Trendthema
Probeentnahme beim Hochofenabstich - Bild: FEhS
12.06.2025

Nebenprodukte der Stahlindustrie weiterhin gefragt

Trotz der anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben die Nebenprodukte der Stahlindustrie auch 2024 wieder einen großen Beitrag zu Ressourcenschonung, Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz geleistet. Von den insgesamt 11,8 Millionen Tonnen in Deutschland erzeugten Eisenhüttenschlacken kamen 96 Prozent in Baustoffen, Düngemitteln, weiteren Anwendungen sowie anlagenintern zum Einsatz.

Damit konnten der Abbau von 11 Millionen Tonnen Naturgestein sowie die Emission von 4,6 Millionen Tonnen COvermieden werden. Die 2024 erzeugte Menge Eisenhüttenschlacken setzt sich aus 7,1 Millionen Tonnen Hochofenschlacke und 4,7 Millionen Tonnen Stahlwerksschlacke zusammen.

Davon konnten 11,3 Millionen Tonnen genutzt werden: 7,1 Millionen Tonnen im Zement, 2,6 Millionen Tonnen für den Verkehrswegebau, 0,4 Millionen Tonnen in Düngemitteln, 0,8 Millionen Tonnen anlagenintern sowie 0,4 Millionen Tonnen für andere Anwendungen.

Wesentlicher Beitrag für die Schonung von Ressourcen und Klima

Die Nebenprodukte der Stahlherstellung haben damit von 1949 bis 2024 insgesamt über 1,1 Milliarden Tonnen Naturgestein ersetzt: durch den Einsatz von Hüttensand im Zement 420 Millionen Tonnen, durch die Verwendung von Gesteinskörnungen als Baustoff 631 Millionen Tonnen und durch Konverterkalk in Düngemitteln 87 Millionen Tonnen.

Darüber hinaus wurden in diesem Zeitraum durch die Substitution von Portlandzementklinker durch Hüttensand im Zement 197 Millionen Tonnen weniger CO2 emittiert.

Thomas Reiche, Geschäftsführer des FEhS – Institut für Baustoff-Forschung, das die Werte jährlich erhebt:
„Die Zahlen für das Jahr 2024 bestätigen erneut eindrucksvoll, dass Eisenhüttenschlacken hochwertige ressourcen- und klimaschonende Sekundärrohstoffe sind. Wir müssen im Zuge der Transformation der Stahlindustrie alles daransetzen, dass diese wertvollen Nebenprodukte auch in Zukunft umfänglich zum Einsatz kommen.

Das wird uns nur gelingen, wenn neben dem enormen Beitrag von Wissenschaft und Forschung auch die Politik konsequent die Rahmenbedingungen für den Einsatz von Sekundärrohstoffen verbessert. Entsprechende Vorschläge, die wir auch zusammen mit anderen Branchenverbänden und Unternehmen formuliert haben, wurden bereits an die regelsetzenden Institutionen adressiert.“

(Quelle: FEhS ‑ Institut für Baustoff‑Forschung e.V.)

Schlagworte

ABBAnlagenBaustoffeCO2DeutschlandEisenhüttenschlackeEUForschungHochofenIndustrieINGKlimaKlimaschutzKonverterKreislaufwirtschaftPolitikRohstoffeSchlackeStahlStahlherstellungStahlindustrieStahlwerkTransformationUnternehmenUSAWirtschaftZahlen

Verwandte Artikel

Carbon2Chem®-Technikum in Duisburg
19.08.2026

Zehn Jahre Carbon2Chem®

Vom Forschungsprojekt zur Blaupause für klima-neutrale Industrie

2016 Bund Carbon2Chem® CO2 Duisburg Elektrolyse Elektrolyseur Emissionen Energie Energiewirtschaft Entwicklung EU Forschung Forschungsprojekt Fraunhofer Gesellschaft Industrie Klima Max-Planck-Institut Partnerschaft Produktion Recycling Stahl Stahlproduktion Technik thyssenkrupp Thyssenkrupp nucera Thyssenkrupp Uhde Transformation Transformationsprozess Umwelt Unternehmen Wasserstoff Wirtschaft Zusammenarbeit
Mehr erfahren
Die Stahlproduktion in Kryvyi Rih
19.08.2026

ArcelorMittal bestätigt Angriff auf Standort Kryvyi Rih

ArcelorMittal bestätigt, dass sein ukrainischer Standort ArcelorMittal Kryvyi Rih am Wochenende von einem Raketenangriff getroffen wurde.

Anlagen Energie EU Hochofen ING Produktion Produktionsprozess Stahl Unternehmen
Mehr erfahren
Andreas Betzler leitet als Sprecher der Geschäftsführung das neu formierte Führungsteam
18.08.2026

HKM-Geschäftsführung neu aufgestellt

Andreas Betzler leitet als Sprecher der Geschäftsführung das neu formierte Führungsteam der Hüttenwerke Krupp Mannesmann

Bramme Deutschland Duisburg Elektrolichtbogenofen Entwicklung Geschäftsführung Hüttenwerk Industrie Lichtbogenofen Nachhaltigkeit Neubau Produktion Salzgitter Salzgitter AG Stahl Stahlerzeugung Stahlindustrie Technik Transformation Unternehmen Wirtschaft
Mehr erfahren
(v. l.) Franz Gebetsroither (MSF), Christoph Jünger (UNICEF), Herbert Eibensteiner, Stefan Fritz (Hilfswerk International) und Peter Kaiser (ÖRK)
18.08.2026

voestalpine sammelt für internationale Hilfsprojekte

Bereits zum vierten Mal beteiligten sich die Mitarbeiter des Stahlkonzerns aus 45 Ländern weltweit an einer internationalen Bewegungsinitiative und sammelten so 700.000...

Ergebnis EU Handel Indien ING KI Spende Stahl Voestalpine AG
Mehr erfahren
Von links: Luca Spaziani (SMS group), Chandler Ault (Hybar LLC), Filippo Verlezza (SMS group), John Moore (Hybar LLC), Shaun Nagy (Hybar LLC), Andrea Gallina (SMS group), Brett Doolittle (Hybar LLC), Mario Fabro (SMS group), Carlo Cascino (SMS group) Vorne von links: Sam Fowler (Hybar LLC), Dave Rigby (SMS group)
17.08.2026

Hybar vergibt Auftrag für zweites Walzwerk

Hybar LLC hat SMS group erneut mit der Lieferung einer Anlage auf Basis der Continuous Minimill Technology (CMT® 550) für seinen Stahlwerkskomplex in Osceola, Arkansas (U...

Anlagen Architekt Architektur Betonstahl Coils Elektrolichtbogenofen Emissionen Energie EU HZ Inbetriebnahme ING KI Langprodukte Lichtbogenofen Lieferung Logistik Messe Optimierung Partnerschaft Pfannenofen Produktion Produktionsprozess Prozessoptimierung Recycling Schmelze Schrott SMS SMS group Stabstahl Stahl Stahlherstellung Stahlproduktion Stahlwerk Transport Unternehmen USA Walzen Walzwerk
Mehr erfahren