Produkte
Ein 3D-Rendering des Smelter von Primetals Technologies. - Photo: Primetals Technologies, Limited
03.11.2022

Neue Schmelztechnologie für minderwertiges DRI entwickelt

Der größte Teil der CO2-Emissionen bei der Stahlerzeugung entsteht beim Hochofenprozess, der auch heute noch der wichtigste Produktionsweg ist. Primetals Technologies entwickelt eine neue grüne Technologie, die Hochofenanlagen ersetzen soll, und hat dafür einen Kooperationsvertrag mit RHI Magnesita, einem weltweit führenden Unternehmen für Feuerfestinnovationen, unterzeichnet.

Die neue Lösung heißt Smelter, ein mit elektrischer Energie betriebener Ofen für das Schmelzen und die finale Reduktion von direkt reduziertem Eisen (DRI). Der Smelter wird zusammen mit einer Direktreduktionsanlage und einem LD-Konverter (BOF) betrieben und produziert Roheisen für das Stahlwerk sowie flüssige Schlacke, die in der Zementindustrie verwendet werden kann.

Die herkömmliche Route Hochofen - LD-Konverter führt zu beinahe zwei Tonnen CO2 pro Tonne Flüssigstahl. Dank der neuen Technologie werden die CO2-Emissionen auf ein Sechstel – 0,33 Tonnen CO2 pro Tonne Flüssigstahl – gesenkt.

"Wenn man es mit grünem Stahl ernst meint, muss man beim Hochofenprozess beginnen, also dort, wo die CO2-Emissionen enorm sind. RHI Magnesita arbeitet seit Jahren eng mit der Stahl- und Nichteisenindustrie in aller Welt zusammen. Wir sind stolz darauf, gemeinsam mit Primetals Technologies die Entwicklung von Lösungen für die grüne Stahlproduktion voranzutreiben, nicht nur als Lieferant von Feuerfestprodukten sondern auch als Technologiepartner", sagt Constantin Beelitz, President Europe, CIS & Turkey bei RHI Magnesita.

Gerald Wimmer, Vice President Converter Steelmaking, Primetals Technologies, ergänzt: "RHI Magnesita und Primetals Technologies haben umfangreiche Erfahrung in der Entwicklung neuer Technologien. Das ist eine hervorragende Basis, um erfolgreich genau die richtige Technologie für Stahlproduzenten zu entwickeln, die Schwierigkeiten haben, Ersatz für den Hochofen zu finden."

Für Stahlproduzenten ergeben sich mit dem Smelter zwei wesentliche Vorteile. Die Route DR - Smelter -LD-Konverter kann insbesondere für minderwertige Eisenerze verwendet werden, da sie die anfallende Schlacke gut bewältigt. Außerdem bleibt der LD-Konverter bestehen, wenn der Smelter implementiert wird. Daher müssen Stahlhersteller, die integrierte Anlagen betreiben, den Rest ihrer Produktionskette nicht ändern und ihre Zertifizierungen nicht erneuern, wenn sie in einen Smelter investieren. Es wird auch möglich sein, den Hochofen während des Smelter-Einbaus in Betrieb zu lassen und ihn mehr zu verwenden, sobald der Smelter betriebsbereit ist.

Das feuerfeste Material ist ein wichtiger Bestandteil des Smelters und schützt den Ofenmantel bei Roheisen-Temperaturen von mehr als 1.500° Celsius. Bestehend aus Ziegeln dehnt es sich beim Erhitzen aus und hält extrem hohen Temperaturen stand. Die Leistungsfähigkeit des Feuerfestmaterials wird von mehreren Faktoren bestimmt, wie z. B. Größe, Qualität, mechanische Konstruktion und Kühlung des Ofens. RHI Magnesita und Primetals Technologies haben gemeinsam eine zuverlässige Feuerfestlösung für der Smelter entwickelt, die eine hohe Produktivität und eine lange Lebensdauer gewährleistet.

In den kommenden Jahren werden immer mehr Stahlproduzenten in grüne Stahltechnologie investieren. Der Smelter ist eine sinnvolle und umweltfreundliche Option, um die Lebensdauer bestehender integrierter Stahlwerke zu verlängern, da nur geringfügige Anpassungen an der Anlage erforderlich sind.

Primetals Technologies und RHI Magnesita haben in ihrer langjährigen Zusammenarbeit zielführende Simulationen im Rahmen dieses Projekts durchgeführt. Der Smelter ist damit marktreif.

(Quelle: Primetals Technologies, Limited)

Schlagworte

AnlagenAnpassungCO2CO2-EmissionenDirektreduktionEisenerzeEmissionenEnergieEntwicklungEUFeuerfestprodukteHochofenHochofenanlageIMUIndustrieINGInnovationKonstruktionKonverterKooperationMitsubishi Heavy IndustriesPrimetalsProduktionRHI MagnesitaRoheisenSchlackeSchmelzeSchmelzenStahlStahlerzeugungStahlproduktionStahlwerkTemperaturUmweltUnternehmenUSAZusammenarbeit

Verwandte Artikel

Dr. Christian Morawetz, Chief Operating Officer (COO) bei der RATH AG
13.02.2026

Veränderung im Vorstand der Rath AG

Zum 1. Januar 2026 hat Dr. Christian Morawetz (45) die Position des Chief Operating Officer (COO) übernommen.

Aufsichtsrat Automation Dekarbonisierung Energie Energieeffizienz Entwicklung EU Feuerfest Forschung Fraunhofer Industrie ING Innovation Marktbedingungen Produktion Rath AG Schienen Stahl Stahlindustrie Temperatur Transformation Unternehmen Vorstand Wettbewerb Wirtschaft
Mehr erfahren
Steven Endress (links) wird neuer Präsident des Endress+Hauser Verwaltungsrats und folgt damit auf Matthias Altendorf (rechts). Sandra Genge (Zweite von links) ist zur stellvertretenden Vorsitzenden des Familienrats ernannt worden. Sie soll die Nachfolge von Dr. h. c. Klaus Endress (Zweiter von rechts) antreten, der angekündigt hat, 2027 als Vorsitzender zurückzutreten.
13.02.2026

Wechsel im Endress+Hauser Verwaltungsrat

Der Generationswechsel in der Endress+Hauser Gruppe setzt sich fort. Nun wird es auch an der Spitze des Verwaltungsrats zu einem Wechsel kommen.

Ausbildung Automatisierung Bund Entwicklung Essen EU Generalversammlung Gesellschaft HZ Industrie ING Karriere Schweiz Software Technik Unternehmen USA Verwaltungsrat Weiterbildung Wirtschaft Zusammenarbeit
Mehr erfahren
Der Standort in Dünkirchen
13.02.2026

ArcelorMittal baut Elektrolichtbogenofen in Dünkirchen

ArcelorMittal bestätigte den Bau eines Elektrolichtbogenofens (EAF) an seinem Stahlstandort in Dünkirchen – eine Investition von 1,3 Mrd. €, die einen Schritt in der Deka...

Anlagen Anpassung Automobil Dekarbonisierung Dünkirchen Einsparung Elektrifizierung Elektroband Elektrolichtbogenofen Energie Energieeffizienz Entwicklung EU Finanzierung Frankreich Hochofen Inbetriebnahme Industrie ING Investition KI Lichtbogenofen Produktion Roheisen Schrott Stahl Stahlindustrie Stahlmarkt Stahlproduktion Strategie USA Wettbewerb Wirtschaft Zertifikat
Mehr erfahren
voestalpine Standort Linz/Österreich
12.02.2026

voestalpine mit solidem Ergebnis in ersten drei Quartalen 2025/26

Die voestalpine konnte in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2025/26 (1. April 2025 – 31. Dezember 2025) ein sehr solides Ergebnis in einem herausfordernden Um...

Anpassung Automobil Automotive Betriebsergebnis Blech Bleche Deutschland Edelstahl Energie Entwicklung Ergebnis EU Geschäftsjahr HZ Indien Industrie ING Innovation Investition Lagertechnik Maschinenbau Produktion Stahl Stahlproduktion Strategie Technik Transformation Unternehmen USA Verkauf Voestalpine AG Vorstand Werkstoff Werkstoffe Wirtschaft Zahlen
Mehr erfahren
HSD®-Ausgabesystem, installiert in einer vergleichbaren Hochgeschwindigkeits-Betonstahlstraße
12.02.2026

Kalyani Ispat beauftragt SMS group

Kalyani Ispat Ltd., eine Tochtergesellschaft der Rungta Sons Ltd. hat SMS group mit der Lieferung einer High-Speed-Stabstahl- und Drahtstraße für sein Werk in Rajnandgao...

Anlagen Antrieb Architekt Architektur Asien Automatisierung Baustahl Betonstahl Betriebssicherheit Bund CO2 CO2-Emissionen Coils Draht Drahtstraße Emissionen Energie Energieeffizienz EU Gesellschaft HZ Industrie ING Innovation Lieferung Ltd Ltd. Messe Nachhaltigkeit Optimierung Partnerschaft Produktion Produktionsprozess Prozessoptimierung SMS SMS group Software Stabstahl Stahl Stahlindustrie Stahlproduktion Steuerung Transport Umwelt Unternehmen Walzwerk Wettbewerb
Mehr erfahren