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Die Werke von thyssenkrupp Electrical Steel in Gelsenkirchen und Isbergues stellen kornorientiertes Elektroband her – ein Schlüsselmaterial für Transformatoren in Umspannwerken und Windkraftanlagen. Aufgrund der sich weiter verschärfenden Importkrise reagiert thyssenkrupp Steel mit weiteren Produktionskürzungen. Daher wird der Standort Isbergues von Juni bis September komplett geschlossen - Photo: thyssenkrupp Steel
27.03.2026

Importkrise bei kornorientiertem Elektroband

Die Importkrise auf dem Markt für kornorientiertes Elektroband verschärft sich weiter. thyssenkrupp Steel reagiert darauf mit weiteren Produktionskürzungen. Nachdem die Tochtergesellschaft thyssenkrupp Electrical Steel (tkES) schon zum Jahreswechsel die Produktion an den Standorten Gelsenkirchen und Isbergues temporär stillgelegt hatte und in Isbergues seit Januar nur mit 50 Prozent der Ge-samtkapazität produziert, wird der Standort von Juni bis September nun komplett geschlos-sen. Die Maßnahme ist eine weitere notwendige Reaktion auf eine zunehmend dramatische Importsituation.

Angelo Di Martino, CEO von thyssenkrupp Electrical Steel:
„Wir sehen angesichts der ruinösen Importschwemme auf dem Markt für kornorientiertes Elektroband keine Alternative zu einer weiteren temporären Stilllegung unseres französischen Standortes. Die Maßnahme ist notwendig, um unser Unternehmen angesichts einer weiter verschlechterten Auftragslage zu stabilisieren. Wir sehen uns mit Importpreisen konfrontiert, die teilweise weit unterhalb der Produktionskosten in der EU liegen.

Wir brauchen daher dringend einen wirksamen Handelsschutz, um faire Wettbewerbsbedingungen für dieses strategisch wichtige Produkt herzustellen. Es geht dabei auch um rund 1.200 qualifizierte Arbeitsplätze, die wir an unseren Standorten in Gelsenkirchen und Isbergues sichern wollen. Wir sind dazu in einem intensiven und guten Dialog mit der EU-Kommission und hoffen auf eine zeitnahe Einführung effektiver Safeguards.

Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keinen wirksamen Schutz. Gleichzeitig tun wir alles in unserer Macht Stehende, um unsere eigene Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.“

Der europäische Markt für kornorientiertes Elektroband steht derzeit unter starkem Druck. Grund sind ungebremst steigende Importmengen zu Preisen, die deutlich unter den durchschnittlichen Produktionskosten in der EU liegen. Die Importe haben sich seit 2022 verdreifacht und sind in 2025 nochmals um 50 Prozent angestiegen und dürften mittlerweile über 50 Prozent des europäischen Marktvolumens ausmachen.

Diese Entwicklungen haben zu einer dramatischen Reduzierung der Auftragsvolumina und somit zur erheblichen Unterauslastung der europäischen Produktionsanlagen geführt. Dabei bleibt der Markt für kornorientiertes Elektroband attraktiv: Marktstudien zufolge verdreifacht sich der globale Bedarf bis 2050.

thyssenkrupp Electrical Steel ist einer von zwei verbliebenen europäischen Herstellern von kornorientiertem Elektroband, einem Spezialwerkstoff für die Energiewirtschaft. Das Material wird u. a. für Transformatoren in Umspannwerken und Windkraftanlagen benötigt.

Generell für den Transport von Strom, von den Kraftwerken, wo er erzeugt wird, bis zur heimischen Steckdose. Ohne effizientes Elektroband aus Stahl ist der Prozess nicht möglich, der Werk-stoff ist nicht ersetzbar. Damit dieser Transport möglichst effizient und verlustarm funktioniert, werden spezielle Güten, sogenannte Top Grades, benötigt, die in einem technologisch aufwändigen Verfahren produziert werden.

thyssenkrupp Electrical Steel ist weltweit einer der wenigen Hersteller solcher Top Grades und damit in der Strom-Wertschöpfungskette ein wichtiger Technologiepartner. Kornorientiertes Elektroband ist auch für die Energiewende unverzichtbar: Eine europäische Produktionsbasis trägt zu einer resilienten und sicheren Energieversorgung bei und ist somit für die strategische Autonomie Europas von Bedeutung.

(Quele: thyssenkrupp Steel)

Schlagworte

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