Unternehmen
thyssenkrupp Steel legt Grundsteine für eine neue Glüh- und Isolierlinie am Standort Bochum für zukünftige Stahlgüten für die Elektromobilität, von links nach rechts:  Engin Karakut, Betriebsratsvorsitzender Bochum  Markus Kovac, Leiter Werksbereich Bochum, thyssenkrupp Steel Europe  Eyüp Demirtas, Polier, Bauunternehmen Friedrich Rempke Dr. Heike Denecke-Arnold, Chief Operations Officer (COO), thyssenkrupp Steel Europe André Schneider, Chief Executive Officer (CEO), SMS group Region Europa Rouven Beeck, Geschäftsführer Bochum Wirtschaftsentwicklung - Photo: thyssenkrupp
15.03.2023

Vorfahrt für Elektromobilität

thyssenkrupp baut neue Glüh- und Isolierlinie am Standort Bochum

thyssenkrupp Steel setzt die Zukunftsstrategie 20-30 weiter konsequent um: Am Standort Bochum fand am 14. März 2023 die Feier zur Grundsteinlegung der neuen Glüh- und Isolierlinie statt. Mit dem modernen und energieeffizienten Aggregat können noch dünnere Elektrobänder mit besonders homogenen mechanischen und magnetischen Eigenschaften hergestellt werden. Sie sind auf die Anforderungen hocheffizienter Motoren ausgelegt, die vor allem in Elektrofahrzeugen zum Einsatz kommen. Dafür wird die Anlage zukünftig bis zu maximal 218.000 Tonnen pro Jahr nicht kornorientiertes Elektroband herstellen. Die Investitionssumme beträgt rund 150 Millionen Euro. Projektpartner ist der Anlagenbauer SMS group aus Düsseldorf. Die Fertigstellung des Aggregats ist für 2024 geplant.

Der Standort an der Essener Straße wird in den nächsten Jahren zu einem Kompetenzzentrum für Elektromobilität ausgebaut.

Dr. Heike Denecke-Arnold, Produktionsvorstand bei thyssenkrupp Steel:
„Materialien für die Elektromobilität werden in wachsendem Umfang die Stahlmärkte der Zukunft prägen. Wir wollen hier mit Hightech-Produkten aus Bochum eine führende Rolle spielen. Die neue Glüh- und Isolierlinie wird unsere Kompetenzen bei dünnerem, hochsiliziertem nicht kornorientiertem Elektroband für die Elektromobilität weiter stärken. Wir werden mit unseren Stählen zum Beispiel dazu beitragen, die Energieeffizienz und damit auch die Reichweite von Elektrofahrzeugen weiter zu steigern.“

Der Trend geht auch bei der E-Mobilität hin zu immer anspruchsvolleren Güten. Die neue Glüh- und Isolierlinie erfüllt diese Ansprüche und verbessert die am Standort vorhandenen Fähigkeiten und Kapazitäten bei sogenanntem nicht kornorientiertem Elektroband noch einmal deutlich. In der neuen Anlage wird das Gefüge des kaltgewalzten Bandes während des Glühprozesses rekristallisiert und nachfolgend die entsprechende Textur eingestellt sowie anschließend nach dem Glühvorgang mit einer Isolierschicht versehen. Dies ist bei Blechen, die in Elektromotoren und Generatoren eingesetzt werden, besonders wichtig, um den Wirkungsgrad der Motoren zu erhöhen.

„Die langjährige gute Zusammenarbeit zwischen thyssenkrupp Steel und der SMS group wird mit der Errichtung der neuen Glüh- und Isolierlinie unterstrichen. Mit diesem Projekt leistet die SMS group einen Beitrag, um hochwertige Materialien als Grundlage für die Elektromobilität der Zukunft herstellen zu können. Die in dieser Linie zum Einsatz kommende hochmoderne Glüh- und Beschichtungstechnologie sorgt für mehr Nachhaltigkeit, Energie- und CO2-Einsparungen sowie Kostenreduzierung bei der Inbetriebnahme und dem Betrieb. Mit intelligenten digitalen Systemen ausgestattet wird eine sehr hohe Produktivität der Linie bei reduzierten Wartungsaufwendungen gewährleistet,“ sagt Holger Behrens, Leiter des Produktbereichs Flachprodukte der SMS group.

Die neue Glüh- und Isolierlinie, deren Inbetriebnahme für 2024 geplant ist, ist nur eine der Großinvestitionen im Rahmen der Stahlstrategie 20-30. Durch diese und weitere Optimierungen im Produktionsnetzwerk werden Qualitätssteigerungen in der gesamten Prozesskette des Bochumer Standorts genutzt, um bei höherfesten Mehrphasenstählen oder bei den Hightech-Elektrobandgüten der Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Umsetzung der Strategie 20-30 ist damit auch ein Signal für die Entwicklung des Industriestandortes Bochum, an dem thyssenkrupp derzeit rund 2.400 Mitarbeitende beschäftigt.

„Diese erneute, millionenschwere Investition von thyssenkrupp Steel sichert den Standort und Arbeitsplätze in Bochum. Das freut uns sehr und zeigt gleichzeitig, dass Bochum auch ein Standort für zukunftsfähige und nachhaltige Produktion ist“, sagt Rouven Beeck, Geschäftsführer der Bochum Wirtschaftsentwicklung.

Eckdaten:
Länge: 364 m
Höhe: bis zu 13,5 m
Kapazität: ca. 218.000 t/a (portfolioabhängig)
Bandbreiten: 700 mm bis 1.350 mm
Banddicken: 0,2 mm bis 1,0 mm
Verbautes Material: 35.000 m3 Aushub/63.000 t; ca. 20.000 m3 Beton/46.000 t; ca. 2.700 t Bewehrung

(Quelle: thyssenkrupp Steel Europe AG)

Schlagworte

AnlagenAnlagenbauBlechBlecheBochumCO2EinsparungElektrobandElektromobilitätEnergieEnergieeffizienzEntwicklungEssenEUFlachprodukteGlüh-Glüh- und IsolierlinieInbetriebnahmeIndustrieINGInvestitionKostenreduzierungNachhaltigkeitOptimierungProduktionSMSSMS groupStahlStrategieThyssenthyssenkruppThyssenkrupp Steel EuropeThyssenkrupp Steel Europe AGUSAWettbewerbWirtschaftZusammenarbeit

Verwandte Artikel

Ulrich Flatken, WSM-Präsident:
18.02.2026

Klares „Ja“ zum Local Content - kein Protektionismus, sondern Realismus

Ein klares „Ja“ zum „Local Content“ kommt vom Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung (WSM). Der Verband, der sich stets für freien Handel eingesetzt hat, sieht...

Bund China Essen EU Handel Handelskonflikt Industrie ING Innovation Messe Metallverarbeitung Politik Produktion Stahl Strategie Unternehmen USA Wettbewerb Wirtschaft Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung e.V. WSM
Mehr erfahren
17.02.2026

Stahl Krebs wird Vertriebspartner von Alleima

Der Solinger Stahlhändler nimmt die Premium-Messerstähle des schwedischen Herstellers in sein Sortiment auf.

Deutschland Distribution Edelstahl EU IBU Industrie ING Legierungen Lieferung Logistik Messe Nachhaltigkeit Partnerschaft Produktion Schmieden Service Spezialstahl Stahl Stahlherstellung Stahlproduktion Unternehmen USA Vertrieb Zertifikat Zusammenarbeit
Mehr erfahren
17.02.2026

Klöckner & Co SE empfiehlt Annahme des Übernahmeangebotes von Worthington Steel

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Klöckner & Co SE haben am 13. Februar 2026  ihre gemeinsame begründete Stellungnahme zum freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebot...

Anlagen Aufsichtsrat Entwicklung Essen EU Finanzierung Gesellschaft Goldman Sachs HZ Inc. ING Kartellrecht Messe Nordamerika Partnerschaft Presse Refinanzierung Service Strategie Swoctem Übernahme Unternehmen USA Vereinbarung Verkauf Vorstand Wirtschaft
Mehr erfahren
Brammen im Werk in Tornio
16.02.2026

Outokumpu: Geschäftsbereich Europa schwächelt

Für Outokumpu endete das Geschäftsjahr schwach, geprägt von Gegenwind im Geschäftsbereich Europa. Das bereinigte EBITDA im Zeitraum Januar–Dezember 2025 betrug 167 Mio. €...

ABB Beizlinie Chrom Dekarbonisierung Deutschland Edelstahl Einsparung Ergebnis EU Finnland Geschäftsjahr Handel IBU ING Investition Krefeld Kreislaufwirtschaft Legierungen Lieferung Machbarkeitsstudie Nachhaltigkeit Optimierung Produktion Restrukturierung Rohstoffe Schweden Stahl Stahlwerk Strategie Studie Unternehmen USA Verkauf Werkstoff Werkstoffe Wettbewerb Wirtschaft Zahlen
Mehr erfahren
Steven Endress (links) wird neuer Präsident des Endress+Hauser Verwaltungsrats und folgt damit auf Matthias Altendorf (rechts). Sandra Genge (Zweite von links) ist zur stellvertretenden Vorsitzenden des Familienrats ernannt worden. Sie soll die Nachfolge von Dr. h. c. Klaus Endress (Zweiter von rechts) antreten, der angekündigt hat, 2027 als Vorsitzender zurückzutreten.
13.02.2026

Wechsel im Endress+Hauser Verwaltungsrat

Der Generationswechsel in der Endress+Hauser Gruppe setzt sich fort. Nun wird es auch an der Spitze des Verwaltungsrats zu einem Wechsel kommen.

Ausbildung Automatisierung Bund Entwicklung Essen EU Generalversammlung Gesellschaft HZ Industrie ING Karriere Schweiz Software Technik Unternehmen USA Verwaltungsrat Weiterbildung Wirtschaft Zusammenarbeit
Mehr erfahren