Veranstaltung
Zahlreiche Teilnehmende der GROWTH Convention haben sich über die Zukunft der nachhaltigen Materialien informiert. - Photo: Hochschule Osnabrück/Aileen Rogge
28.10.2024

80 Teilnehmende auf der GROWTH Convention

„Nachhaltige Materialien: Klimaneutral in die Zukunft?“

Nachhaltige Technologien können die Industrie revolutionieren. Dies hat die diesjährige GROWTH Convention, die am 24. Oktober im eMotion Center der GMH Gruppe stattfand, gezeigt. Mit dem Schwerpunkt „Grüner Stahl“ aber auch mit Blick auf Werkstoffe, wie Keramik und Kunststoff, wurde der Weg hin zu klimaneutralen Produktionsprozessen beleuchtet, insbesondere durch den Einsatz von erneuerbaren Energien, grünem Wasserstoff und recycelten Materialien

Dr. Alexander Becker, CEO der GMH Gruppe, eröffnete die Konferenz mit einem Vortrag über die Entwicklung der GMH Gruppe hin zu einem Unternehmen, das nur noch grünen Stahl produziert.

„Wir sammeln auf unseren Schrottplätzen 12 Prozent des Schrottes in Deutschland ein und machen daraus im Elektrolichtbogenofen bei 1650 Grad neuen Stahl, eigentlich sind wir ein großes Recyclingunternehmen. Bis 2039 wollen wir klimaneutral sein“ Beckers Botschaft: “Die Welt ist in keinem guten Zustand. Wir alle müssen uns zusammenreißen und dafür sorgen, dass wir Stück für Stück den CO2-Ausstoss senken.“

Ganz ähnlich urteilte Prof. Dr. Ing. habil. Ulrick Krupp von der RWTH Aachen Universtiy:
„In den letzten 80 Jahren sind die CO2-Emissionen ganz massiv angestiegen und es ist unstrittig, dass das auf den Menschen und das, was er hier auf der Erde tut, zurückzuführen ist.“

Der Stahlsektor ist für 19 Prozent der globalen CO₂-Emissionen verantwortlich. Krupp beleuchtete in seinem Vortrag die „Circular Economy“ und plädierte für ein neues Mindset, das einen anderen Umgang mit Materialien vorsehe. Dieser dürfe nicht mehr linear sein, „wir produzieren Dinge, wir nutzen sie und dann schmeißen wir sie weg“, sondern müsse den Kreislaufgedanken in den Mittelpunkt rücken. Dabei gehe es jedoch nicht nur um Recycling, sondern auch um „slowing, also um das Erhöhen der Lebensdauer von Produkten, sowie um das „narrowing,“ die Einschränkung des Kreislaufs, durch den Einsatz von weniger Material bei gleicher Werkstoffeffizienz.

Forschende der Hochschule Osnabrück und Unternehmerinnen und Unternehmen der Region brachten in acht Pitches praxisnahe Forschungsergebnisse und Fragestellungen in die Diskussion ein und zeigten eindrucksvoll, wie Hochleistungswerkstoffe die industrielle Produktion nachhaltiger machen können.

„Hochleistungswerkstoffe sind die Zukunft – sie ermöglichen klimaneutrale Innovationen in der Industrie und bieten enorme Chancen für unsere Region“, erklärte Prof. Dr. Katrin Jahns, wissenschaftliche Leiterin der Hochschule Osnabrück.

Diese fortschrittlichen Werkstoffe, die bereits in der Luft- und Raumfahrt, in der Zahnmedizin, Automobilindustrie und im Bereich der erneuerbaren Energien Anwendung finden, sind entscheidend für den technologischen Fortschritt in eine klimaneutrale Zukunft.

Das vielseitige Programm der Convention umfasste auch Präsentationen über innovative Materialien für die Mobilität von morgen, Keramik als nachhaltiger Werkstoff und die Rolle von Rezyklaten, womit Kunststoffabfälle gemeint sind. Die Recyclingmenge bei Kunststoffen liegt in Deutschland bei aktuell 16 Prozent.
Die Teilnehmenden informierten sich über die neuesten Trends in der nachhaltigen Materialwirtschaft.

Insgesamt war die GROWTH Convention ein voller Erfolg und zeigte, wie bedeutsam die Zusammenarbeit von Forschung, Industrie und Politik ist, um den Weg zu einer klimaneutralen Zukunft zu ebnen.

(Quelle: Hochschule Osnabrück)

Schlagworte

AutomobilCO2CO2-EmissionenDeutschlandElektrolichtbogenofenEmissionenEnergieEntwicklungErgebnisEssenEUForschungGMHIndustrieINGInnovationKlimaKonferenzLichtbogenofenPolitikProduktionProduktionsprozessRecyclingRWTHRWTH AachenSchrottStahlUnternehmenUSAWasserstoffWerkstoffWerkstoffeWirtschaftZusammenarbeit

Verwandte Artikel

19.06.2026

thyssenkrupp-Aufsichtsrat stimmt für Verselbstständigung von tk accelis

tk accelis (vormals thyssenkrupp Materials Services) soll im Wege einer Abspaltung als eigenständiges Unternehmen aufgestellt werden und an die Börse geführt werden.

Distribution DSV Entwicklung EU Getriebe Handel IBU Industrie ING Lieferketten Service Strategie Thyssen thyssenkrupp Thyssenkrupp AG Thyssenkrupp Materials Services Transformation Unternehmen Verteidigung Vorstand Werkstoff
Mehr erfahren
Von links: Herbert Eibensteiner, CEO der voestalpine AG und Franz Kainersdorfer, Mitglied des Vorstandes der voestalpine AG und Leiter der Metal Engineering Division
19.06.2026

voestalpine: greentec steel im Zeitplan

Die voestalpine nimmt an ihrem Standort Donawitz in knapp einem Jahr wie geplant einen Elektrolichtbogenofen (EAF) in Betrieb und kombiniert so Elektrostahlproduktion mi...

Aufsichtsrat CO2 CO2-Emissionen Donawitz Einsparung Elektrolichtbogenofen Emissionen EU Hochofen Inbetriebnahme Industrie ING Investition Kernaggregate Klima Klimaschutz Lichtbogenofen Logistik Metallurgie Montage Produktion Schrott Schulung Sinter Sinteranlage Stahl Stahlproduktion Stahlwerk Strategie Transformation Umwelt Voestalpine AG Vorstand Weiterbildung
Mehr erfahren
Hauptgeschäftsstelle Berlin
18.06.2026

Gesamtmetall meldet Verluste an Arbeitsplätzen

M-E-Beschäftigung sinkt seit nunmehr zweieinhalb Jahren ununterbrochen. Arbeitsplatzverluste bislang trotzdem nur halb so hoch wie Produktionsrückgang. Ausrüstungsinvesti...

ABB Bund Deutschland EU IBU Industrie ING Investition Produktion Unternehmen Wettbewerb Zahlen
Mehr erfahren
Vormaterial-Lager, Burbach
18.06.2026

SHS erhält Auszeichnung für Klimaschutz

SHS-Gruppe erhält erneut Bestnote für klimafreundliches Lieferketten-Engagement.

Auszeichnung CDP Dekarbonisierung Dillinger EU Europa ING Klima Klimaschutz Lieferketten Nachhaltigkeit Saarstahl SHS – Stahl-Holding-Saar GmbH & Co. KGaA Stahl Strategie Transformation Unternehmen
Mehr erfahren
Marcel Hergarten, Geschäftsführer der Hergarten Gruppe
17.06.2026

Hergarten Gruppe wird zur emissionsfreien Spedition

Bis 2031 vollständige Umstellung auf emissionsfreie Fahrzeuge geplant .

Antrieb Bund Dekarbonisierung Deutschland Digitalisierung Einsparung Elektrifizierung Energie Entwicklung EU Hergarten GmbH HZ Industrie ING Investition Klima Lieferketten Logistik Managementsystem Nachhaltigkeit Produktion Produktionsprozess Profile Software Spedition Stahl Stahlindustrie Stahlspedition Steuerung Strategie Technik Transformation Transport Unternehmen Wettbewerb Wirtschaft Zahlen
Mehr erfahren