Unternehmen
Computergrafik des neuen integrierten Elektrostahlwerks von SSAB in Luleå - Bild: SSAB
29.04.2025

SSAB sichert die Finanzierung des Transformationsprojekts

Der schwedische Stahlhersteller SSAB hat sich ein Finanzierungspaket in Höhe von 2,3 Milliarden Euro für den Bau eines hochmodernen, klimafreundlichen Elektrostahlwerks in Luleå, Schweden, gesichert. Das Finanzierungspaket wird von der schwedischen Staatsschuldenverwaltung (Riksgälden), der italienischen Exportkreditagentur (SACE) und der Nordischen Investitionsbank bereitgestellt. Crédit Agricole CIB strukturierte die Transaktion. 

Geplante Projektkosten von 4,5 Milliarden Euro

SSAB hatte das Budget von 4,5 Milliarden Euro für die die Investition in das neue Stahlwerk in Luleå im Jahr 2024 beschlossen. Dem Unternehmen wurden nun drei grüne Kredite eingeräumt, alle mit einer langen Laufzeit und so strukturiert, dass sie den gesamten Lebenszyklus des Projekts unterstützen:

  • ein Konsortialkredit in Höhe von 15 Milliarden SEK, der von der schwedischen Staatsschuldenverwaltung (Riksgälden) im Rahmen des Programms „Kreditgarantien für grüne Investitionen“ abgesichert wird,
  • ein Konsortialdarlehen in Höhe von 808 Millionen EUR, das von der italienischen Exportkreditagentur SACE abgesichert wird, und
  • ein Darlehen in Höhe von 1,15 Milliarden Schwedischen Kronen (SEK) von der Nordic Investment Bank (NIB).

Die Kredite sind nach den Grundsätzen für grüne Darlehen strukturiert, die in Einklang mit dem SSAB-Rahmen für grüne und nachhaltigkeitsbezogene Finanzierungen stehen.

„Das große Interesse, sich an der Finanzierung zu beteiligen, unterstreicht die führende Position von SSAB in der Stahlindustrie sowie das starke Vertrauen unserer Partner in unseren Transformationsplan. Es ist uns gelungen, günstige Konditionen zu sichern, und das Paket gibt uns die finanzielle Flexibilität, die wir für eine robuste Umsetzung der Transformation in Übereinstimmung mit unseren finanziellen Zielen benötigen. Die Investition in Luleå wird es uns ermöglichen, eine noch stärkere und wettbewerbsfähigere SSAB aufzubauen, indem wir die Kosten senken, die Verbesserung des Produktmixes beschleunigen und praktisch alle CO2-Emissionen aus der Produktion in Luleå eliminieren“, betont Leena Craelius, Finanzvorstand (CFO) von SSAB.

Neupositionierung von SSAB Europe

Der Umbau der Stahlproduktion ist von entscheidender Bedeutung für die Neupositionierung von SSAB Europe als Hersteller von Premium-Produkten. Das neue Werk wird eine Produktionskapazität von 2,5 Millionen Tonnen Stahl pro Jahr haben und über zwei Elektrolichtbogenöfen, eine moderne Pfannenmetallurgie und ein integriertes Walzwerk verfügen. Die Investition umfasst auch einen Kaltwalzkomplex, eine Bandverzinkung sowie ein Durchlaufglühanlage. Zu den Vorteilen der künftigen Produktion gehören niedrigere Kosten, kürzere Vorlaufzeiten und eine bessere Fähigkeit, Nachfrageschwankungen zu bewältigen. Das neue Stahlwerk wird einen variablen Mix an Einsatzstoffen einschmelzen können, darunter grünen Eisenschwamm, Roheisen und Recyclingschrott.

Wenn das neue Elektronstahlwerk fertiggestellt ist, wird SSAB das derzeitige, auf Hochöfen basierende integrierte Hüttenwerk in Luleå stilllegen, wodurch die CO2-Emissionen des bestehenden Betriebs weitgehend beseitigt werden. Die Reduzierung entspricht 7 % der derzeitigen CO2-Emissionen Schwedens.

Crédit Agricole koordiniert die Finanzierung

Crédit Agricole CIB fungiert als Global Coordinator, Structuring Bank und Green Loan Coordinator für das Finanzierungspaket.

„Wir sind stolz darauf, SSAB auf seinem Weg zu einer nachhaltigeren Produktionsweise zu unterstützen. Unser Engagement zur Stärkung der Transformationsstrategie des Unternehmens spiegelt nicht nur unser Engagement für Nachhaltigkeit wider, sondern auch unser Know-how bei der Bereitstellung maßgeschneiderter Finanzierungslösungen“, so André Gazal, Global Head of ECA & Multilateral Financing Solutions, Crédit Agricole CIB.

(Quelle: SSAB)

Schlagworte

BandverzinkungCO2EinsatzstoffeEisenschwammElektrostahlwerkEmissionenEUFinanzierungIndustrieINGInvestitionItalienKaltwalzkomplexKlimaMetallurgieNachhaltigkeitProduktionRecyclingRoheisenSchmelzeSchmelzenSchrottSchwedenStahlStahlindustrieStahlproduktionStahlwerkStrategieTransformationUnternehmenVorstandWalzwerkWettbewerb

Verwandte Artikel

Das Tata Steel Kalinganagar und das SMS group Team feiern die erfolgreiche Inbetriebnahme der Anlage
06.11.2026

Tata Steel nimmt Brammengießanlage in Betrieb

Tata Steel und SMS group haben im Stahlwerk Nr. 1 von Tata Steel Kalinganagar die dritte Zweistrang-Brammengießanlage in Betrieb genommen. Nach kurzer Zeit erreichte sie...

2016 ABB Anlagen Automatisierung Bramme Entwicklung Ergebnis EU Inbetriebnahme ING KI Ltd Ltd. Partnerschaft Produktion Schmelze Schmelzen SMS SMS group Stahl Stahlwerk USA Zusammenarbeit
Mehr erfahren
Feier zur Inbetriebnahme JSW
06.11.2026

Zweite Säureregenerationsanlage bei JSW Steel Coated Products in Betrieb

Die Anlage wurde bei JSW Steel Coated Products Limited am Standort Vasind im indischen Bundesstaat Maharashtra vom Technologiekonzern Andritz erfolgreich in Betrieb genom...

ANDRITZ AG Anlagen Beizlinie Bund EU Gesellschaft Inbetriebnahme Indien Industrie Säureregenerationsanlage Stahl Umwelt Unternehmen Verkauf Zink
Mehr erfahren
Von links: Jacobus Steyn, Leiter des Geschäftsbereichs Energie bei Alleima; Hanhee Lee, Vizepräsidentin der Abteilung Wachstum/Beschaffung bei Doosan Enerbility; Göran Björkman, Geschäftsführer bei Alleima; Alistair Black, Vizepräsident für den Geschäftsbereich Großbritannien bei X-Energy; Robert Leone, leitender Direktor für die Lieferkette bei X-Energy; und Carl von Schantz, Leiter des Geschäftsbereichs Rohre bei Alleima.
05.11.2026

Alleima erhält ersten Auftrag für Rohrleitungen für Kernreaktoren

Alleima hat von Doosan Enerbility seinen ersten Auftrag über Dampferzeugerrohre für einen heliumgekühlten kleinen modularen Reaktor (SMR) der nächsten Generation erhalten...

Elektrifizierung Energie Entwicklung EU Getriebe Industrie Investition Kernenergie Produktion Rohre Sandvik Schweden Temperatur Tube Unternehmen USA Werkstoff Werkstoffe Zusammenarbeit
Mehr erfahren
Mitarbeiter von Nucor Steel Berkeley, Primetals Technologies und Clecim an der neuen Kontinuierlichen  Verzinkungsanlage in Huger, South Carolina, nach der erfolgreichen Produktion des ersten  Premiumklasse-Coil.
05.11.2026

Nucor produziert ersten Bund auf Durchlaufverzinkungsanlage

Die Anlage produziert Automobil-Außenstähle in Sichtqualität und höchstfeste Stähle (AHSS). Die firmeneigenen Technologien Rapid Cooling und Querfeld-Induktionserwärmung...

Aluminium Anlagen Automatisierung Automobil Brenner Brennertechnik Bund Entwicklung Ergebnis EU HZ Inbetriebnahme Indien ING Japan Lieferung Montage Nordamerika Primetals Produktion Service Stahl Strategie Technik Unternehmen USA Walzwerk Zink Zusammenarbeit
Mehr erfahren
Visualisierung der Direktreduktionsanlage von thyssenkrupp Steel in Duisburg: Der angepasste Förderbescheid schafft eine verlässliche Grundlage für die weitere Umsetzung des Dekarbonisierungsprojekts tkH2Steel.
03.11.2026

Förderung stärkt Dekarbonisierungsprojekt tkH2Steel

thyssenkrupp Steel hat den Änderungsbescheid zur Förderung seines Dekarbonisierungsprojekts tkH2Steel erhalten. Diese bereits angekündigte Anpassung der Förderauflagen is...

Anlagen Anpassung CO2 Dekarbonisierung Direktreduktion Duisburg Emissionen Entwicklung Erdgas EU EU-Kommission Europa Förderung Hochofen IBU Industrie ING Klima Klimaziel Klimaziele Lieferketten Marktbedingungen Produktion Schmelze Stahl Stahlindustrie Stahlproduktion Stahlwerk Thyssen thyssenkrupp Thyssenkrupp Steel Europe Thyssenkrupp Steel Europe AG Transformation Transport Unternehmen Vorstand Wasserstoff Wettbewerb Wirtschaft
Mehr erfahren