Unternehmen
10.08.2023

thyssenkrupp mit robuster Geschäftsentwicklung im 3. Quartal

In einem herausfordernden Umfeld hat thyssenkrupp die robuste Geschäftsentwicklung im 3. Quartal des Geschäftsjahres 2022/2023 weiter fortgesetzt. Der Auftragseingang lag bei 9,4 Mrd € (Vorjahr: 9,9 Mrd €) und der Umsatz bei 9,6 Mrd € unter Vorjahr (Vorjahr: 11,0 Mrd €). Zurückzuführen ist dies vor allem auf die Normalisierung der Preise bei Materials Services. Zudem führten die niedrigeren Spotmarktpreise auch bei Steel Europe zu einem Umsatzrückgang.

Beim Bereinigten EBIT konnte die Gruppe einen Wert von 243 Mio € erreichen und liegt damit wie erwartet unterhalb des Vorjahreswerts (721 Mio €). Ursächlich dafür waren vorrangig auch hier die niedrigeren Preise und damit einhergehend gesunkenen Margen bei Materials Services sowie geringere Erlöse bei Steel Europe. Ergebnissteigerungen bei Industrial Components, Automotive Technology und Marine Systems konnten diese Entwicklung nur teilweise kompensieren.

Der Free Cashflow vor M&A hat sich im Vergleich zum Vorquartal und Vorjahr stark verbessert und liegt mit 347 Mio € im deutlich positiven Bereich. thyssenkrupp präzisiert zudem die Prognose für das laufende Geschäftsjahr: Die Gruppe strebt für das Bereinigte EBIT einen Wert im hohen dreistelligen Mio-€-Bereich an. Bisher wurde ein Wert im mittleren bis hohen dreistelligen Mio-€-Bereich prognostiziert.

Die Prognose für die weiteren Finanzkennzahlen werden bestätigt.

Miguel López, Vorstandsvorsitzender der thyssenkrupp AG, sagt:
„thyssenkrupp hat sich dank der eingeleiteten und umgesetzten Maßnahmen auch im 3. Quartal robust entwickelt. Auch die Transformation des Unternehmens kommt deutlich voran: Wir haben unsere Wasserstofftochter in einem anspruchsvollen Kapitalmarktumfeld erfolgreich an die Börse gebracht.

Steel Europe hat die erwartete Förderung durch Bund und Land erhalten – ein entscheidender Meilenstein für die grüne Transformation des Stahlgeschäftes. Beide Erfolge unterstreichen unsere Rolle als Wegbereiter und Gestalter der grünen Transformation.“

Anfang Juli hat thyssenkrupp die Wasserstofftochter thyssenkrupp nucera – einen der weltweit führenden Anbieter von Elektrolyseanlagen zur Herstellung von grünem Wasserstoff – an die Börse gebracht (Ticker: NCH2). Infolge des Börsengangs erhält thyssenkrupp nucera einen Bruttoerlös von rund 526 Mio €, um weiter zu wachsen und seine führende Marktposition bei der Produktion von grünem Wasserstoff auszubauen.

Aus dem Verkauf von Mehrzuteilungsaktien (Greenshoe) fließen thyssenkrupp im Zusammenhang mit dem Börsengang zusätzliche Bruttoerlöse von rund 52 Mio € zu. Beide Beträge werden sich im 4. Quartal positiv auf das Netto-Finanzguthaben von thyssenkrupp auswirken. Als langfristiger Mehrheitsaktionär wird thyssenkrupp das Wachstum des Unternehmens begleiten.

Förderung von „tkH2Steel“ genehmigt

Für Steel Europe hat die EU-Kommission im Juli die Förderung des entsprechenden Dekarbonisierungsprojekts „tkH2Steel“ von rund 2 Mrd € beihilferechtlich genehmigt. Auf dieser Grundlage hat die Bundesregierung den Zuwendungsbescheid für die beantragten Fördermittel zur klimaneutralen Stahlproduktion übersandt. thyssenkrupp verfolgt für das Stahlgeschäft weiterhin den Plan einer eigenständigen Aufstellung.

Der Einstieg in die grüne Transformation ist dafür eine wichtige Grundvoraussetzung. Auch bei Marine Systems verfolgt das Unternehmen den eingeschlagenen Pfad der Verselbstständigung weiter, um die bestmögliche Weiterentwicklung zu ermöglichen.

Die Verbesserung der Performance hat allerhöchste Priorität und ist maßgeblich für die weitere strategische Ausrichtung des Unternehmens. Derzeit wird ein neues, ganzheitlich angelegtes Performance-Programm bei thyssenkrupp erarbeitet mit dem Ziel, die operative Leistungsfähigkeit der Geschäfte weiter zu steigern.

Im Fokus stehen dabei nicht nur die Verbesserung des Nettoumlaufvermögens, eine striktere Ausrichtung aller Geschäfte am Wettbewerbsniveau sowie strengere Rendite- und Wertschöpfungskriterien für Investitionsentscheidungen, sondern auch die Verbesserung der Performance-Kultur. Dieses Programm wird jetzt detailliert und zeitnah ausgerollt.

Steel Europe konnte durch deutlich gestiegene Bestellmengen – insbesondere aus der Automobilindustrie – den Auftragseingang um 4 Prozent auf 3,2 Mrd € steigern. Trotz gestiegener Versandmengen lag der Umsatz mit 3,3 Mrd € unter Vorjahr (-9 Prozent). Dabei machten sich weiterhin die niedrigeren Spotmarktpreise bemerkbar, wobei die längerfristigen Verträge stabilisierend wirkten.

Aufgrund der im Vergleich zum Vorjahresquartal niedrigeren Erlöse lag das Bereinigte EBIT bei 190 Mio € nach 376 Mio € im Vorjahr. Positive Effekte aus niedrigeren Rohstoff- und Energiekosten, den fortschreitenden Restrukturierungen und die laufenden Performancemaßnahmen im Zuge der Umsetzung der „Stahlstrategie 20-30“ konnten diese Entwicklung abmildern. 

3. Quartal 2022/2023: Kennzahlen thyssenkrupp Gruppe (inkl. nicht fortgeführter Aktivitäten)

Unter dem Strich weist thyssenkrupp im 3. Quartal 2022/2023 einen Periodenüberschuss von 107 Mio € aus (Vorjahr: 92 Mio €). Nach Abzug der Minderheitenanteile lag das Netto-Ergebnis im 3. Quartal bei 83 Mio € (Vorjahr: 76 Mio €); das Ergebnis je Aktie betrug 0,13 € (Vorjahr: 0,12 €).

Der Free Cashflow vor M&A lag mit 347 Mio € im deutlich positiven Bereich und hat sich durch die geringere Mittelbindung im Nettoumlaufvermögen insbesondere bei Materials Services und Steel Europe sowohl im Vergleich zum Vorquartal (Veränderung FCF vor M&A: +563 Mio €) als auch zum Vorjahr (Veränderung FCF vor M&A: +758 Mio €) deutlich verbessert. Das Netto-Finanzguthaben der Gruppe stieg per 30. Juni 2023 entsprechend auf 3,2 Mrd € (31. März 2023: 2,9 Mrd €). Mit flüssigen Mitteln und freien zugesagten Kreditlinien von insgesamt 7,7 Mrd € verfügt thyssenkrupp weiterhin über eine sehr gute Liquiditätssituation.

Das Eigenkapital beläuft sich auf 14,0 Mrd € (31. März 2023: 14,0 Mrd €). Die Eigenkapitalquote liegt weiterhin bei komfortablen 40 Prozent.

Dr. Klaus Keysberg, Finanzvorstand der thyssenkrupp AG, erklärt:
„Der Umbau von thyssenkrupp hat unsere finanzielle Stabilität erheblich verbessert. Wir sind sehr zuversichtlich, auch unser Ziel eines leicht positiven Free Cashflows vor M&A im laufenden Geschäftsjahr zu erreichen. Auf dieser Grundlage arbeiten wir mit Nachdruck an der weiteren Verbesserung der operativen Leistungsfähigkeit in allen Einheiten. Wir wollen das volle Potenzial aus unseren Geschäften schöpfen und die Umsetzung der jeweiligen Zukunftspläne aktiv unterstützen.“

Prognose für das Geschäftsjahr 2022/2023

Vorbehaltlich der eingeschränkt verlässlichen Planbarkeit aufgrund der wirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheiten hat thyssenkrupp die Jahresprognose 2022/2023 für das Bereinigte EBIT präzisiert: Für das Bereinigte EBIT wird ein Wert im hohen dreistelligen Mio-€-Bereich erwartet (Vorjahr: 2,1 Mrd €, bisher: Wert im mittleren bis hohen dreistelligen Mio-€-Bereich). Die Prognose für die weiteren Finanzkennzahlen werden bestätigt: Für den Free Cashflow vor M&A erwartet die Unternehmensgruppe bei weiteren Auszahlungen für

Restrukturierungen und über Vorjahr liegenden Investitionsausgaben weiterhin eine Steigerung auf einen leicht positiven Wert (Vorjahr: -476 Mio €). Beim Jahresüberschuss strebt thyssenkrupp einen mindestens ausgeglichenen Wert an.

(Quelle: thyssenkrupp AG)

Schlagworte

AnlagenAutomobilAutomotiveBundDekarbonisierungDSVElektrolyseEnergieEntwicklungErgebnisEUEU-KommissionGeschäftsentwicklungIndustrieINGInvestitionKlimaProduktionRestrukturierungServiceStahlStahlproduktionStrategieThyssenkrupp AGThyssenkrupp nuceraTransformationUnternehmenUSAVerkaufWasserstoffWettbewerbWirtschaftZahlen

Verwandte Artikel

31.03.2026

VDE-Hinweis zu Netzrückwirkungen kommt Elektrostahlwerken entgegen

Eine jetzt veröffentlichte Broschüre von VDE FNN ist eine wertvolle Unterstützung für den Netzanschluss von elektrischen Anlagen mit EAFs größerer Leistung

Anlagen Elektrostahlwerk Elektrotechnik EU Industrie Klima Lichtbogenofen Netzanschluß Neubau Produktion Stahl Stahlindustrie Stahlproduktion Stahlwerk Strategie Technik Transformation VDEh
Mehr erfahren
: Clarissa Odewald (CEO von thyssenkrupp Rasselstein) mit der neuen Weißblechdose aus bluemint® Steel
30.03.2026

Henkel setzt auf CO₂-reduzierte Verpackung aus CO2-reduziertem Stahl

Der Verpackungsstahlhersteller thyssenkrupp Rasselstein unterstützt Henkel bei der weiteren Reduzierung des CO₂-Fußabdrucks seiner Verpackungen.

Blech Deutschland Emissionen EU Hochofen Industrie ING Klima Metallverpackung Nachhaltigkeit Recycling Rohstoffe Schrott Stahl Stahlherstellung Thyssen thyssenkrupp Thyssenkrupp Rasselstein Transformation Unternehmen USA Verpackungsstahl Zusammenarbeit
Mehr erfahren
Vertragsunterzeichnung bei Steel Authority of India (SAIL)
30.03.2026

SAIL bestellt Kokereitechnik für das Burnpur-Projekt

SMS group hat zusammen mit dem Konsortialpartner MCK Kutty Engineers Pvt. Ltd. einen Auftrag über die Lieferung von zwei Trockenlöschanlagen erhalten

Automation Betriebssicherheit Digitalisierung Emissionen Energie Energieeffizienz EU Hochofen Inbetriebnahme Indien ING KI Kokerei Koks Koksofen Koksofenbatterie Lieferung Ltd Ltd. Modernisierung Montage Nachhaltigkeit Partnerschaft Paul Wurth Service Stahl Stahlerzeugung Stahlwerk Umwelt USA Wurth Zusammenarbeit
Mehr erfahren
27.03.2026

Globale Stahl-Überkapazitäten sind ernsthafte Gefahl für Europas Industrie

Die jüngsten OECD-Zahlen bestätigen die existenzielle Gefahr für Europas Stahlindustrie. EUROFER drängt die EU zu handeln.

Ergebnis Essen EU EUROFER Handel HZ Industrie ING Investition Paris Produktion Stahl Stahlhandel Stahlmarkt Stahlproduktion
Mehr erfahren
Die Werke von thyssenkrupp Electrical Steel in Gelsenkirchen und Isbergues stellen kornorientiertes Elektroband her – ein Schlüsselmaterial für Transformatoren in Umspannwerken und Windkraftanlagen. Aufgrund der sich weiter verschärfenden Importkrise reagiert thyssenkrupp Steel mit weiteren Produktionskürzungen. Daher wird der Standort Isbergues von Juni bis September komplett geschlossen
27.03.2026

Importkrise bei kornorientiertem Elektroband

Die Importkrise auf dem Markt für kornorientiertes Elektroband verschärft sich weiter. thyssenkrupp Steel reagiert darauf mit weiteren Produktionskürzungen.

Anlagen Elektroband Energie Energiewende Energiewirtschaft Entwicklung EU EU-Kommission Gesellschaft Handel HZ ING KI Produktion Stahl Studie Thyssen thyssenkrupp Transport Unternehmen Werkstoff Wettbewerb Wirtschaft
Mehr erfahren