Unternehmen
Dennis Grimm, Sprecher des Vorstands von thyssenkrupp Steel - Bild: thyssenkrupp Steel
07.04.2025

Kündigung des HKM-Liefervertrags beschlossen

Der Aufsichtsrat der thyssenkrupp Steel Europe AG hat dem Antrag des Vorstands zugestimmt, den Liefervertrag mit den Hüttenwerken Krupp Mannesmann (HKM) zu kündigen. Durch die geplante Kündigung läuft die Abnahmeverpflichtung von rund 2,5 Millionen Tonnen Stahl pro Jahr durch thyssenkrupp Steel Europe spätestens zum 31. Dezember 2032 aus.

Die Kündigung des Liefervertrags selbst hat zunächst keine unmittelbaren Folgen für den Weiterbetrieb der HKM. Die Belieferung ihrer Anteilseigner mit Vormaterial ist bis auf Weiteres vollständig gewährleistet.

Trennung von HKM ist Element der zukunftigen Aufstellung von thyssenkrupp Steel

thyssenkrupp Steel hatte bereits im vergangenen Jahr erklärt, die wirtschaftliche Verbindung zur HKM aufgeben zu wollen und hatte die Trennung von dem Gemeinschaftsunternehmen in das Ende November 2024 vorgestellte umfassende industrielle Zukunftskonzept überführt. Mit der heute beschlossenen Kündigung des Liefervertrages wird nun auch formal die Umsetzung dieses Schrittes eingeleitet.

Aufsichtsratsvorsitzende Ilse Henne:
„Wir brauchen Klarheit und Transparenz für die HKM und ihre Beschäftigten. Das ist unsere Verantwortung und der kommen wir heute nach, indem wir, wie bereits angekündigt, unsere Verbindung zur HKM lösen. Die Kündigung des Liefervertrages ist der nächste, konsequente Schritt dazu. Weiter abzuwarten, hieße Unsicherheiten zu vergrößern und notwendige Entscheidungen zur Zukunft der HKM aufzuschieben.“

Dennis Grimm, Sprecher des Vorstands von thyssenkrupp Steel, ergänzt:
„Wir müssen unsere Produktionskapazitäten langfristig marktbedingt von derzeit rund 11,5 Millionen Tonnen Stahl auf ein Versandziel von 8,7 bis 9 Millionen Tonnen reduzieren. Daher ist die Trennung von der HKM für uns zwingend, um eine wettbewerbsfähige Kostenposition zu erreichen, unseren Standort in Duisburg-Nord zu erhalten und thyssenkrupp Steel wirtschaftlich robust und zukunftsfest aufzustellen.

Unabhängig von der Kündigung des Liefervertrages bleibt ein Verkauf der Unternehmensanteile an der HKM für uns weiterhin die bevorzugte Option. Wir sind zu Gesprächen mit allen ernsthaften Interessenten bereit. Zugleich gehen wir davon aus, dass die Gesellschafter der HKM nun in gemeinsamer Verantwortung für die Beschäftigten des Unternehmens den weiteren Weg gestalten.“

Versorgung der Tochtergesellschaft thyssenkrupp Hohenlimburg gewährleistet

Die HKM beliefert bislang unter anderem thyssenkrupp Hohenlimburg, eine Tochtergesellschaft von thyssenkrupp Steel, mit Vormaterial. Das Unternehmen versorgt die Kaltwalz- und die Automobilzulieferindustrie und erhält von der HKM Brammen in besonders schmalen Abmessungen zur Weiterverarbeitung zu sogenanntem Mittelband.

Damit die Versorgung des Tochterunternehmens auch nach einem Ausstieg aus der HKM gewährleistet ist, plant thyssenkrupp Steel eine entsprechende Umrüstung einer Stranggießanlage am Standort Duisburg-Nord. Dort soll ein sogenannter Divider installiert werden, mit dem es möglich ist, die erforderlichen schmalen Brammen zu gießen. Die dafür erforderlichen Investitionsmittel im hohen zweistelligen Millionenbereich sind bereits bewilligt.

(Quelle: thyssenkrupp Steel)

Schlagworte

AufsichtsratAutomobilBrammeDuisburgEssenEUGesellschaftHKMHohenlimburgIndustrieINGInvestitionLieferungMessungProduktionStahlThyssenkrupp HohenlimburgThyssenkrupp Steel EuropeThyssenkrupp Steel Europe AGUnternehmenVerkaufVorstandWalz-WettbewerbWirtschaftZulieferindustrie

Verwandte Artikel

11.09.2026

Europäischer Konvoi bringt den Ruf der Industrie nach Wettbewerbsfähigkeit ins Herz von Brüssel

Mehr als 200 Industrievertreter, 15 LKW und 10 symbolische Industriesärge fordern den Erhalt der europäischen Produktion

ABB Anpassung Dekarbonisierung Energie Essen Europa Forschung Handel HZ Industrie ING Innovation Investition Klima Klimaschutz Klimaziel Klimaziele Logistik Metallverarbeitung Politik Produktion Stahl Transformation Umwelt Unternehmen Verlag Wettbewerb Wettbewerbsfähigkeit Wirtschaft
Mehr erfahren
Volker Fitz wurde zum CSO berufen
11.09.2026

Volker Fitz ist nun CSO der Eirich-Gruppe

Mit der neu geschaffenen Position des Chief Sales Officers (CSO) baut die EIRICH Gruppe ihre internationale Vertriebsorganisation strategisch aus

Asien Bund Eirich Entwicklung EU Europa Gesellschaft Partnerschaft Technik Unternehmen USA Vertrieb Zusammenarbeit
Mehr erfahren
09.09.2026

Polytec erwirbt Mehrheitsanteil an Green Project

Das italienische Unternehmen beteiligt sich mit 51 % an dem Hersteller von Markier- und Identifikationssystemen für die Stahlbranche.

Anlagen Automatisierung Digitalisierung Entwicklung Forschung Industrie Innovation Italien KI Produktion Produktionsprozess Prozessautomatisierung Stahl Stahlindustrie Strategie Übernahme Unternehmen Unternehmensstruktur Zusammenarbeit
Mehr erfahren
09.09.2026

Rohstahlerzeugung im Juli 2026: Aufwärtstrend gerät ins Stocken

Die Rohstahlproduktion in Deutschland ist aufgrund der anhaltend schwachen Nachfrage wieder ins Stocken geraten.

Deutschland Entwicklung EU Produktion Rohstahlproduktion Stahl Stahlerzeugung Stahlproduktion Wirtschaft Wirtschaftsvereinigung
Mehr erfahren
Luftbild des Moselstahlwerks in Trier
08.09.2026

Technische Ausrüstung des Moselstahlwerks Trier steht zum Verkauf

Die Anlagentechnik des gesamten schmelzmetallurgischen und Stranggießbereichs werden weltweit Investoren zum Kauf angeboten.

Anlagen Asien Danieli Draht Essen EU Indien ING Lichtbogenofen Messung Metallurgie Modernisierung Produktion Produktionsprozess Schmelze Schmelzen Schrott Stahl Stahlherstellung Stahlproduktion Stahlwerk Strangguss Tenova Verkauf Verlag
Mehr erfahren