Stahlverarbeitung
Gabriele Döhler (Senior Sales Manager Dreher), Jan Dzudzeck (Projektleiter Anwendungsentwicklung Bilstein Group), Markus Arnold (Leiter Projektabwicklung Anlagen- / Verfahrenstechnik Bilstein Group), Hasan Sarac (Geschäftsführender Gesellschafter, CEO und Main Shareholder Dreher), Jörg von Prondzinski (Managing Director Bilcut), Stefanie Mielke (Deputy Head of Procurement Bilstein Group), Michael Ullrich (CTO Bilstein Group) - Bild: Bilstein Group
14.05.2025

Kooperation beim Anlagenbau für High Speed Laser Blanking

Das finale Anlagenkonzept der ersten Serienanlage für das High Speed Laser Blanking wurde verabschiedet. Dies teilen die Bilstein Group in Hagen-Hohenlimburg, vertreten durch ihre Tochtergesellschaft Bilcut GmbH, und die Automatic-Systeme Dreher GmbH aus Sulz a. N. mit. Der Bau der Anlage kann somit beginnen.

Ziel der beiden Partner ist es, mit dem neuen Anlagenkonzept die Herstellung von Formplatinen im Bereich Laser Blanking auf ein neues Leistungsniveau zu heben.

Auf Basis der agilen Laserschneidtechnologie von Automatic-Systeme Dreher GmbH, die gemeinsam mit der Bilstein Group, dem Fraunhofer ILT und dem Karlsruher KIT entwickelt wurde, gelingt ein entscheidender Schritt hin zu einer ressourcenschonenderen und gleichzeitig hochflexiblen Serienfertigung von Formplatinen. Dabei vereint die Technologie die Vorteile des konventionellen Blankings via Stanze und des Laser Blankings.

Enge Toleranzen an den geschnittenen Formplatinen

Die innovative Anlagentechnik zeichnet sich durch eine Besonderheit aus, die es den beiden Laserköpfen ermöglicht, in überlappenden Schneidräumen zu arbeiten. Dies ermöglicht zum einen enge Toleranzen an den vom Coil High Speed Laser geschnittenen Formplatinen und zum anderen eine hohe Effizienz der Anlagentechnik. Die Reduktion des Materialeinsatzes sowie die Einsparung der CO2-Emissionen sind signifikant.

Hasan Sarac, geschäftsführendender Hauptgesellschafter der Automatic-Systeme Dreher GmbH, erklärt:
„Der Proof-of-Concept hat gezeigt, dass unser Anlagenkonzept die Anforderungen der Serienfertigung erfüllt. Gemeinsam mit unserem Partner Bilcut bringen wir jetzt die Technologie in die industrielle Anwendung. Für das in uns gesetzte Vertrauen sind wir sehr dankbar.“

Jörg von Prondzinski, Geschäftsführer der Bilcut GmbH, ergänzt:
„Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten setzen wir bewusst auf Innovationen, die Nachhaltigkeit, Effizienz und Flexibilität miteinander verbinden. Das High Speed Laser Blanking bietet für uns ein enormes Potenzial.“

Die Bilcut GmbH hatte sich bereits frühzeitig das exklusive Recht an der ersten Serienanlage gesichert. Das Vorhaben wurde mit Mitteln aus dem Umweltinnovationsprogramm des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) gefördert und wird bis Ende 2026 am Standort Hagen aufgebaut. Beide Partner stärken damit nachhaltig auch den Forschungs- und Produktions-standort Deutschland.

Premiere bei den DREHER Automation Days 2026

Derzeit führen die Automatic-Systeme Dreher GmbH und die Bilcut GmbH für Interessenten Schneidzeitberechnungen und Schneidversuche auf der bereits gebauten Prototypen-Laserzelle durch. Im Herbst 2026 folgt dann im Rahmen der nächsten Dreher Automation Days erstmals für ein ausgewähltes Fachpublikum die Präsentation des gesamten Fertigungsprozesses vom Coil bis zum Platinenstapel.

Was ist Bilcut bzw. High Speed Laser Blanking? Bilcut steht für „Bilstein High Speed Laser Blanking“ – einem fortschrittlichen Fertigungsprozess, bei dem Blechmaterial kontinuierlich vom Coil mittels Lasertechnologie in kundenspezifische Formen (sogenannte Formplatinen) geschnitten wird.

Die Bilcut-Technologie ermöglicht im Vergleich zum herkömmlichen Stanzverfahren eine werkzeuglose, flexible und effiziente Produktion von Formplatinen von kleinen bis großen Stückzahlen und ist dabei schneller als bereits auf dem Markt etablierte Laserverfahren.

(Quelle: Bilstein Group / Dreher Automation)

Schlagworte

AnlagenAnlagentechnikAutomationBlechBundCO2CO2-EmissionenDeutschlandEinsparungEmissionenEssenEUForschungFraunhoferGesellschaftHohenlimburgHZIndustrieINGInnovationKINachhaltigkeitProduktionTechnikUmweltWirtschaftZahlen

Verwandte Artikel

Im Foyer des Eingang Nord wendet sich die High Potential Area speziell an den Nachwuchs
10.03.2026

wire & Tube 2026 mit High Potential Area und ecoMetals

Das Düsseldorfer Fachmesseduo präsentiert zwei Initiativen, die es in sich haben

Draht Düsseldorf Industrie Kabel Messe Nachwuchs Rohstoffe Stabstahl Tube Unternehmen
Mehr erfahren
Rohrfertigung bei Corinth Pipeworks
10.03.2026

Corinth Pipeworks übernimmt Rohrwerk in England

Der griechische Rohrhersteller hat die Rohrproduktionsanlage der Liberty Pipe im nordenglischen Hartlepool erworben

Dekarbonisierung Energie EU Handel Industrie Liberty Lieferketten Lieferung Ltd Offshore Produktion Rohre Saipem Stahl Unternehmen Wasserstoff
Mehr erfahren
09.03.2026

wire 2026 mit prallem Forumsprogramm

Als Teil des Rahmenprogramms der Fachmesse für Draht und Kabel sind auf der ‚Forum Stage Cable & Wire‘ spannende Tagesforen und Diskussionsrunden geplant

Anlagen Anlagenbau Draht Entwicklung Essen EU Industrie Innovation Italien Kabel Messe Nachhaltigkeit Tube USA Zusammenarbeit
Mehr erfahren
Rechtsanwältin Melina Jenkner von Heidemann Küthe Rechtsanwälte
09.03.2026

HOK Maschinenbau übernimmt Vermögenswerte der SCHUBERT GROUP

Mit Wirkung zum 1. März 2026 übernimmt die HOK Maschinenbau GmbH aus Hückeswagen im Rahmen einer übertragenden Sanierung die Vermögenswerte sowohl der Schubert Maschinen-...

Anlagen Anlagenbau Automation Automobil Bonn Bund Deutschland Energie Ennepetal Erfolgsfaktor Ergebnis Essen EU Gesellschaft Handel Industrie ING KI Lieferung Mannheim Maschinenbau Messtechnik Metallverarbeitung Modernisierung Optimierung Presse Pressen Reparatur Restrukturierung Sanierung Service Stabstahl Stahl Steuerung Technik TEMA Umformen Umformtechnik Unternehmen Wirtschaft
Mehr erfahren
David Algermissen, Abteilungsleiter Sekundärrohstoffe/Schlackenmetallurgie im FEhS – Institut für Baustoff-Forschung, welches das Projekt koordiniert hat: „Die Arbeiten mit diesem großartigen Konsortium waren sehr erfolgreich. Es konnte sowohl Basiswissen rund um die Elektroroheisenschlacke aufgebaut werden bis hin zu Pilotversuchen zur Erzeugung von Hüttensand 2.0 im Tonnenmaßstab und die Prüfung im Zement und Beton. Nächste Schritte sind die normativen und rechtlichen Rahmenbedingungen, damit das Material auch zeitnah seinen Weg in den Markt finden kann, sobald die Schlacke bei thyssenkrupp entsteht.“ Das im Jahr 2021 gestartete Forschungsvorhaben „SAVE CO2“ von thyssenkrupp Steel, Heidelberg Materials, dem Institut für Technologien der Metalle der Universität Duisburg-Essen, Fraunhofer UMSICHT und FEhS-Institut wurde im Rahmen der Fördermaßnahme KlimPro-Industrie vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt sowie der Europäischen Union/NextGenerationEU gefördert und durch den DLR Projektträger betreut.
05.03.2026

Schlacken aus dekarbonisierter Stahlherstellung für Zement geeignet

Neue Schlacken, die bei der dekarbonisierten Stahlherstellung auf der Direktreduktionsroute im Einschmelzer entstehen, eignen sich als latent hydraulische Bindemittel in...

Bund CO2 CO2-Emissionen Direktreduktion Duisburg Einsatzstoffe Eisenschwamm Emissionen Energie Ergebnis Essen EU Forschung Forschungsprojekt Fraunhofer Hochofen Industrie ING Klima Metallurgie Produktion Roheisen Rohstoffe Schmelze Stahl Stahlherstellung Technik Thyssen thyssenkrupp Umwelt Wirtschaft
Mehr erfahren