

(Quelle: Klöckner & Co SE)

 

Schlagworte

AluminiumAnlagenBlechBlechbearbeitungBlecheBrandenburgCO2EdelstahlElektrostahlwerkEnergieEntwicklungErgebnisEssenEUGesellschaftGetriebeGrobblechIndustrieINGInvestitionKerkhoffKlöcknerKlöckner & CoNachhaltigkeitNucorOffshorePartnerschaftSchrottServiceStahlStahlindustrieStahlpreiseStahlwerkStrategieUmweltUnternehmenUSAVertriebWirtschaft

Verwandte Artikel

31.03.2026

VDE-Hinweis zu Netzrückwirkungen kommt Elektrostahlwerken entgegen

Eine jetzt veröffentlichte Broschüre von VDE FNN ist eine wertvolle Unterstützung für den Netzanschluss von elektrischen Anlagen mit EAFs größerer Leistung

Anlagen Elektrostahlwerk Elektrotechnik EU Industrie Klima Lichtbogenofen Netzanschluß Neubau Produktion Stahl Stahlindustrie Stahlproduktion Stahlwerk Strategie Technik Transformation VDEh
Mehr erfahren
Vertragsunterzeichnung bei Steel Authority of India (SAIL)
30.03.2026

SAIL bestellt Kokereitechnik für das Burnpur-Projekt

SMS group hat zusammen mit dem Konsortialpartner MCK Kutty Engineers Pvt. Ltd. einen Auftrag über die Lieferung von zwei Trockenlöschanlagen erhalten

Automation Betriebssicherheit Digitalisierung Emissionen Energie Energieeffizienz EU Hochofen Inbetriebnahme Indien ING KI Kokerei Koks Koksofen Koksofenbatterie Lieferung Ltd Ltd. Modernisierung Montage Nachhaltigkeit Partnerschaft Paul Wurth Service Stahl Stahlerzeugung Stahlwerk Umwelt USA Wurth Zusammenarbeit
Mehr erfahren
: Clarissa Odewald (CEO von thyssenkrupp Rasselstein) mit der neuen Weißblechdose aus bluemint® Steel
30.03.2026

Henkel setzt auf CO₂-reduzierte Verpackung aus CO2-reduziertem Stahl

Der Verpackungsstahlhersteller thyssenkrupp Rasselstein unterstützt Henkel bei der weiteren Reduzierung des CO₂-Fußabdrucks seiner Verpackungen.

Blech Deutschland Emissionen EU Hochofen Industrie ING Klima Metallverpackung Nachhaltigkeit Recycling Rohstoffe Schrott Stahl Stahlherstellung Thyssen thyssenkrupp Thyssenkrupp Rasselstein Transformation Unternehmen USA Verpackungsstahl Zusammenarbeit
Mehr erfahren
27.03.2026

Globale Stahl-Überkapazitäten sind ernsthafte Gefahl für Europas Industrie

Die jüngsten OECD-Zahlen bestätigen die existenzielle Gefahr für Europas Stahlindustrie. EUROFER drängt die EU zu handeln.

Ergebnis Essen EU EUROFER Handel HZ Industrie ING Investition Paris Produktion Stahl Stahlhandel Stahlmarkt Stahlproduktion
Mehr erfahren
Die Werke von thyssenkrupp Electrical Steel in Gelsenkirchen und Isbergues stellen kornorientiertes Elektroband her – ein Schlüsselmaterial für Transformatoren in Umspannwerken und Windkraftanlagen. Aufgrund der sich weiter verschärfenden Importkrise reagiert thyssenkrupp Steel mit weiteren Produktionskürzungen. Daher wird der Standort Isbergues von Juni bis September komplett geschlossen
27.03.2026

Importkrise bei kornorientiertem Elektroband

Die Importkrise auf dem Markt für kornorientiertes Elektroband verschärft sich weiter. thyssenkrupp Steel reagiert darauf mit weiteren Produktionskürzungen.

Anlagen Elektroband Energie Energiewende Energiewirtschaft Entwicklung EU EU-Kommission Gesellschaft Handel HZ ING KI Produktion Stahl Studie Thyssen thyssenkrupp Transport Unternehmen Werkstoff Wettbewerb Wirtschaft
Mehr erfahren