Unternehmen
Photo: voestalpine AG
05.08.2022

voestalpine mit Rekordergebnis im ersten Quartal 2022/23

Die voestalpine konnte die sehr positive Entwicklung des Vorjahres im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2022/23 (1. April bis 30. Juni) weiter fortsetzen. Die Nachfrage nach den hochqualitativen Produkten des Stahl- und Technologiekonzerns entwickelte sich im schwierigen Umfeld – Russland-/Ukraine-Krieg, massiv gestiegene Energiepreise, anhaltende Lieferengpässe und Einschränkungen in der Logistik – in allen Bereichen positiv. Selbst die europäische Automobilindustrie, die seit über einem Jahr bei hohen Auftragsständen mit Engpässen in der Lieferkette konfrontiert ist, zeigte im Verlauf des 1. Geschäftsquartals leichte Aufwärtstendenzen. Einen deutlich positiven Aufwärtstrend verzeichnete das Segment Luftfahrt, das vom steigenden Passagieraufkommen im regionalen Flugverkehr und dem daraus resultierenden zunehmenden Bedarf an „Single-Aisle“-Flugzeugen profitiert. Im Bereich Öl- und Gas hat die Nachfrage im Jahresvergleich ebenfalls deutlich zugenommen, die stark gestiegenen Energiepreise schaffen Anreize, in Öl- und Gasprojekte zu investieren; auch die Umwandlung der amerikanischen Schutzzölle (Section 232) in ein Quotensystem mit 1. Jänner 2022 wirkt sich positiv auf die europäischen Produktionsstandorte aus. Der Geschäftsbereich Bahninfrastruktursysteme entwickelte sich weiterhin stabil. Im Bereich Lagertechnik ist die Nachfrage ungebrochen stark, einen regelrechten Boom verzeichnete der Bereich Photovoltaik, den die voestalpine mit Unterkonstruktionen beliefert.

„Die voestalpine hat im ersten Geschäftsquartal ein außergewöhnlich starkes Ergebnis vorgelegt. Wir sind uns aber der möglichen Risiken, die aufgrund der schwer einschätzbaren wirtschaftlichen Entwicklung im zweiten Halbjahr 2022 auf uns zukommen können, bewusst und haben uns darauf gut vorbereitet“, so Herbert Eibensteiner, CEO der voestalpine AG.

Der voestalpine Konzern erzielte im Vorjahresvergleich signifikante Verbesserungen auf der Umsatz- und Ergebnisseite und erwirtschaftete im 1. Geschäftsquartal 2022/23 das beste operative Quartalsergebnis seiner Geschichte. Zu den Zahlen im Detail: Der Umsatz erhöhte sich im Vergleich zum 1. Quartal des Vorjahres um 37,7 % von 3,4 Mrd. EUR auf 4,6 Mrd. EUR. Das EBITDA stieg um 68,5 % von 522 Mio. EUR auf 879 Mio. EUR. Noch markanter fiel der Zuwachs beim EBIT aus, das sich im 1. Quartal 2022/23 mit 693 Mio. EUR gegenüber den Vorjahresquartal (332 Mio. EUR) mehr als verdoppelte. Das Ergebnis vor Steuern steigerte sich im Berichtszeitraum auf 670 Mio. EUR (Q1 2021/22: 311 Mio. EUR) und das Ergebnis nach Steuern auf 615 Mio. EUR (Q1 2021/22: 259 Mio. EUR). Die Eigenkapitalbasis konnte mit 7,7 Mrd. EUR sowohl im Vorjahresvergleich (+28,5 %) als auch gegenüber dem Bilanzstichtag des GJ 2021/22 (+8,5 %) spürbar gestärkt werden. Die Nettofinanzverschuldung verminderte sich innerhalb eines Jahres um 12,8 % auf 2,3 Mrd. EUR. Die Verschuldungskennzahl Gearing Ratio (Nettofinanzverschuldung im Verhältnis zum Eigenkapital) verbesserte sich im Jahresvergleich von 43,8 % auf 29,8 %. Die Anzahl der Beschäftigten (FTE) im voestalpine-Konzern erhöhte sich gegenüber dem Vorjahresstichtag um 2,1 % von 48.880 auf 49.900.

Im Verlauf des ersten Quartals des Geschäftsjahres 2022/23 wurden die Konjunkturprognosen zunehmend pessimistischer. Aufgrund des sich eintrübenden Sentiments kann daher trotz des hohen aktuellen Auftragsstandes im voestalpine-Konzern nicht von einer Fortsetzung der Ergebnisentwicklung auf dem Rekordniveau des ersten Geschäftsquartals für das restliche Geschäftsjahr 2022/23 ausgegangen werden.

Insbesondere für das zweite Halbjahr 2022/23 erwartet der Vorstand der voestalpine AG eine deutliche Abkühlung der Konjunktur mit einer entsprechenden Auswirkung auf die Ergebnisentwicklung des Unternehmens. Erwartungsgemäß werden davon speziell die zyklischen Geschäftsbereiche des voestalpine-Konzerns betroffen sein. Dazu zählen neben dem Flachstahlbereich vor allem voestalpine-Produkte, die in die Marktsegmente Bau, Maschinenbau, Konsumgüter- und Hausgeräteindustrie geliefert werden. Auf der anderen Seite sollten die Sektoren Eisenbahninfrastruktur, Energie sowie Luftfahrt die vorherrschende positive Marktdynamik über das gesamte Geschäftsjahr 2022/23 beibehalten können.

Die europäische Automobilindustrie befindet sich in Hinblick auf die Produktionszahlen zwar noch deutlich unter Vor-Krisen-Niveau, die Entwicklung im abgelaufenen Quartal deutet aber eine moderate Verbesserung an. Der hohe Auftragsstand der OEMs lässt zumindest eine stabile Nachfrage über den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2022/23 erwarten. Sollten sich die Engpässe in den Lieferketten lösen, kann sogar mit einer deutlichen Verbesserung der Nachfrage aus diesem Segment gerechnet werden.

Der Vorstand der voestalpine AG erwartet daher auf Basis der aktuellen Einschätzung für das gesamte GJ 2022/23 ein EBITDA in der Höhe von etwa 2 Mrd. EUR.

In Europa steigerte sich in den letzten Monaten das Bedrohungsszenario mangelhafter Gasversorgung im Zuge der politischen Spannungen infolge des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine. Zum Zeitpunkt der Berichterstellung ist ausreichend Erdgas in Europa verfügbar. Eine weiterhin auskömmliche Versorgungssituation stellt aber die Grundvoraussetzung für den hier gegebenen Ausblick für das Geschäftsjahr 2022/23 dar. Sollte die Gasversorgung in Europa zum Erliegen kommen, eine Notbewirtschaftung in Kraft treten oder das Preisniveau Produzenten zu Produktionskürzungen zwingen, muss mit signifikanten Störungen der Lieferketten in vielen Industriebereichen gerechnet werden. Dieser Ausblick setzt daher voraus, dass Europa weiterhin ausreichend mit Erdgas versorgt wird und auch die zusätzlichen, derzeit kaum quantifizierbaren, Risiken (Konjunkturentwicklung, Störungen der Lieferketten, Kundenbedarfs-, Rohstoff- und Energiekostenentwicklung) weiterhin beherrschbar bleiben.

(Quelle: voestalpine AG)

 

Schlagworte

AutomobilEnergieEntwicklungErdgasErgebnisEUFlachstahlGeschäftsjahrIndustrieINGKonstruktionLagertechnikLieferkettenLogistikMaschinenbauProduktionRusslandStahlTechnikUnternehmenVoestalpine AGWirtschaftZahlen

Verwandte Artikel

Im Foyer des Eingang Nord wendet sich die High Potential Area speziell an den Nachwuchs
10.03.2026

wire & Tube 2026 mit High Potential Area und ecoMetals

Das Düsseldorfer Fachmesseduo präsentiert zwei Initiativen, die es in sich haben

Draht Düsseldorf Industrie Kabel Messe Nachwuchs Rohstoffe Stabstahl Tube Unternehmen
Mehr erfahren
Rechtsanwältin Melina Jenkner von Heidemann Küthe Rechtsanwälte
09.03.2026

HOK Maschinenbau übernimmt Vermögenswerte der SCHUBERT GROUP

Mit Wirkung zum 1. März 2026 übernimmt die HOK Maschinenbau GmbH aus Hückeswagen im Rahmen einer übertragenden Sanierung die Vermögenswerte sowohl der Schubert Maschinen-...

Anlagen Anlagenbau Automation Automobil Bonn Bund Deutschland Energie Ennepetal Erfolgsfaktor Ergebnis Essen EU Gesellschaft Handel Industrie ING KI Lieferung Mannheim Maschinenbau Messtechnik Metallverarbeitung Modernisierung Optimierung Presse Pressen Reparatur Restrukturierung Sanierung Service Stabstahl Stahl Steuerung Technik TEMA Umformen Umformtechnik Unternehmen Wirtschaft
Mehr erfahren
09.03.2026

wire 2026 mit prallem Forumsprogramm

Als Teil des Rahmenprogramms der Fachmesse für Draht und Kabel sind auf der ‚Forum Stage Cable & Wire‘ spannende Tagesforen und Diskussionsrunden geplant

Anlagen Anlagenbau Draht Entwicklung Essen EU Industrie Innovation Italien Kabel Messe Nachhaltigkeit Tube USA Zusammenarbeit
Mehr erfahren
David Algermissen, Abteilungsleiter Sekundärrohstoffe/Schlackenmetallurgie im FEhS – Institut für Baustoff-Forschung, welches das Projekt koordiniert hat: „Die Arbeiten mit diesem großartigen Konsortium waren sehr erfolgreich. Es konnte sowohl Basiswissen rund um die Elektroroheisenschlacke aufgebaut werden bis hin zu Pilotversuchen zur Erzeugung von Hüttensand 2.0 im Tonnenmaßstab und die Prüfung im Zement und Beton. Nächste Schritte sind die normativen und rechtlichen Rahmenbedingungen, damit das Material auch zeitnah seinen Weg in den Markt finden kann, sobald die Schlacke bei thyssenkrupp entsteht.“ Das im Jahr 2021 gestartete Forschungsvorhaben „SAVE CO2“ von thyssenkrupp Steel, Heidelberg Materials, dem Institut für Technologien der Metalle der Universität Duisburg-Essen, Fraunhofer UMSICHT und FEhS-Institut wurde im Rahmen der Fördermaßnahme KlimPro-Industrie vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt sowie der Europäischen Union/NextGenerationEU gefördert und durch den DLR Projektträger betreut.
05.03.2026

Schlacken aus dekarbonisierter Stahlherstellung für Zement geeignet

Neue Schlacken, die bei der dekarbonisierten Stahlherstellung auf der Direktreduktionsroute im Einschmelzer entstehen, eignen sich als latent hydraulische Bindemittel in...

Bund CO2 CO2-Emissionen Direktreduktion Duisburg Einsatzstoffe Eisenschwamm Emissionen Energie Ergebnis Essen EU Forschung Forschungsprojekt Fraunhofer Hochofen Industrie ING Klima Metallurgie Produktion Roheisen Rohstoffe Schmelze Stahl Stahlherstellung Technik Thyssen thyssenkrupp Umwelt Wirtschaft
Mehr erfahren
Primetals Technologies wird eine Pelletieranlage, drei Pfannenöfen und zwei RH-Entgaser an SAIL IISCO liefern. Das Foto zeigt Vertreter beider Unternehmen bei der Vertragsunterzeichnung.
05.03.2026

SAIL IISCO kooperiert mit Primetals Technologies

Steel Authority of India Limited (SAIL), ein führender indischer Stahlproduzent, erweitert sein IISCO-Stahlwerk in Burnpur und wählte dafür Primetals Technologies als Lie...

Anlagen Antrieb Deutschland Digitalisierung Draht EU Greenfield-Projekt HZ Indien Industrie ING KI Legierungen Lieferung Ltd Ltd. Metallurgie Optimierung Partnerschaft Primetals Produktion Prozessoptimierung Sensoren Spezialstahl Stahl Stahlindustrie Stahlwerk Steuerung Temperatur Unternehmen USA Vakuumpumpe Zusammenarbeit
Mehr erfahren