Forschung
Photo: SSAB
21.04.2026

Schwedisches Forschungsprojekt für die Verwendung von EAF-Schlacke

 SSAB und Heidelberg Materials haben eine Zusammenarbeit vereinbart, um Schlacken aus Elektrolichtbogenprozessen zu einem alternativen Bindemittel für die Zementherstellung zu machen. An dem Forschungsprojekt sind Wissenschaftler von führenden schwedischen Universitäten und dem schwedischen Forschungsinstitut Swerim beteiligt.

Das Projekt zielt darauf ab, EAF-Schlacke zu einem effizienten und nachhaltigeren alternativen Bindemittel in Zement zu entwickeln, das als zementähnlicher Zusatzstoff (Supplementary Cementitious Material – SCM) bezeichnet wird, um den CO₂-Fußabdruck des Bausektors zu verringern. Die Forschung wird von der schwedischen Agentur für Wirtschafts- und Regionalwachstum mit mehr als 20 Millionen SEK gefördert.

„Dies ist ein logischer nächster Schritt auf unserem gemeinsamen Weg zur Schaffung wertvoller Lösungen für unsere Nebenprodukte“, sagt Marko, Vertriebs- und Entwicklungsleiter für Nebenprodukte bei SSAB. „Wir stellen unsere Stahlproduktion auf Elektrolichtbogenöfen um – in Oxelösund mit geplantem Produktionsstart Anfang 2027, in Luleå für 2029 und danach in Raahe, Finnland. Das Ziel von SSAB ist eine Produktion im Einklang mit nachhaltiger Entwicklung und Kreislaufwirtschaft. Dies schließt auch unsere Nebenprozesse mit ein. Unser Ziel ist es, Einsatzfelder für die Schlacke zu entwickeln, die in naher Zukunft an den Elektrolichtbogenöfen anfallen wird.“

Das Forschungsprojekt mit einer Laufzeit von vier Jahren baut auf den Erkenntnissen früherer Forschung und erfolgreicher Zusammenarbeit auf. Durch die Bündelung der führenden Fachkompetenz der Technischen Universität Luleå, der Universität Oulu, dem Forschungsinstitut Swerim sowie der Industriepartner SSAB und Heidelberg Materials bildet das Projekt einen starken Verbund mit einzigartiger Kompetenz und Leistungsfähigkeit. Dies schafft die bestmöglichen Voraussetzungen, um den nächsten Entwicklungsschritt zu gehen und zukünftige Herausforderungen zu meistern.

Ziel ist eine skalierbare großtechnische Lösung

Der Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung von Methoden zur Optimierung der Schlacke – vom Labor- bis zum Pilotmaßstab – sowie auf der Bewertung der Leistungsfähigkeit in Zement- und Betonanwendungen. Ziel ist es, eine industriell skalierbare Lösung zu schaffen, die in zukünftigen Produkten zum Einsatz kommen kann.  

Heidelberg Materials und SSAB arbeiten seit langem im Bereich Rohstoffe zusammen, indem Teile der SSAB-Schlacke als Einsatzstoff in der Zementproduktion im Zementwerk Slite in Schweden verwendet werden. Dieses neue Projekt ist ein wichtiger Bestandteil dieser Partnerschaft, da SSAB seine Produktion auf Lichtbogenöfen umstellt. „Wir sehen in der Einbindung von EAF-Schlacke von SSAB eine gute Gelegenheit, im Rahmen unserer Strategie den CO₂-Fußabdruck unserer Produkte zu verringern. Durch diese Zusammenarbeit vereinen wir führendes Fachwissen aus Industrie und Forschung mit dem gemeinsamen Ziel, die Baustoffe der Zukunft zu liefern“, sagt Magnus Ohlsson, CEO von Heidelberg Materials Cement Sverige AB.  

(Quelle: SSAB)

Schlagworte

BaustoffeEntwicklungEUFinanzierungFinnlandFondsForschungForschungsprojektIndustrieINGKooperationKreislaufwirtschaftOptimierungPartnerschaftProduktionRohstoffeSchlackeSchwedenSSABStrategieUSAWirtschaftZusammenarbeit

Verwandte Artikel

19.06.2026

thyssenkrupp-Aufsichtsrat stimmt für Verselbstständigung von tk accelis

tk accelis (vormals thyssenkrupp Materials Services) soll im Wege einer Abspaltung als eigenständiges Unternehmen aufgestellt werden und an die Börse geführt werden.

Distribution DSV Entwicklung EU Getriebe Handel IBU Industrie ING Lieferketten Service Strategie Thyssen thyssenkrupp Thyssenkrupp AG Thyssenkrupp Materials Services Transformation Unternehmen Verteidigung Vorstand Werkstoff
Mehr erfahren
Von links: Herbert Eibensteiner, CEO der voestalpine AG und Franz Kainersdorfer, Mitglied des Vorstandes der voestalpine AG und Leiter der Metal Engineering Division
19.06.2026

voestalpine: greentec steel im Zeitplan

Die voestalpine nimmt an ihrem Standort Donawitz in knapp einem Jahr wie geplant einen Elektrolichtbogenofen (EAF) in Betrieb und kombiniert so Elektrostahlproduktion mi...

Aufsichtsrat CO2 CO2-Emissionen Donawitz Einsparung Elektrolichtbogenofen Emissionen EU Hochofen Inbetriebnahme Industrie ING Investition Kernaggregate Klima Klimaschutz Lichtbogenofen Logistik Metallurgie Montage Produktion Schrott Schulung Sinter Sinteranlage Stahl Stahlproduktion Stahlwerk Strategie Transformation Umwelt Voestalpine AG Vorstand Weiterbildung
Mehr erfahren
Hauptgeschäftsstelle Berlin
18.06.2026

Gesamtmetall meldet Verluste an Arbeitsplätzen

M-E-Beschäftigung sinkt seit nunmehr zweieinhalb Jahren ununterbrochen. Arbeitsplatzverluste bislang trotzdem nur halb so hoch wie Produktionsrückgang. Ausrüstungsinvesti...

ABB Bund Deutschland EU IBU Industrie ING Investition Produktion Unternehmen Wettbewerb Zahlen
Mehr erfahren
Vormaterial-Lager, Burbach
18.06.2026

SHS erhält Auszeichnung für Klimaschutz

SHS-Gruppe erhält erneut Bestnote für klimafreundliches Lieferketten-Engagement.

Auszeichnung CDP Dekarbonisierung Dillinger EU Europa ING Klima Klimaschutz Lieferketten Nachhaltigkeit Saarstahl SHS – Stahl-Holding-Saar GmbH & Co. KGaA Stahl Strategie Transformation Unternehmen
Mehr erfahren
Marcel Hergarten, Geschäftsführer der Hergarten Gruppe
17.06.2026

Hergarten Gruppe wird zur emissionsfreien Spedition

Bis 2031 vollständige Umstellung auf emissionsfreie Fahrzeuge geplant .

Antrieb Bund Dekarbonisierung Deutschland Digitalisierung Einsparung Elektrifizierung Energie Entwicklung EU Hergarten GmbH HZ Industrie ING Investition Klima Lieferketten Logistik Managementsystem Nachhaltigkeit Produktion Produktionsprozess Profile Software Spedition Stahl Stahlindustrie Stahlspedition Steuerung Strategie Technik Transformation Transport Unternehmen Wettbewerb Wirtschaft Zahlen
Mehr erfahren