Statement
Dipl.-Ing. Herbert Eibensteiner (Vorsitzender des Vorstandes) - Photo: voestalpine AG
21.10.2025

voestalpine fordert die Verlängerung der CO2-Freizertifikate

Am 23. Oktober erfolgt im Europäischen Rat in Brüssel eine entscheidende Weichenstellung für die europäische und die österreichische Industrie. Werden die CO2-Freizertifikate für die Industriebetriebe, wie aktuell geplant, nicht verlängert, drohen massive wirtschaftliche und ökologische Nachteile für Europa. Der Stahl- und Technologiekonzern voestalpine richtet daher heute in einer länderübergreifenden Allianz mit knapp 80 Industrieunternehmen den eindringlichen Appell an die europäische Politik, die Frist für die CO2-Freizertifikate zu verlängern.

Alleine die voestalpine, die derzeit jährlich ca. 200 Mio. EUR für CO2-Zertifikate in das Budget der Republik Österreich zahlt, müsste bis inklusive 2030 zusätzlich 1 – 2 Mrd. EUR für den steigenden Zertifikatebedarf aufwenden. Die Folgen wären ein massiver Verlust an Wettbewerbsfähigkeit und an Arbeitsplätzen sowie ein Rückschritt für das Transformationsprojekt greentec steel.

Die 79 Industrieunternehmen, die alleine in Europa in Summe rund 500.000 Mitarbeiter:innen repräsentieren, appellieren in einem offenen Brief an hochrangige europäische Politiker:innen für ein Abgehen vom geplanten Auslaufen der Freizuteilung 2026 bis 2034 und eine Verlängerung dieser Frist.

„Der Zeitpunkt des Auslaufens der Freizuteilung 2026 bis 2034 ist unrealistisch, zumal bis dahin die Voraussetzungen für die grundlegende Technologieumstellung – wie ausreichende Verfügbarkeit von grünem Strom oder Wasserstoff zu wettbewerbsfähigen Preisen inklusive Infrastruktur – nicht gegeben sind. Wir sind ein verlässlicher Partner für Dekarbonisierung, aber die EU muss sich beim Emissionshandel und dem Zeitplan an die technologischen Realitäten anpassen. Unsere klare Forderung ist daher eine Verlängerung des Auslaufens von Freizertifikaten“, sagt Herbert  CEO der voestalpine AG.

Enorme Kostenbelastung für die voestalpine

Derzeit zahlt die voestalpine pro Jahr ca. 200 Mio. EUR für CO2-Zertifikate in das Budget der Republik Österreich. Durch das geplante Abschmelzen der Freizertifikate im Zeitraum 2026 bis 2034 würden sich diese Kosten vervielfachen: Alleine bis inklusive 2030 würde das Unternehmen zusätzlich 1 - 2 Mrd. EUR für den steigenden Zertifikatebedarf aufwenden müssen.

„Der geplante Wegfall der Freizertifikate würde für die voestalpine einen massiven Verlust an Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätzen sowie einen Rückschritt für das Transformationsprojekt greentec steel bedeuten. Investitionen für die weitere Transformation wären wirtschaftlich nicht mehr möglich. Wichtige Prozessschritte der Produktion könnten nicht mehr in Österreich erfolgen“, so Eibensteiner.

Die voestalpine hat zur Transformation ihrer Stahlproduktion bereits enorme Investitionen getätigt. Mit ihrem Programm greentec steel hat das Unternehmen Ende März 2025 bereits ein Drittel des Gesamtvolumens von 1,5 Mrd. EUR aus eigenen Mitteln investiert, um bis 2029 ihre Emissionen um 30 % zu senken. Das entspricht 5 % der CO2-Emissionen Österreichs

Für die voestalpine ist die Verlängerung der Freizertifikate ein wichtiger Faktor für ihre Wettbewerbsfähigkeit und für ihre Investitionen, um auch künftig die insgesamt 23.300 Arbeitsplätze in Österreich absichern zu können. Die voestalpine generiert jährlich Wertschöpfung von fast 8 Mrd. EUR in Österreich und leistet direkt und indirekt insgesamt 2,4 Mrd. an Steuern und Sozialbeiträgen pro Jahr. Der Stahl- und Technologiekonzern ist einer der kraftvollsten Wirtschaftsmotoren des Landes.

CO2-Grenzausgleich ist kein Ersatz für Freizertifikate

Der CO2-Grenzausgleich (CBAM), der mit 2026 vollständig umgesetzt werden soll, ist definitiv keine Alternative zum Auslaufen der Freizuteilung, da er keinen vollumfänglichen Carbon-Leakage-Schutz für Betriebe bietet.

„Wir sind weiter im Export benachteiligt, während die Konkurrenz Umgehungsmöglichkeiten bei Importen nutzt. Das als Wettbewerbsvorteil propagierte Emissionshandelssystem führt ohne realistische Betrachtung der Transformationsvoraussetzungen der Industrie in eine industrie- und klimapolitische Sackgasse. Zur Verlängerung der Freizertifikate für die Industrie gibt es keine Alternativen“, betont der CEO der voestalpine AG.

(Quelle: voestalpine AG)

 

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