SSAB und Heidelberg Materials haben eine Zusammenarbeit vereinbart, um Schlacken aus Elektrolichtbogenprozessen zu einem alternativen Bindemittel für die Zementherstellung zu machen. An dem Forschungsprojekt sind Wissenschaftler von führenden schwedischen Universitäten und dem schwedischen Forschungsinstitut Swerim beteiligt.
Das Projekt zielt darauf ab, EAF-Schlacke zu einem effizienten und nachhaltigeren alternativen Bindemittel in Zement zu entwickeln, das als zementähnlicher Zusatzstoff (Supplementary Cementitious Material – SCM) bezeichnet wird, um den CO₂-Fußabdruck des Bausektors zu verringern. Die Forschung wird von der schwedischen Agentur für Wirtschafts- und Regionalwachstum mit mehr als 20 Millionen SEK gefördert.
„Dies ist ein logischer nächster Schritt auf unserem gemeinsamen Weg zur Schaffung wertvoller Lösungen für unsere Nebenprodukte“, sagt Marko, Vertriebs- und Entwicklungsleiter für Nebenprodukte bei SSAB. „Wir stellen unsere Stahlproduktion auf Elektrolichtbogenöfen um – in Oxelösund mit geplantem Produktionsstart Anfang 2027, in Luleå für 2029 und danach in Raahe, Finnland. Das Ziel von SSAB ist eine Produktion im Einklang mit nachhaltiger Entwicklung und Kreislaufwirtschaft. Dies schließt auch unsere Nebenprozesse mit ein. Unser Ziel ist es, Einsatzfelder für die Schlacke zu entwickeln, die in naher Zukunft an den Elektrolichtbogenöfen anfallen wird.“
Das Forschungsprojekt mit einer Laufzeit von vier Jahren baut auf den Erkenntnissen früherer Forschung und erfolgreicher Zusammenarbeit auf. Durch die Bündelung der führenden Fachkompetenz der Technischen Universität Luleå, der Universität Oulu, dem Forschungsinstitut Swerim sowie der Industriepartner SSAB und Heidelberg Materials bildet das Projekt einen starken Verbund mit einzigartiger Kompetenz und Leistungsfähigkeit. Dies schafft die bestmöglichen Voraussetzungen, um den nächsten Entwicklungsschritt zu gehen und zukünftige Herausforderungen zu meistern.
Ziel ist eine skalierbare großtechnische Lösung
Der Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung von Methoden zur Optimierung der Schlacke – vom Labor- bis zum Pilotmaßstab – sowie auf der Bewertung der Leistungsfähigkeit in Zement- und Betonanwendungen. Ziel ist es, eine industriell skalierbare Lösung zu schaffen, die in zukünftigen Produkten zum Einsatz kommen kann.
Heidelberg Materials und SSAB arbeiten seit langem im Bereich Rohstoffe zusammen, indem Teile der SSAB-Schlacke als Einsatzstoff in der Zementproduktion im Zementwerk Slite in Schweden verwendet werden. Dieses neue Projekt ist ein wichtiger Bestandteil dieser Partnerschaft, da SSAB seine Produktion auf Lichtbogenöfen umstellt. „Wir sehen in der Einbindung von EAF-Schlacke von SSAB eine gute Gelegenheit, im Rahmen unserer Strategie den CO₂-Fußabdruck unserer Produkte zu verringern. Durch diese Zusammenarbeit vereinen wir führendes Fachwissen aus Industrie und Forschung mit dem gemeinsamen Ziel, die Baustoffe der Zukunft zu liefern“, sagt Magnus Ohlsson, CEO von Heidelberg Materials Cement Sverige AB.
(Quelle: SSAB)
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