Unternehmen
Vorstand Finanzen Burkhard Becker  (links) und Vorstand Vorsitzender Gunnar Groebler (rechts) - Photo: Salzgitter AG
29.03.2023

Salzgitter-Konzern im Ausnahmejahr 2022

In einem von massiven geopolitischen Verwerfungen geprägten Geschäftsjahr 2022 erzielte der Salzgitter-Konzern einen neuen Umsatzrekord sowie das zweitbeste operative Ergebnis der Unternehmensgeschichte.

Maßgeblich für diesen Erfolg waren die herausragenden Ergebnisse der Geschäftsbereiche Stahlerzeugung und Handel. Aber auch die Segmente Stahlverarbeitung und Technologie leisteten erfreuliche Beiträge, genau wie unsere Beteiligung an der Aurubis AG.

Während in der ersten Jahreshälfte die sprunghaft gestiegenen Stahlpreise wesentlich zu dieser positiven Entwicklung beitrugen, beeinflussten im zweiten Halbjahr die hohe Inflation, Energiepreise auf Rekordlevel und die damit einhergehende massive Unsicherheit der Marktakteure, bei gleichzeitig sinkenden Stahlpreisen das Marktgeschehen. In einigen Produktbereichen fielen die Preise zum Jahresende sogar unter das Vorkriegsniveau. Das erste Quartal 2023 ist von einer sich belebenden Nachfrage gekennzeichnet, sodass wir unter der Annahme nicht weiter eskalierender politischer und wirtschaftlicher Gegebenheiten zuversichtlich auf das Gesamtjahr 2023 blicken.

Angesichts dieser Aussichten sowie des hervorragenden Resultats im Geschäftsjahr 2022 schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 25. Mai die Ausschüttung einer Dividende von 1,00 € je Aktie vor, dies entspricht bezogen auf den Jahresschlusskurs der Salzgitter-Aktie einer Dividendenrendite von 3,5 %.

Das Jahr 2022 war nicht nur wirtschaftlich äußerst erfolgreich. Mit der Vorstellung und Implementierung der Strategie „Salzgitter AG 2030“ haben wir unser Unternehmen strategisch neu aufgestellt und erste Meilensteine auf dem Weg zu unserem Ziel, die Salzgitter AG als führendes Unternehmen der „Circular Economy" zu etablieren, erreicht. Hierzu zählen vor allem die neue Konzernstruktur mit nunmehr vier Geschäftsbereichen sowie das einstimmige Votum des Aufsichtsrates zur Freigabe von Eigenmitteln für die Umsetzung der ersten Stufe unseres Dekarbonisierungsprogramms SALCOS®.

Der Außenumsatz des Salzgitter-Konzerns stieg vor allem infolge der im ersten Halbjahr 2022 dynamisch angezogenen Walzstahlpreise um knapp ein Drittel auf 12,6 Mrd. € (2021: 9,8 Mrd. €). Mit 1.618,2 Mio. € EBITDA (2021: 1.261,6 Mio. €) sowie 1.245,4 Mio. € Gewinn vor Steuern (2021: 705,7 Mio. €) ist das Jahr 2022 eines der erfolgreichsten der Salzgitter AG.

Das Resultat beinhaltet 156,3 Mio. € Beitrag der at-equity (IFRS-Bilanzierung) einbezogenen Beteiligung an der Aurubis AG (2021:
217,1 Mio. €). Aus 1.085,4 Mio. € (2021: 586,1 Mio. €) Nachsteuergewinn errechnen sich 20,00 € Ergebnis je Aktie (2021: 10,74 €) sowie 20,1 % Verzinsung des eingesetzten Kapitals (ROCE; 2021: 16,2 %). Die Eigenkapitalquote verbesserte sich aufgrund des sehr guten Resultats sowie der Anpassung des Zinssatzes für die Pensionsrückstellungen auf äußerst solide 43,7 % (2021: 32,7 %).

Der Vorstandsvorsitzende der Salzgitter AG, Gunnar Groebler, kommentiert wie folgt:
„Das Geschäftsjahr 2022 markiert einen Wendepunkt in der Geschichte der Salzgitter AG. Nach Jahren der Vorbereitung fiel der Startschuss für die Umsetzung der ersten Stufe von SALCOS®. Erste Anlagen wurden bestellt und die Bauvorbereitungen im Hüttenwerk Salzgitter sind angelaufen. Mit der neuen Konzernstrategie „Salzgitter AG 2030“ setzen wir auf das Prinzip der Circular Economy; und das nicht als einsame Insel sondern in einem starken Partnernetzwerk zusammen mit Kunden, Lieferanten, Anlagenbauern und weiteren Stakeholdern.

Ganz besonders hervorheben möchte ich unsere Mitarbeitenden, die die Neuausrichtung des Konzerns mit großem Einsatz und viel Leidenschaft mittragen und so der Garant für eine gelungene Transformation sind. Bei allen Veränderungen vergessen wir natürlich nicht das Tagesgeschäft. Wir erzielten ein ausgezeichnetes Ergebnis. Während das erste Halbjahr von stark anziehenden Stahlpreisen profitierte, galt es in der zweiten Jahreshälfte in einem sich rapide verschlechternden wirtschaftlichen Umfeld Kurs zu halten. Dies ist uns gut gelungen.“

Finanzvorstand Burkhard Becker ergänzt:
„Die herausragenden 1,2 Mrd. € Gewinn vor Steuern sind auch das Resultat konsequent weiterverfolgter Kostenoptimierung, die wir ebenfalls in unserer neuen Strategie verankert haben. Zur Stärkung unserer finanziellen Substanz haben wir im zweiten Halbjahr zudem 360 Mio. € im Working Capital gebundene Mittel freigesetzt. Darüber hinaus haben wir mit dem Verkauf der Salzgitter Bauelemente GmbH Ende 2022 ein erstes Element der Optimierung unseres Portfolios im Sinne des Best-Owner-Prinzips durchgeführt. Das erste Quartal
stellt sich besser dar, als noch Ende 2022 erwartet, so dass wir mit Zuversicht auf das Gesamtjahr 2023 blicken.“

Vor dem Hintergrund der insgesamt guten Nachfrage zum Jahresauftakt und unter der Annahme nicht weiter eskalierender politischer und wirtschaftlicher Gegebenheiten rechnen wir für den Salzgitter-Konzern im Geschäftsjahr 2023 mit
• einem Umsatz um 13 Mrd. € (2022: 12,6 Mrd. €),
• Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (EBITDA) zwischen 750 Mio. € und 850 Mio. €,
• einem Vorsteuergewinn zwischen 300 Mio. € und 400 Mio. € sowie
• einer spürbar unterhalb des Vorjahresniveaus liegenden Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE).

Wie schon in den vergangenen Jahren weisen wir darauf hin, dass Chancen und Risiken aus aktuell nicht absehbaren Erlös-, Vormaterialpreis- und Beschäftigungsentwicklungen sowie Veränderungen von Währungskursen den Geschäftsverlauf des Jahres 2023 erheblich beeinflussen können.

(Quelle: Salzgitter AG)

Schlagworte

AnlagenAnlagenbauAnpassungAufsichtsratBundDekarbonisierungDividendeDSVEnergieEntwicklungErgebnisEssenEUGeschäftsjahrHandelIBUINGOptimierungSalzgitter AGStahlStahlerzeugungStahlpreiseStahlverarbeitungStrategieTransformationUnternehmenUSAVerkaufWalzstahlWirtschaft

Verwandte Artikel

10.07.2026

Salzgitter AG übernimmt die HKM zu 100 Prozent

Hüttenwerke Krupp Mannesmann werden zu einer 100-prozentigen Tochter der Salzgitter AG

ABB CO2 CO2-Emissionen DSV Duisburg Elektrolichtbogenofen Emissionen Ergebnis Essen EU Gesellschaft HKM Hüttenwerk HZ Industrie ING Investition Lichtbogenofen Lieferung Partnerschaft Produktion Stahl Stahlindustrie Stahlproduktion Strategie Thyssen thyssenkrupp Thyssenkrupp Steel Europe Thyssenkrupp Steel Europe AG Transformation Tube USA Vallourec Vereinbarung Verwaltungsrat Vorstand Wirtschaft Zusammenarbeit
Mehr erfahren
Eine 5MW-PEM-Elektrolyseanlage wird jährlich bis zu 750 Tonnen grünen Wasserstoff liefern
09.07.2026

Wolfram-Produktion künftig mit grünem statt grauem Wasserstoff

Die österreichische Wolfram Bergbau und Hütten AG erhält regional aus Windstrom erzeugten grünen Wasserstoff von Energie Steiermark

Bergbau Bund Dekarbonisierung Deutschland Elektrolyse Emissionen Energie EU Inbetriebnahme Industrie Klima Lieferung Nachhaltigkeit Österreich Partnerschaft Produktion Produktionsprozess Pulver Sandvik Strategie Unternehmen Vereinbarung Wasserstoff Windpark Wirtschaft Wolfram Zusammenarbeit
Mehr erfahren
(von li n. rechts: Nicolas Fritzen (Geschäftsführer Plakoma GmbH), Dr. Christian Redl (stellvertrender Geschäftsführer INTECO), Ing. Roland Kristl (Geschäftsführer INTECO), Michael Jost (Prokurist Plakoma GmbH)
08.07.2026

Inteco Gruppe übernimmt Plakoma

Die Inteco Gruppe (Inteco Holding GmbH) freut sich bekanntzugeben, dass sie die Plakoma GmbH mit Sitz in Nalbach-Körprich im Saarland zu 100 Prozent übernommen hat.

Adjustage Anlagen Anlagenbau Entwicklung Essen EU Inbetriebnahme Industrie ING Innovation INTECO melting and casting technologies GmbH Montage Produktion Saarland Stahl Stahlindustrie Stahlproduktion Stahlwerk Unternehmen USA Walzwerk
Mehr erfahren
08.07.2026

Feralpi Group auf dem Weg zu Netto-Null bis 2050

Der Einsatz für emissionsarmen Stahl geht weiter: Der eingeschlagene Kurs bleibt konsequent auf die Reduzierung der Umweltauswirkungen ausgerichtet.

CDP Dekarbonisierung Elektrifizierung Emissionen Energie Energieeffizienz Entwicklung Erdgas Essen EU HZ ING Klima Klimastrategie Klimaziel Klimaziele Messe Partnerschaft Produktion Recycling Rohstoffe Stahl Strategie Transformation Transformationsprozess Transport Umwelt Unternehmen USA Verkauf Vertrieb Wirtschaft Zusammenarbeit
Mehr erfahren
Geert Van Poelvoorde
08.07.2026

Geert Van Poelvoorde wechselt in den Aufsichtsrat von ArcelorMittal Europe

Der CEO für Europa und Mitglied des Konzernvorstands geht Ende Juli in den Ruhestand und gibt die operative Führung des Europa-Segments ab

ArcelorMittal Bremen Bund DSV Energie EU EUROFER Europa Industrie ING Karriere Produktion Stahl Stahlindustrie Stahlproduktion Unternehmen USA Vorstand Walzwerk Warmband Werkstoff Zertifikat
Mehr erfahren