Unternehmen Wirtschaft News
Photo: pixabay/ Pexels 9148 images
04.11.2021

Klöckner & Co SE steigert operatives Ergebnis

Neues Rekordniveau und starke Performance im dritten Quartal 2021

Klöckner & Co setzt sein erfolgreiches Geschäftsjahr fort und erzielte im dritten Quartal erneut das beste operative Ergebnis seit dem Börsengang im Jahr 2006. Die erheblich gestiegenen Preise haben im dritten Quartal 2021 wiederholt zu einem sehr deutlichen Umsatzwachstum um 59,3 % auf 2 Mrd. € (Q3 2020: 1,3 Mrd. €) geführt. Das operative Ergebnis (EBITDA) vor wesentlichen Sondereffekten stieg vor dem Hintergrund des stark verbesserten Marktumfeldes von 40 Mio. € im Vorjahreszeitraum auf 277 Mio. €. Damit liegt das Ergebnis am oberen Ende der angepassten Prognosespanne von 260 bis 280 Mio. €. Zu dem positiven Ergebnis haben auch die konsequent verfolgte Margin-Over-Volume-Strategie sowie die positiven Effekte der Restrukturierungsmaßnahmen aus dem Projekt Surtsey beigetragen. Das Konzernergebnis fiel mit 189 Mio. € (Q3 2020: –5 Mio. €) ebenfalls ausgesprochen stark aus. Das Ergebnis je Aktie belief sich entsprechend auf 1,86 € (Q3 2020: –0,05 €). Aufgrund des im Zuge der deutlich gestiegenen Stahlpreise erheblich ausgeweiteten Net Working Capitals ergab sich ein negativer Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit von –15 Mio. € (Q3 2020: 68 Mio. €).

Guido Kerkhoff, Vorsitzender des Vorstands der Klöckner & Co SE: „Dass wir zum wiederholten Male ein Rekordergebnis vorlegen können, zeigt, dass wir die richtigen Weichen gestellt haben: Dank Projekt Surtsey haben wir eine starke operative Basis für die erfolgreiche Umsetzung erster Maßnahmen unserer Strategie ‚Klöckner & Co 2025: Leveraging Strengths‘. Wir arbeiten weiter konsequent daran, uns an den Bedürfnissen unserer Kunden und der Gesellschaft auszurichten. So sichern wir beispielsweise mit unserer jüngsten Partnerschaft mit H2 Green Steel unseren Kunden frühzeitig den Zugang zu grünem Stahl und entwickeln uns zum Vorreiter der nachhaltigen Stahlindustrie.“

Im dritten Quartal konnte die Umsetzung der Strategie „Klöckner & Co 2025: Leveraging Strengths“ weiter vorangetrieben werden. Mit der Strategie möchte das Unternehmen zur führenden digitalen One-Stop-Shop-Plattform für Stahl, weitere Werkstoffe und Anarbeitungsservices in Europa und Amerika werden. Die im zweiten Quartal initiierte EU-Europa-Struktur wurde bereits erfolgreich implementiert, und es wurden wichtige, damit verbundene Maßnahmen angestoßen. Zur Verbesserung des Produkt- und Serviceangebots fördert Klöckner & Co insbesondere die grenz- und funktionsübergreifende Zusammenarbeit. Das neue Center of Excellence in Finance & Administration wird in diesem Zuge die Harmonisierung von internen Administrationsprozessen verbessern und Strukturen effizienter ausrichten.

Als wichtigen Bestandteil der Konzernstrategie hat sich Klöckner & Co zuletzt auf die Ausweitung des Partnernetzwerks fokussiert und treibt in diesem Zusammenhang seine Nachhaltigkeitsaktivitäten weiter voran. Hier sieht das Unternehmen gesellschaftliche sowie große unternehmerische Chancen. Um diese zu nutzen, hat Klöckner & Co eine Partnerschaft mit dem schwedischen Start-up H2 Green Steel geschlossen und sich damit als einer der ersten Distributoren den Zugang zu signifikanten Mengen an nahezu CO2-neutral produzierten, sogenanntem „grünen Stahl“ gesichert. Ab dem Jahr 2025 sollen im Rahmen der Partnerschaft zunächst bis zu 250.000 Tonnen „grüner Stahl“ geliefert werden – mit einer möglichen zukünftigen Erweiterung der Liefermengen. Mit der Kooperation baut Klöckner & Co sein nachhaltiges Produkt- und Dienstleistungsspektrum deutlich aus. Gleichzeitig unterstützt das Unternehmen seine Kunden bei dem Aufbau einer emissionsfreien Wertschöpfungskette und geht als Pionier einer nachhaltigen Stahlindustrie voran.

Zusätzlich wurden die Digitalisierung und Automatisierung im Konzern mit dem Ziel „Zero-Touch“ im dritten Quartal weiter beschleunigt. Die Neuaufstellung der kloeckner.i-Organisation wurde erfolgreich abgeschlossen und der neue kloeckner.i-Hub in den USA gegründet. Die KI-getriebene Applikation Kloeckner Assistant wurde ebenfalls weiter verbessert und soll durch die angestoßenen Maßnahmen künftig 80 % der Verkaufsprozesse digitalisieren und automatisieren können. In Zukunft soll der Kloeckner Assistant auch in anderen Bereichen der Wertschöpfungskette von Klöckner & Co zum Einsatz kommen. Im Jahresverlauf hat die Applikation bereits Umsätze von rund 750 Mio. € abgewickelt. Insgesamt stieg der Anteil des über digitale Kanäle erzielten Umsatzes im dritten Quartal auf 46 % und lag damit vier Prozentpunkte über dem Wert des Vergleichszeitraumes im Vorjahr (Q3 2020: 42 %).

Im vierten Quartal rechnet Klöckner & Co im Vergleich zum Vorquartal beim Absatz und Umsatz mit einem leichten, saisonal bedingten Rückgang. Für das Gesamtjahr 2021 geht das Unternehmen weiterhin von einem EBITDA vor wesentlichen Sondereffekten von rund 800 Mio. € aus. Dies entspräche dem besten operativen Ergebnis seit dem Börsengang im Jahr 2006. Vor dem Hintergrund des erwarteten Rekordergebnisses für das Geschäftsjahr 2021 wird Klöckner & Co der Hauptversammlung eine Dividende in Höhe von voraussichtlich 0,90 € bis 1,10 € je Aktie vorschlagen. Zudem wurde ein Projekt zur Verbesserung des Deckungsgrads der Pensionsverpflichtungen des Konzerns initiiert. Hierzu ist beabsichtigt, Vermögenswerte auf einen Treuhänder zu übertragen und damit zweckgebunden für die Bedienung von Pensionsleistungen zu verwenden. Die Dotierungen werden zu einer signifikanten Reduzierung der ausgewiesenen Pensionsrückstellungen um mehr als 200 Mio. € führen und damit die Struktur der Bilanz von Klöckner & Co substanziell verbessern. Darüber hinaus gewährleistet diese Maßnahme eine nachhaltige Verbesserung des Cashflows aus der betrieblichen Tätigkeit des Unternehmens von jährlich mehr als 10 Mio. € ab 2022.

(Quelle: Klöckner & Co SE)

Schlagworte

AnarbeitungAutomatisierungBundCO2CO2-neutralDigitalisierungDividendeErgebnisEssenEUGesellschaftGetriebeGreen SteelIBUIndustrieINGKerkhoffKlöckner & Co SEKooperationNachhaltigkeitPartnerschaftRestrukturierungServiceStahlStahlindustrieStahlpreiseStrategieUnternehmenUSAVerkaufWerkstoffWerkstoffeZusammenarbeit

Verwandte Artikel

Der Standort von HKM am Rhein
29.07.2026

Vertragsabschluss für Bau eines EAFs bei HKM

HKM und Tenova haben am 28.07.2026 einen Vertrag über Lieferung, Errichtung und gemeinsame Inbetriebnahme eines Elektrolichtbogenofens geschlossen.

Anlagen Bepro Bund Dekarbonisierung Deutschland DSV Duisburg Einsatzstoffe Eisenschwamm Elektrolichtbogenofen Energie Energieeffizienz EU Gasreinigung HKM HZ Inbetriebnahme Industrie ING Klima Klimaschutz Lichtbogenofen Lieferung Produktion Prozessgase Salzgitter Salzgitter AG Schrott Stahl Stahlerzeugung Stahlindustrie Stahlproduktion Strategie Tenova Transformation Vorstand Wettbewerb Wirtschaft
Mehr erfahren
Die Eröffnung am Standort in Jeffersonville, Indiana, USA
28.07.2026

voestalpine eröffnet neue Anlage in den USA

Die voestalpine hat ihre Produktionskapazitäten an ihrem Standort Jeffersonville, Indiana, USA verdoppelt. Die neue Anlage zur Produktion von Längsträgern für Lastkraftwa...

Anlagen Bund EU Handel Industrie ING Investition Nordamerika Produktion Profile Rohre Stahl Strategie USA Voestalpine AG Vorstand
Mehr erfahren
TrimRob – autonomer Roboter von Primetals Technologies und Polytec zum Besäumen und Probenentnehmen der Coils
27.07.2026

Hyundai Steel vergibt FAC für Coil-Besäumen

Hyundai Steel hat das Final Acceptance Certificate (FAC) für TrimRob vergeben. TrimRob ist eine robotergestützte Lösung zum Besäumen und der Probenahme von Coils.

Coils Draht EU Inbetriebnahme Industrie ING Kran Messe Messung Primetals Stahl Stahlindustrie Temperatur USA Verlag
Mehr erfahren
24.07.2026

Kloeckner Metals Germany baut Kapazitäten in Köln-Hürth aus

Kloeckner Metals Germany hat heute in Hürth bei Köln einen neuen Standort seiner Tochter Ambo Stahl eröffnet. Damit reagiert das Unternehmen auf die Bedarfe in sicherheit...

Automotive Baumaschinen Bremen Bund Defence Deutschland Duisburg Essen EU Handel HZ Industrie ING Investition Lieferketten Logistik Maschinenbau Metallverarbeitung Plasmaschneiden Produktion Service Stahl Strahlen Technik Transport Unternehmen Verteidigung
Mehr erfahren
22.07.2026

Rohstahlproduktion in Deutschland erholt sich

Laut WV Stahl hat sich die Rohstahlproduktion im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum erholt. Die Stahlnachfrage bleibt allerdings weiterhin auf einem nie...

Anlagen Anlagenbau Automobil Berlin Deutschland Energie Entwicklung EU Europa Handel Industrie ING Investition Klima Kontingente Nachhaltigkeit Produktion Rohstahlproduktion Stahl Stahlindustrie Stahlmarkt Stahlproduktion Stahlunternehmen Unternehmen USA Wettbewerb Wirtschaft Wirtschaftsvereinigung Zahlen
Mehr erfahren