Unternehmen
Photo: thyssenkrupp
30.09.2026

thyssenkrupp Steel: Verselbstständigung der Sparte bleibt Ziel

thyssenkrupp Steel hat am 28.09.2026 auf einem Capital Market Day über den Stand der Neuaufstellung des Unternehmens informiert und seine Strategie sowie mittelfristige Finanzziele vorgestellt. Das Unternehmen will seine Profitabilität deutlich steigern, seine führenden Positionen in attraktiven Premiumsegmenten weiter ausbauen und seine Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig stärken.

Die Verselbstständigung von thyssenkrupp Steel Europe mit einer eventuellen Minderheitsbeteiligung der thyssenkrupp AG bleibt das erklärte strategische Ziel.

Marie Jaroni, CEO thyssenkrupp Steel:
„thyssenkrupp Steel verfügt über ein starkes Fundament: Führende Marktpositionen in attraktiven Premiumsegmenten, tief verankerte technologische Kompetenz, ein modernes Produktionsnetzwerk und langjährige Kundenbeziehungen. Mit Transform30+ haben wir eine klare Strategie definiert, um unsere Stärken weiter auszubauen und Profitabilität, Wettbewerbsfähigkeit und Wertschöpfung nachhaltig zu steigern. Das neue Management-Team setzt diese Strategie konsequent und mit hoher Geschwindigkeit um.

Wesentliche Meilensteine wurden bereits erreicht und erste messbare Verbesserungen bei Performance und Ergebnisqualität sind sichtbar. Unser Anspruch ist klar: Wir wollen thyssenkrupp Steel als profitables, robustes und zukunftsfähiges Stahlunternehmen erfolgreich weiterentwickeln und nachhaltigen Mehrwert für Kunden, Mitarbeitende
und Investoren schaffen.“

Premiumportfolio und umfassend optimiertes Produktionsnetzwerk als Basis für profitables Wachstum

thyssenkrupp Steel verfügt über den größten integrierten Stahlproduktionsstandort Europasund versorgt mit acht Weiterverarbeitungsstandorten über 900 Kunden. Das Produktionsnetzwerk liegt im Herzen der europäischen Industrie: Ca. 40 Prozent der europäischen Wertschöpfung3 und 70 Prozent unserer Kunden befinden sich in einem Radius von 500 km rund um den Duisburger Standort.

Nahezu zwei Drittel des Produktportfolios von thyssenkrupp Steel sind werthaltigen Premiumgüten zuzurechnen. Das Unternehmen verbindet somit ein werthaltiges Premiumportfolio mit einem State-of-the-art-Produktionsnetzwerk. Durch umfangreiche und gezielte Investitionen verfügt thyssenkrupp Steel heute über eine leistungsfähige und
technologisch führende Plattform für hochwertige Stahlanwendungen. Mit starken Positionen in attraktiven Premiumsegmenten, einer außerordentlich breiten Kundenbasis und einem klaren Fokus auf „Wert vor Volumen“ ist thyssenkrupp Steel gut positioniert, um von langfristigen Trends wie dem Ausbau der Energieinfrastruktur oder nachhaltiger Mobilität zu profitieren.

Marco Richrath, COO thyssenkrupp Steel:
„In den vergangenen Jahren haben wir mehr als 1 Mrd € in die Modernisierung unseres Produktionsnetzwerks investiert und verfügen heute über einige der innovativsten und modernsten Produktionsanlagen der europäischen Stahlindustrie.

Dieses State-of-the-art-Netzwerk ermöglicht uns, anspruchsvolle Premiumgüten effizient und zuverlässig zu produzieren und unsere Kunden mit höchsten Qualitätsstandards zu versorgen. Mit dem Bau unserer Direktreduktionsanlage in Duisburg treiben wir zudem die Transformation hin zu einer CO₂-armen Stahlproduktion konsequent voran.“

Positives Marktumfeld unterstützt die weitere Entwicklung

Die Nachfrage in den für thyssenkrupp Steel relevanten Endmärkten entwickelt sich insgesamt stabil. Gleichzeitig gewinnt der europäische Stahlmarkt durch die seit Juli 2026 geltenden Handelsschutzmaßnahmen deutlich an Momentum. Mehr als 80 Prozent des europäischen Flachstahlmarktes werden inzwischen von den neuen Quoten- und Zollregelungen erfasst, was zu einer höheren Marktstabilität und einem unterstützenden Preisumfeld beiträgt.

In Kombination mit der starken Position von thyssenkrupp Steel in attraktiven Premiumsegmenten verbessert dies die Ausgangslage für eine profitable Entwicklung sowie die nachhaltige Steigerung von Wettbewerbsfähigkeit und Ertragskraft deutlich.

Wesentliche Meilensteine erreicht, klare Mittelfristziele definiert

thyssenkrupp Steel hat in den vergangenen Monaten wesentliche Meilensteine seiner Neuaufstellung erreicht. Mit dem Abschluss des Sanierungstarifvertrags Ende 2025 wurde die
Grundlage für die Restrukturierung und die nachhaltige Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit geschaffen. Von der angestrebten Reduzierung von rund 11.000 Stellen wurden bereits rund 4.000 umgesetzt. Zudem wurde im Sommer 2026 die Trennung von den Hüttenwerken Krupp Mannesmann (HKM) vollzogen.

Zusammen mit den seit 2024 laufenden Kosteneffizienzprogrammen wurden damit zentrale Voraussetzungen geschaffen, um die Profitabilität des Unternehmens nachhaltig zu steigern.

Auf dem Capital Market Day hat thyssenkrupp Steel nun seine Mittelfristziele vorgestellt. Das Unternehmen strebt ein Bereinigtes EBITDA von mindestens 1,2 Mrd € bei einer bereinigten EBITDA-Marge von mindestens 11 Prozent sowie einen positiven Free Cashflow an. Der Großteil der erwarteten Ergebnisverbesserung soll aus Self-Help-Maßnahmen kommen, die thyssenkrupp Steel selbst umsetzen kann. Insgesamt sollen diese Maßnahmen einen EBITDA- Beitrag von mehr als 800 Mio € liefern. Davon ist bereits mehr als die Hälfte vertraglich vereinbart und befindet sich in Umsetzung.

Philipp Conze, CFO thyssenkrupp Steel:
„Zentrale Meilensteine unserer Neuaufstellung haben wir erreicht und wesentliche Werthebel aktiviert. Unsere Mittelfristziele basieren zu einem großen Teil auf Maßnahmen, die wir selbst in der Hand haben und deren Umsetzung bereits abgeschlossen oder weit fortgeschritten ist. Dazu gehören die Restrukturierung, unser Kosteneffizienzprogramm
sowie die Trennung von der HKM. Die erwarteten Ergebnisbeiträge dieser Maßnahmen werden unsere Profitabilität signifikant erhöhen und machen uns zukünftig resilienter.

Ergänzend profitieren wir von einem verbesserten regulatorischen Umfeld und einer höheren Stabilität des europäischen Stahlmarktes. Gemeinsam schafft das eine starke
Grundlage für nachhaltige Profitabilität, positive Cashflows und langfristige Wertsteigerung.“

(Quelle: thyssenkrupp Steel)

1 Basierend auf Einschätzungen von thyssenkrupp Steel nach Marktanteilen für Lieferungen in der EU im Jahr 2024.
2 Basierend auf Einschätzungen von thyssenkrupp Steel nach Marktanteilen für Lieferungen in der EU im Jahr 2024.
3 Bezogen auf das BIP des verarbeitenden Gewerbes in der EU.

 

Schlagworte

AnlagenDirektreduktionDuisburgEnergieEntwicklungErgebnisEUEuropaFlachstahlHandelHKMHZIndustrieInvestitionLieferungModernisierungProduktionRestrukturierungSanierungStahlStahlanwendungStahlindustrieStahlmarktStahlproduktionStahlunternehmenStrategieThyssenthyssenkruppThyssenkrupp AGThyssenkrupp Steel EuropeTransformationUnternehmenUSAWettbewerbWettbewerbsfähigkeit

Verwandte Artikel

Starkes Bekenntnis zur Transformation: Bundeskanzler Friedrich Merz, Ministerpräsidentin Anke Rehlinger und Wirtschaftsminister Jürgen Barke mit der SHS – Geschäftsführung. Als Geschenk für die Gäste gab es die Transformation im Mini-Format: ein Modell der Direktreduktionsanlage und eines Elektrolichtbogenofens
30.09.2026

SHS treibt Transformation mit Power4Steel und Y-SIC voran

Bundeskanzler Friedrich Merz und Ministerpräsidentin Anke Rehlinger zu Gast in Dillingen – internationales Vorzeigeprojekt Power4Steel geht in die nächste Phase – Y-SIC e...

Anlagen Bund CO2 Dekarbonisierung Deutschland Dillinger Direktreduktion Energie EU Europa Finanzierung Handel HZ Industrie ING Innovation Investition Klima Lieferketten Nachhaltigkeit Produktion Pulver Saarland Saarstahl Stahl Stahlindustrie Stahlproduktion Technik Transformation Umwelt Unternehmen USA Vorstand Werkstoff Wettbewerb Wirtschaft Zukunftstechnologie
Mehr erfahren
Laborversuch im 1-kg-Maßstab
29.09.2026

Outokumpu stellt EvoMaterials vor

Proprietäre Technologieplattform für die Herstellung CO₂-armer hochangereicherter Metalle – auf dem Weg zur Pilotproduktion

Bund Chrom DSV Emissionen Entwicklung EU Europa Forschung HZ Industrie ING Innovation KI Klima Legierungen Lieferketten Outokumpu Patent Produktion Projektmanagement Unternehmen USA Vereinbarung Verteidigung Vorstand Werkstoff Werkstoffe Wettbewerb Wirtschaft
Mehr erfahren
Marc- Oliver Arnold
29.09.2026

Marc- Oliver Arnold neuer Vorsitzender des Stahlinstituts VDEh

Marc- Oliver Arnold (58), Sprecher der Geschäftsführung der Georgsmarienhütte GmbH, wird neuer Vorstandsvorsitzender des Stahlinstituts VDEh.

Deutschland DSV EU Georgsmarienhütte Geschäftsführung GMH Industrie ING Klima Marienhütte Metallurgie Produktion RWTH RWTH Aachen Stahl Stahlindustrie Stahlproduktion Studie Technik Transformation VDEh Vorstand Werkstoff Werkstofftechnik
Mehr erfahren
28.09.2026

steelbuy: Neue Plattform von tk accelis in den USA gestartet

Die Plattform unterstützt die Strategie von tk accelis, in Nordamerika zu expandieren und die Digitalisierung von Lieferketten voranzutreiben

Aluminium Blech Bleche Coils Digitalisierung Edelstahl EU Handel Industrie ING Lieferketten Modernisierung Nordamerika Service Stahl Stahlhandel Stahlindustrie Stahlwerk Strategie Tk accelis Unternehmen USA Verkauf Verlag Vertrieb
Mehr erfahren
25.09.2026

CO₂-Rechnung für Stahl könnte sich verdoppeln

EUROFER schätzt, dass die steigenden EU-CO₂-Abgaben den konventionellen Hochofenstahl nach 2030 drastisch verteuern werden

Dekarbonisierung Emissionen Energie Entwicklung Essen EU EUROFER Europa Handel Hochofen HZ IBU Importe Industrie ING Investition Klima Klimaneutraler Stahl Messe Schrott Transformation Unternehmen Verkauf Verlag Wettbewerb Wirtschaft Zahlen Zertifikat
Mehr erfahren