Wirtschaft
Der neue – alte – Feuerfest-Vorstand (DFFI) Marcus Blumenberg, Michael P. Wiessler, Ulf Frohneberg, Dr. Rainer Gaebel, Dr. Harald Zender und Jan-Carsten Ihle (v.lks.; es fehlt Markus Pung). - Photo:
30.06.2022

Feuerfest-Branche – Mitglieder wählen DFFI-Vorstand

Ulf Frohneberg als Vorsitzender bestätigt – Klare Ausrichtung – Neue Mitglieder

Der Wirtschaftsverband „Deutsche Feuerfest-Industrie e.V.“ (DFFI) hat auf seiner Mitgliederversammlung in Eisenach den Vorstand gewählt: Mit dem alten und neuen Vorsitzenden Ulf Frohneberg (Steuler KCH Materials) und den beiden Stellvertretern Dr. Rainer Gaebel (Refratechnik) und Michael P. Wiessler (EKW) sind noch die Herren Marcus Blumenberg (Knöllinger), Jan-Carsten Ihle (PD-Refractories), Markus Pung (RHI Magnesita) und Dr. Harald Zender (Calderys) im Vorstandsteam einstimmig bestätigt worden.

Herr Frohneberg berichtete als Vorsitzender über die erfolgreiche Entwicklung des Wirtschaftsverbandes in der zurückliegenden Wahlperiode und formulierte zugleich den Ausblick für den Zeitraum bis 2024:

„Es ist uns gut gelungen, die Feuerfest-Branche insgesamt sichtbarer zu machen und die Netzwerke zu anderen Verbänden zu stärken, um unseren Forderungen in der Politik mehr Kraft zu geben,“ resümierte Ulf Frohneberg und blickte voraus: „Wir benötigen verlässliche Rahmenbedingungen für den Umbau zur CO2-Reduzierung. In den diesen dynamischen Zeiten ist es für unsere Branche wichtig, ihre Relevanz für viele industrielle Prozesse zu verdeutlichen. Gleichzeitig bieten die sich ändernden Bedingungen auf dem Rohstoff-, dem Energie- und dem Frachtmarkt Chancen für die deutsche und europäische Feuerfest-Industrie, die es zu nutzen gilt.“

Die mittelständischen Produktionsstandorte müssten hohe Investitionen aufbringen, um einen konstruktiven und wirkungsvollen Beitrag zu einer klima- und energieschonenden Industrie leisten zu können. Zugleich dürfe die Qualität nicht sinken und die Wettbewerbsfähigkeit müsse erhalten bleiben. Grundlage dafür sei die Innovationskraft der deutschen Feuerfestindustrie, die gebündelt werden müsse.

Die wirtschaftliche Lage der Industrie sei aktuell gut: die Branche habe die vergangene „Corona-Monate“ gut aufgeholt. Die Auftragsbücher seien gut gefüllt. Sorge bereiten die sich verschärfenden Bedingungen am Rohstoff- und Energiemarkt und eine sich abzeichnende Mangellage bei der Erdgasversorgung für den Mittelstand im kommenden Winterhalbjahr.

Sofern die Feuerfest-Produktion durch Gasabschaltungen nicht mehr liefern könne, müssten auch Hochtemperatur-Prozesse wie z.B. die Herstellung von Stahl oder von chemischen Grundstoffen für eine Vielzahl von Folgeprodukten eingestellt werden. „Und das nach bereits wenigen Wochen“.

Um diese Komplexität der Wirtschaftsketten deutlich zu machen, werde der DFFI die Zusammenarbeit in den verschiedenen Netzwerken (BFE, bbs, PRE u.v.m.) intensivieren und so die Wahrnehmung der Mitgliederinteressen und die Positionierung der Branche im Dialog mit der Politik deutlicher formulieren.

Der DFFI bündelt die gemeinsamen Maßnahmen der vier Feuerfest-Organisationen in Höhr-Grenzhausen, die in ihren Tätigkeitsfeldern und der Vielzahl an Verknüpfungspunkten an einem Standort einzigartig in Europa und der Welt seien.

„Mit einem Materialprüfinstitut von Weltruf, einer Forschungsgemeinschaft mit internationalen Projekten und dem Europäischen Feuerfest-Zentrum für die Aus- und Weiterbildung des Branchennachwuchses haben wir starke Teams im Einsatz. Das werden wir künftig im Serviceportfolio sichtbarer machen.“, so
Frohneberg.

Diese klare Ausrichtung und Strategie hat auch erneut zu einen Mitgliederzuwachs geführt: die Unternehmen WEERULIN GmbH, COFERMIN Chemicals GmbH & Co. KG sowie MAYERTON Refractories wurden herzlich als neue Verbandsmitglieder aufgenommen. Auf der Mitgliederversammlung wurde zudem beschlossen, mit einer Industriebeteiligung die Tandem-Professur „Feuerungsbau“ an der Hochschule Koblenz finanziell zu unterstützen und somit möglich zu machen.

(Quelle: Deutsche Feuerfest-Industrie e.V.)

Schlagworte

CO2CO2-ReduzierungCoronaDeutsche Feuerfest-Industrie e.V.DFFIEnergieEntwicklungErdgasEssenEUForschungIndustrieINGInnovationInvestitionKlimaNachwuchsPolitikProduktionRefratechnikRHI MagnesitaServiceStahlStrategieTandem-ProfessurTechnikTemperaturUnternehmenUSAWeiterbildungWettbewerbWirtschaftZusammenarbeit

Verwandte Artikel

12.05.2026

Swiss Steel Group veröffentlicht Nachhaltigkeitsbericht 2025

Swiss Steel Group macht bei der Dekarbonisierung konkrete Fortschritte – und lässt sich daran messen.

CDP Dekarbonisierung Entwicklung Essen EU Frankreich Hybrid HZ ING Innovation Kanada Klima Klimaschutz Messe Nachhaltigkeit Produktion Schweiz Umwelt Unternehmen
Mehr erfahren
Karte ausgewählter Stahlwerke in der Golf-Region
12.05.2026

Stahlproduktion in der Golf-Region erholt sich vom Einbrauch Anfang April

Aktuelle Daten von Earth-i zeigen, dass die Produktion Anfang Mai auf fast 60 % der Kapazität gestiegen war

Anlagen Emirate Industrie Iran KI Lieferketten Produktion Rohstoffe Saudi-Arabien Sensoren Stahl Stahlwerk Unternehmen Verteidigung Wirtschaft
Mehr erfahren
Eva Aigner, Mitglied des Vorstandes der Metal Engineering Division
12.05.2026

Neue Finanzvorständin der Metal Engineering Division des voestalpine-Konzerns

Eva Aigner ist seit 1. April 2026 Vorstandsmitglied der Metal Engineering Division des voestalpine-Konzerns und folgt damit Martin Reisetbauer nach, der am 1. Juni 2026 i...

Ausbildung EU ING Studie Unternehmen Voestalpine Voestalpine AG Vorstand Wirtschaft
Mehr erfahren
Der LESSS-Beirat hat 12 Mitglieder
11.05.2026

LESS-Initiative gründet Beirat

Im Beirat sind Stahlproduzenten, Stahlverarbeitern, Nichtregierungsorganisationen sowie Fach- und Politikexperten vertreten

Automobil Dekarbonisierung Edelstahl Emissionen Entwicklung EU Europa Generalversammlung Industrie ING Investition KI Klima Klimaziel Klimaziele Politik Regelwerk Stahl Stahlindustrie Strategie Umwelt Umweltschutz USA Zusammenarbeit
Mehr erfahren
Von links nach rechts: Vorne: Ola Norén, Head of Metallurgy, ABB; Dr. Jochen Wans, VP of Casting Flat, SMS group. Hinten: Lothar Fischer, Casting Flat, SMS group; Carl Almeby, Sales Manager for northern & western Europe for ABB Metallurgy; Eva Wadman, Industrial Automation Measurement & Analytics Västerås, Sweden.
11.05.2026

ABB und SMS group unterzeichnen Kooperationsvereinbarung

Das Dünnbrammenkonzept CSP® Nexus erhält künftig eine adaptive Strömungsregelung in der Kokille

Anlagen Anpassung Bramme Energie Entwicklung EU HZ IMU ING KI Kooperation Partnerschaft Produktion Schweden SMS SMS group SMS group GmbH Stahl Steuerung Strategie TRIP USA Vereinbarung Walzanlage Walzen Zusammenarbeit
Mehr erfahren