Trendthema
Gunnar Groebler, Vorstandsvorsitzender der Salzgitter AG und Vorsitzender des LESS-Vorstands - Photo: Wirtschaftsvereinigung Stahl
19.11.2025

Kooperation der globalen und regionalen Standards für emissionsarmen Stahl

Vor dem Hintergrund der Forderungen der Industrie nach mehr Einheitlichkeit und Klarheit bei den CO2-Standards auf der COP30 in Belém, Brasilien, gibt ResponsibleSteel den Abschluss von Kooperationsvereinbarungen mit zwei anderen Standards bekannt – dem europäischen Low Emission Steel Standard (LESS) und dem chinesischen Low-Carbon Emission Steel Standard (C2F Steel). Damit soll die globale Vergleichbarkeit und der Handel mit emissionsarmem (Low-CO2-) Stahl und Netto-Null- (Near-Zero-) Stahl vorangetrieben werden.

Die beiden Vereinbarungen wurden zwischen ResponsibleSteel und der China Iron and Steel Association (CISA) sowie zwischen ResponsibleSteel und der in Brüssel ansässigen Organisation Low Emission Steel Standard (LESS aisbl) geschlossen. Zusammen repräsentieren die Mitglieder der drei Organisationen rund 60 % der weltweiten Stahlproduktion.

Gunnar Groebler, Vorstandsvorsitzender der Salzgitter AG und Vorsitzender des LESS-Vorstands, sagte:
„Harmonisierte Standards sind das Rückgrat für sinnvolle Veränderungen in der Stahlproduktion. Dieses Instrument wird Unternehmen in die Lage versetzen, nachhaltige Praktiken mit Zuversicht einzuführen, und gleichzeitig den Kunden die Transparenz bieten, die sie benötigen, um fundierte Entscheidungen zu treffen. Die gegenseitige Anerkennung von Standards ist der Schlüssel zum Aufbau von Vertrauen im Markt.“

Im Mittelpunkt der Kooperationsvereinbarungen steht das „Framework for Credible Interoperability“ („Rahmenbedingungen für vertrauenswürdige Austauschbarkeit“) von ResponsibleSteel, das Grundsätze festlegt, mit denen Kohlenstoff-Kennzahlen zwischen Standards übertragen werden können, um vertrauenswürdige Angaben zu Treibhausgasemissionen zu ermöglichen.

Auf der Grundlage dieses Rahmens wird ResponsibleSteel gemeinsam mit den beiden Organisationen Umrechnungstools entwickeln, mit denen Interessengruppen die Gleichwertigkeit ihrer Fortschritte bei der Dekarbonisierung unter verschiedenen Systemen geltend machen können.

Diese Abkommen schaffen eine Vergleichbarkeit und vereinheitlichen die Definitionen für emissionsarmen Stahl. Damit bringen die Vereinbarungen große Stahlhersteller, Stahlverarbeiter und Innovatoren entlang der globalen Stahlwertschöpfungskette zusammen und beschleunigen so den Weg des Stahlsektors hin zu einer tiefgreifenden Dekarbonisierung.

Durch die Zusammenführung der weltweit größten Stahlindustrien ebnen die Abkommen den Weg für größere Investitionen, umweltfreundliche Beschaffung, Technologieaustausch und internationale Zusammenarbeit im Bereich der nachhaltigen Stahlherstellung.

(Quellen: ResponsibleSteel / LESS)

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