Forschung
HyperHeats elektrische Hochleistungsheizer können Temperaturen bis zu 2000 °C erreichen - Photo: HyperHeat
17.03.2026

Forschung an elektrischen Heißgaserzeugern

HyperHeat und das Institut für Industrieofenbau und Wärmetechnik der RWTH Aachen (IOB) haben ein gemeinsames Forschungsprojekt gestartet. Dabei werden HyperHeats elektrische Hochleistungsheizer unter den Bedingungen von Massivumformungsprozessen wie etwa dem Schmieden erprobt und als Retrofitlösung validiert. Das Forschungsprojekt “HyperTherm” wird im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) gefördert.

 HyperHeat hat mit seiner Technologie die Möglichkeit geschaffen, emissionsreiche Hochtemperaturprozesse bis zu 2000 °C, wie beispielsweise das Stahlschmieden, zu elektrifizieren. Die elektrischen Heizer können vorhandene Ofenöffnungen nutzen und via Plug & Play entweder bestehende Erdgasbrenner vollständig ersetzen oder im Hybridverfahren ergänzen. Dadurch kann ein vormals ausschließlich mit Erdgas betriebener Ofen nun zwischen den Energieträgern Strom und Gas je nach Verfügbarkeit und Preis wechseln und so schrittweise Emissionen verringern. Im Technikum des IOB wird diese Retrofit-Nachrüstung installiert und unter realistischen Bedingungen erprobt. 

Ziel des Projektes ist es, genau quantifizieren zu können, welche ökonomischen und ökologischen Einsparungen durch den Ersatz eines fossilen Brenners mit einem elektrischen HyperHeat-Heizer erzielt werden können und welche Faktoren die Lebensdauer und die Materialbeständigkeit beeinflussen. 

 “Unser Anspruch ist es, unseren Kunden ein marktfähiges, effizientes und langlebiges Produkt anzubieten. Das Projekt ermöglicht es uns, unsere Heizer unter verschiedenen Bedingungen zu erproben und technologisch weiterzuentwickeln. Mit seiner Expertise in Thermoprozesstechnik und Prozessoptimierung ist das IOB bei diesem Prozess für uns der perfekte Partner”, sagt Frederick Lessmann, Gründer und Geschäftsführer von HyperHeat. 

Das Forschungsprojekt verläuft in drei Phasen. Bis Juni wird HyperHeat den elektrischen Heizer fertigen und an das IOB liefern. Ab dem Sommer 2026 beginnt das IOB die Versuchsreihen. Der Heizer wird im Rahmen verschiedener Betriebsszenarien unterschiedlichen Belastungen ausgesetzt. Dabei stehen zwei Temperaturbereiche im Fokus: der Hochtemperaturbereich bei ca. 1250 °C, angelehnt an das Schmieden von Stahlteilen, und ein niedriger Temperaturbereich bei gut 500 °C, der etwa in der Wärmebehandlung von Aluminiumteilen genutzt wird. Ab Herbst 2026 werden die Ergebnisse ausgewertet. 

“Prozessgaserhitzer in Temperaturbereichen bis 2000°C stellen eine vielversprechende Technologie zur Dekarbonisierung von Hochtemperaturprozessen dar. Neben der anwendungsnahen technologischen Erprobung ist die Systemintegration hybrider Beheizungsmethoden in Thermoprozessanlagen eine technologische Herausforderung.

Dabei müssen auch die Rückwirkungen auf das Gut und die Anlagenkomponenten wissenschaftlich beschrieben werden. Nur so können technologische Risiken zur Implementierung der Technologie in bestehende Prozesse definiert und Maßnahmen zur Risikominimierung erarbeitet werden.

Durch die Kooperation zwischen Industrie und Wissenschaft kann die Implementierung von neuen Technologien beschleunigt werden”, sagt Prof. Dr.-Ing.Christian Wuppermann, Leiter des Instituts für Industrieofenbau und Wärmetechnik.

Dieses Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. 

(Quelle: HyperHeat)

  

Schlagworte

AluminiumAnlagenBMWBrennerBundDekarbonisierungEinsparungEmissionenEnergieErdgasErgebnisEssenEUForschungForschungsprojektHybridIndustrieINGInnovationKooperationMassivumformungOptimierungProzessgaseProzessoptimierungRWTHRWTH AachenSchmiedenStahlTechnikTemperaturUmformungWärmetechnikWirtschaftWuppermann

Verwandte Artikel

Georgios Giovanakis übernimmt zum 1. Juni 2026 das neu geschaffene Vertriebsressort und wird Chief Sales Officer (CSO) der thyssenkrupp Steel Europe AG
08.05.2026

thyssenkrupp Steel: Aufsichtsrat beruft Georgios Giovanakis in den Vorstand

Der Aufsichtsrat der thyssenkrupp Steel Europe AG hat in seiner Sitzung am 6. Mai 2026 Tag Georgios Giovanakis mit Wirkung zum 1. Juni 2026 zum ordentlichen Mitglied des...

Aufsichtsrat EU Industrie Innovation KI Shanghai Stahl Thyssenkrupp Steel Europe Thyssenkrupp Steel Europe AG Transformation Unternehmen Vertrieb Vorstand Werkstoff Wettbewerb
Mehr erfahren
Plattform-Ausführung des neuen Slag Pot Carriers
08.05.2026

Neue Generation des KAMAG Schlackenkübeltransporters

TII KAMAG stellt eine neue Generation des Schlackenkübeltransporters vor und entwickelt damit das Konzept für den Einsatz in Stahlwerken konsequent weiter

Anpassung Architekt Architektur Entwicklung EU KI Konstruktion Lieferung Service Stahl Stahlwerk Technik Transport Unternehmen
Mehr erfahren
Molekülmodell der stabilen Eisen(I)-Verbindung, die Forschende am KIT als Ausgangspunkt für neue Katalysatoren entwickelt haben.
07.05.2026

Nachhaltige Chemie: Eisen ersetzt Edelmetalle bei der Katalyse

Forschende am KIT entwickeln Eisen(I)-Quelle für katalytische Reaktionen – Ansatz soll chemische Verfahren nachhaltiger machen und könnte seltene Edelmetalle langfristig...

Ergebnis EU Forschung Industrie ING KI Messung Reduktionsmittel Studie TEMA Umwelt Wasserstoff
Mehr erfahren
07.05.2026

Klöckner & Co steigert operatives Ergebnis im ersten Quartal 2026

Klöckner & Co ist mit einem deutlich verbesserten operativen Ergebnis in das Geschäftsjahr 2026 gestartet.

Distribution Entwicklung Ergebnis Essen EU Europa Geschäftsjahr IBU ING Investition Kerkhoff KI Nordamerika Service Unternehmen USA Vereinbarung Verkauf Wirtschaft
Mehr erfahren
06.05.2026

Cleveland-Cliffs wird KI-System von Palantir einsetzen

Die KI-Technologie von Palantir soll künftig die internen Prozesse des Stahlkonzerns in den Bereichen Produktion und Vertrieb integrieren

Automobil Cleveland-Cliffs Inc. Flachprodukte Industrie Kanada KI Nordamerika Palantir Partnerschaft Produktion Schrott Stahl Stahlblech Stahlherstellung Stahlwerk Umformung Unternehmen USA Vertrieb Wettbewerb
Mehr erfahren