Veranstaltung
Photo: Rath AG
18.05.2026

6. Freiberger Feuerfest-Symposium als starker Impulsgeber

Von 20. bis 22. April 2026 wurde das sächsische Freiberg (Deutschland) erneut zum zentralen Treffpunkt der Feuerfestbranche: Das 6. Freiberger Feuerfest-Symposium brachte führende Experten aus Industrie, Forschung und Anlagenbau zusammen, um aktuelle Entwicklungen und Zukunftsfragen der Branche zu diskutieren. Im Fokus stand die Dekarbonisierung der Thermoprozesstechnik und damit die Frage, wie sich thermische Prozesse ohne Kompromisse bei Prozesssicherheit, Effizienz und Anlagenverfügbarkeit transformieren lassen.

Organisiert wurde die Fachtagung in bewährter Kooperation des international tätigen Feuerfestherstellers Rath mit der Deutschen Keramischen Gesellschaft (DKG), der Deutschen Gesellschaft für Feuerfest- und Schornsteinbau (dgfs) sowie der TU Bergakademie Freiberg – eine Zusammenarbeit, die für hohe wissenschaftliche Qualität und Praxisrelevanz steht.

„Die globalen politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen treffen auch die Feuerfestbranche hart, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind alles andere als einfach. Umso mehr gilt unser Anspruch, mit diesem Symposium einen aktiven Beitrag zur Zukunftssicherung der Branche zu leisten“, betont Andreas Pfneiszl, CEO der Rath Gruppe.

„Dekarbonisierung ist bereits seit längerem eine zentrale Herausforderung, der sich unsere Branche stellt. Die Transformation hin zu einer noch stärkeren Dekarbonisierung kann nur im Schulterschluss von Industrie und Forschung gelingen: Nur so können wir zukunftsorientierte Lösungen entwickeln, die im harten Anlagenalltag bestehen – und genau dafür schaffen wir hier gemeinsam den Rahmen“, so Andreas Pfneiszl.

Breiter Themenbogen entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Thermoprozesstechnik

Das Überthema des diesjährigen Symposiums lautete „Stand und Perspektiven der Dekarbonisierung in der Thermoprozesstechnik“. Über drei Tage hinweg wurden konkrete Lösungsansätze präsentiert und diskutiert, wie thermische Prozesse nachhaltig transformiert werden können, ohne Abstriche bei Prozesssicherheit, Effizienz und Anlagenverfügbarkeit in Kauf nehmen zu müssen.

Der Themenbogen spannte sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Thermoprozesstechnik, von der Werkstoffentwicklung bis zum effizienten Anlagenbetrieb: Behandelt wurden die Neu- und Weiterentwicklung feuerfester Werkstoffe, die energetische Optimierung in Forschung, Produktion und Anwendung sowie ein nachhaltiger Rohstoffeinsatz inklusive Rohstoffrecycling.

Ebenso beleuchtet wurden intelligente Wartungs-, Reparatur- und Instandhaltungsmaßnahmen zur Verbesserung der Haltbarkeit und Verlängerung der Einsatzzeiten feuerfester Zustellungen sowie zur Erhöhung der Anlagenverfügbarkeit. Weitere Themen, die u. a. im Fokus standen: die Elektrifizierung von Thermoprozessanlagen sowie Herausforderungen wie Wasserstoff-Korrosion an feuerfesten Baustoffen.

Ein umfangreiches Vortragsprogramm mit rund 20 Beiträgen aus Industrie, Forschung und Anlagenbau bot den Teilnehmern fundierte Einblicke in aktuelle Entwicklungen. Abgerundet wurde dieses durch Beiträge zu Systemlösungen und Best Practices aus der Industrie sowie Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte. Dabei zeigte sich einmal mehr, dass die Dekarbonisierung nicht nur eine Herausforderung darstellt, sondern zugleich ein Innovationstreiber für neue Werkstoffe und effizientere Anlagenkonzepte ist.

Beispielhaft für innovative Werkstoffentwicklung: Hochtemperaturwolle ALTRA® 1500C von Rath stellte im Rahmen des Vortrags „ALTRA® 1500C – Neue, polykristalline Wolle als Alternative zu eingestuften Fasern“ ein aktuelles Beispiel für innovative Werkstoffentwicklungen vor.

Dr. Marco Hildebrandt, R&D Manager, Rath, präsentierte eine Weiterentwicklung der bewährten und erprobten ALTRA®-Serie: ALTRA® 1500C ist eine neue, nicht eingestufte, polykristalline Hochtemperaturwolle, die für Anwendungen bis zu 1400 °C optimiert wurde und als Wolle, Matten oder Module verfügbar ist. Sie zeichnet sich durch eine Kombination aus hoher Temperaturbeständigkeit, hocheffizienter Wärmedämmung, maximaler Lebensdauer und hoher Flexibilität sowie einfacher Handhabung und Installation aus. Durch die gezielte Kombination bestimmter physikalischer Eigenschaften ist Hochtemperaturwolle besonders energieeffizient und im Zusammenspiel mit häufig eingesetzten Feuerfestprodukten wie Steinen und Beton die ideale Ergänzung zu einer kompletten Feuerfestauskleidung.

Etabliertes, offenes Forum zur Weiterentwicklung der Feuerfestindustrie

Das einmal mehr große Interesse sowie die intensive Beteiligung der über 100 Teilnehmern und Vortragenden unterstreichen die Bedeutung des Symposiums als Plattform für den fachlichen Dialog.

„Das Freiberger Feuerfest-Symposium ist ein mittlerweile sehr etabliertes, offenes Forum, das einen intensiven Austausch innerhalb der Branche ermöglicht und damit wichtige Impulse für die Zukunft unserer Branche setzt. Im besten Falle entstehen in diesem Rahmen auch konkrete Ideen, wie wir gemeinsam die Feuerfestindustrie zukunftssicher und nachhaltig gestalten können“, resümiert Andreas Pfneiszl.

Über das Freiberger Feuerfest-Symposium

Was einst als Seminar für einen kleinen Expert:innenkreis begann, hat sich über die Jahre zu einer festen Größe in der Feuerfestbranche entwickelt. Die im Zweijahresrhythmus stattfindende Tagung steht für fundierten Wissenstransfer, intensive fachliche Diskussionen und eine enge Verzahnung von Wissenschaft und Praxis.

(Quelle: Rath AG)

Schlagworte

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