Unternehmen
Ilse Henne, Aufsichtsratsvorsitzende thyssenkrupp Steel - Photo: thyssenkrupp Steel Europe
02.12.2025

thyssenkrupp Steel schließt mit der IG Metall Sanierungstarifvertrag ab

Im Rahmen der geplanten Neuaufstellung von thyssenkrupp Steel haben die Verhandlungspartner einen entscheidenden Meilenstein erzielt: Deutschlands größter Stahlhersteller hat sich mit der Gewerkschaft und der betrieblichen Interessenvertretung über die noch ausstehenden Details zu Interessenausgleich, Sozialplan und weiteren betrieblichen Vereinbarungen geeinigt. Zudem ist die für den Restrukturierungszeitraum bis 30.09.2030 notwendige Finanzierung gesichert.

Über die Konditionen haben die Parteien Vertraulichkeit vereinbart. thyssenkrupp Steel und die IG Metall haben daraufhin den Sanierungstarifvertrag mit einer Laufzeit bis zum 30.09.2030 unterzeichnet. Damit ist der Weg zur operativen Umsetzung des industriellen Konzepts endgültig frei.

Industrielles Konzept als Grundlage für Neuaufstellung von thyssenkrupp Steel

Das vom Stahlvorstand erarbeitete und im November vergangenen Jahres vorgestellte industrielle Konzept bildet die Grundlage für die jetzt erzielten Einigungen. Es sieht im Wesentlichen eine marktbedingte Reduzierung der Produktionskapazitäten auf ein Versandniveau von 8,7 bis 9 Millionen Tonnen vor, einen Abbau beziehungsweise eine Ausgliederung von rund 11.000 Stellen sowie Investitionen, unter anderem in die am Standort Duisburg in Bau befindliche Direktreduktionsanlage.

Der Restrukturierungsprozess geht nun unmittelbar in die Umsetzung, um möglichst schnell Effizienzen zu heben und wettbewerbsfähigere Kostenpositionen zu erreichen. Unabhängig davon verfolgt thyssenkrupp Steel weiterhin das Ziel einer langfristig klimaneutralen Stahlproduktion. Der Bau der ersten Direktreduktionsanlage am Standort Duisburg wird weiter fortgesetzt.

Ilse Henne, Aufsichtsratsvorsitzende thyssenkrupp Steel:
„Es ist uns in einer gemeinsamen Kraftanstrengung gelungen, die letzten Hindernisse auf dem Weg zur Unterzeichnung aus dem Weg zu räumen, und wir haben ein tragfähiges  erzielt. Alle Seiten sind hier ihrer Verantwortung gerecht geworden. Das macht Mut und ist ein sehr gutes Signal für den Stahl und für die ganze Region.“

Marie Jaroni, CEO thyssenkrupp Steel:
„Seit Vorstellung unseres industriellen Konzepts haben wir die anstehenden Aufgaben konsequent Schritt für Schritt gelöst und mit dem Abschluss des Sanierungstarifvertrags den entscheidenden Knoten durchschlagen, um thyssenkrupp Steel fit für die Zukunft zu machen. Unser Ziel ist ganz klar: Wir wollen langfristig eine Spitzenposition im europäischen Wettbewerb einnehmen. Die Voraussetzungen dafür haben wir jetzt geschaffen.“

Wilfried von Rath, CHRO thyssenkrupp Steel:
„Die Einigung und Unterzeichnung des Sanierungstarifvertrags sind ein starkes Zeichen: Unternehmen und Arbeitnehmervertretung haben in gemeinsamer Verantwortung eine zukunftsweisende Vereinbarung für den Stahl erarbeitet. Dabei müssen wir auch offen und ehrlich sagen: Wir werden viele Stellen abbauen und harte Einschnitte vornehmen. Wir tun dies, um wettbewerbsfähiger zu werden und möglichst viele Arbeitsplätze für die Zukunft zu sichern. Sanierungstarifvertrag und betriebliche Vereinbarungen zeigen, dass wir den Weg dahin fair, mit Augenmaß und vor allem  ohne betriebsbedingte Kündigungen gehen wollen.“

(Quelle: thyssenkrupp Steel Europe AG)

Schlagworte

ABBAufsichtsratDeutschlandDirektreduktionDuisburgEssenEUFinanzierungIG MetallIndustrieINGInvestitionKlimaProduktionRestrukturierungSanierungStahlStahlproduktionThyssenkrupp Steel EuropeThyssenkrupp Steel Europe AGUnternehmenVereinbarungVorstandWettbewerb

Verwandte Artikel

3D-Grafik des Anlagenkonzepts im SALCOS-Programm der Salzgitter AG
09.01.2026

Zweiter Förderwettbewerb für innovative Dekarbonisierungsprojekte gestartet

Das Bundeministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) hat einen zweiten Förderaufruf im Rahmen der Richtlinie „Bundesförderung Industrie und Klimaschutz (BIK)“ gestartet

Anlagen Bund CO2 CO2-Emissionen Dekarbonisierung Deutschland Elektrifizierung Emissionen Energie Entwicklung EU EU-Kommission Finanzierung Förderung Forschung Forschungsprojekt Gesellschaft Industrie Investition Klima Klimaschutz Klimaziel Klimaziele Ministerium für Wirtschaft Produktion Stahl Transformation Umwelt Unternehmen Veranstaltung Wasserstoff Wettbewerb Wirtschaft Wirtschaftsminister Wirtschaftsvereinigung Workshop
Mehr erfahren
3D-Visualisierung des in die Presse integrierten Isothermschmiede-Moduls.
09.01.2026

SMS liefert Modul zum Isothermschmieden an Universität Hannover

SMS group wird ein Modul zum Isothermschmieden an das Institut für Umformtechnik und Umformmaschinen (IFUM) der Leibniz Universität Hannover liefern. Dieses flexibel und...

Entwicklung EU Fonds Forschung Industrie ING Investition Kooperation Legierungen Massivumformung Metallurgie Niedersachsen Partnerschaft Presse Pulver Sachsen Schmieden SMS group Spindelpresse Technik Temperatur Umformtechnik Umformung Universität USA Werkstoff Werkstoffe Werkstoffverhalten Zusammenarbeit
Mehr erfahren
Christian Goronczy
09.01.2026

Erweiterung der Geschäftsführung bei Bepro

Zum Jahresbeginn hat der in Gelsenkirchen ansässige Stahlhändler Bepro die Geschäftsleitung um Christian Goronczy erweitert.

Ausbildung Bepro Blech Geschäftsführung Handel Italien KI Profilstahl Salzgitter Slowenien Stahl Stahlhandel Vertrieb
Mehr erfahren
Primetals Technologies modernisiert das Beiz-Tandem-Kaltwalzwerk (PLTCM) BETA 2 der voestalpine
08.01.2026

Modernisierung eines Beiz-Tandem-Kaltwalzwerks bei voestalpine

Primetals Technologies führt an dem Beiz-Tandem-Kaltwalzwerk (PLTCM) BETA 2 der voestalpine stahl in Linz, Österreich, eine Softwareaktualisierung der gesamten Basis- und...

Anlagen Automatisierung Automobil Bauindustrie EU Inbetriebnahme Industrie Kaltwalzwerk Modernisierung Österreich Partnerschaft Primetals Prozessautomatisierung Software Stahl Voestalpine Walzwerk
Mehr erfahren
Sud Sivaji tritt die Nachfolge von Tim di Maulo an, der zum Jahresende 2025 aus dem Unternehmen ausgeschieden ist
08.01.2026

Sud Sivaji tritt sein Amt als Chief Executive Officer bei Aperam an

Sud Sivaji tritt die Nachfolge von Tim di Maulo an, der zum Jahresende 2025 aus dem Unternehmen ausgeschieden ist

Blech Edelstahl Industrie Kreislaufwirtschaft Legierungen Luxemburg Produktion Stahl Stahlproduktion Transformation Unternehmen Wirtschaft
Mehr erfahren