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Photo: Feralpi Stahl
11.02.2022

Energie- und Wasserstoffnetzwerk im Industriebogen neu gegründet

Am 09. Februar kamen Vertreter aus Unternehmen, Kommunen und des Landkreises Meißen zusammen, um eine neue Initiative ins Leben zu rufen: Das „Energienetzwerk im ‚Industriebogen‘“. Staatssekretär Dr. Gerd Lippold (Sächsisches Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft) und Landrat Ralf Hänsel nahmen an der Auftaktveranstaltung teil und sicherten dem neugegründeten Bündnis ihre Unterstützung zu.

Die Wacker Chemie AG Nünchritz, FERALPI STAHL, Mannesmann Röhrenwerke, Schmiedewerke Gröditz, Großenhainer Gesenk- und Freiformschmiede GmbH und das Stahlwerk ERVIN gehören mit mehr als 20 weiteren Partnern zum "Energienetzwerk im Industriebogen“. Die stark steigenden Energiepreise, die verschärften Klimaschutzvorgaben der Bundesregierung und die damit verbundene CO2-Reduktion stellen die Unternehmen vor enorme zukünftige Herausforderungen. Mit diesen Herausforderungen umzugehen und sie konstruktiv und tatkräftig zu bewältigen, ist die Aufgabe der neugegründeten Allianz.

„Wir haben hier in der Region eine Gemeinschaft gebildet, da wir alle interessante Wasserstoffverbraucher wären. Wir möchten darauf aufmerksam machen, dass wir näher an die geplante Pipeline rücken müssen. Diese soll 40 Kilometer nördlich von unserem Standort verlaufen und würde unsere Betriebe damit abkoppeln. Daher sind wir jetzt mit der Landesregierung im Gespräch“, so Uwe Reinecke, Werksdirektor von FERALPI STAHL.

„Wasserstoff ist für uns in Riesa von enormer Bedeutung – für die Pfannenfeuer und unseren großen Hubherdofen im Walzwerk. Und auch der Elektroofen besitzt eine Gasbefeuerung. Wenn wir perspektivisch von Gas auf Wasserstoff umstellen, könnten wir beträchtlich sparen. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass Wasserstoff preisgünstig angeboten wird. Parallel dazu sind wir mit dem Partner SachsenEnergie zu einem Projekt für eine eigenständige Lösung der Erzeugung und Verteilung der neuen Energieträger im Industriebogen im Gespräch.“

„Grundlegendes Ziel der Netzwerkarbeit ist es, die in der Region ansässige energieintensive Industrie als starken Partner bei den anstehenden Transformationsprozessen zu nutzen, Wasserstoff als Energieträger der Zukunft für die Region nutzbar zu machen und damit attraktive und gut bezahlte Industriearbeitsplätze in der Region zu sichern,“ erläutert Jutta Matreux, Werkleiterin der Wacker Chemie AG Nünchritz, das Vorhaben.

„Der Industriebogen vereint wie kaum eine andere Region auf kleinstem Raum unterschiedlichste Formen von Energieerzeugung, Energieumwandlung,
Energietransport und Energienutzung“, sagt Gerd Lippold, Staatssekretär im sächsischen Ministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft.

„Für künftige Innovationen bei der klimaneutralen Energieversorgung bestehen deshalb sehr gute Bedingungen im Industriebogen. Der Aufbau einer Wasserstoffversorgung auf der Basis von Strom aus Wind und Sonne ist eine Chance. Wir müssen uns gemeinsam aufstellen, damit die Region und die ansässigen Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben.“

Mit einem jährlichen Stromverbrauch von ca. 2,5 Mrd. kWh pro Jahr ist der Landkreis Meißen, der mit Abstand größte Verbraucher der Region. Vergleichbare Landkreise wie Görlitz, Bautzen oder Sächsische Schweiz-Osterzgebirge haben mit deutlich unter 1 Mrd. kWh pro Jahr einen um das 2,5-fache geringeren Stromverbrauch. Grund für die hohen Verbräuche ist der überdurchschnittlich hohe Schwerindustrieanteil im Landkreis Meißen – eine Besonderheit in Sachsen insgesamt.

„Die Vielschichtigkeit von energetischen Prozessen in der Region bildet die Grundlage, um Energie- und Klimaschutzthemen zukünftig gemeinsam anzugehen. Um zu diesen Themen auch mit der Gesellschaft in den Dialog zu treten, plant das Netzwerk sogenannte Energieerlebnispunkte ins Leben zu rufen“, so der Landrat des Landkreises Meißen Ralf Hänsel. „Das Format ‚Energie zum Anfassen‘ soll auch Familien und junge Menschen zum Nachdenken über die Energiewende und den Klimaschutz anregen.“

Der „Industriebogen“ im Landkreis Meißen grenzt die herausragende Schwerindustrieregion in Sachsen geografisch ein. Er erstreckt sich im Nordwesten des
Landkreises Meißen entlang der Bundesstraßen B 98 und B 169 und schlägt einen Bogen von der Autobahn 13 (Dresden – Berlin) zur A 14 (Dresden – Leipzig).

Zu den wichtigsten industriellen Standorten im Industriebogen zählen Riesa, Großenhain und Gröditz sowie die Industrie- und Energiegemeinden Nünchritz, Glaubitz, Zeithain und Wülknitz.

(Quelle: Feralpi Stahl)

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