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Photo: Salzgitter AG
10.07.2026

Salzgitter AG übernimmt die HKM zu 100 Prozent

Die Stahlproduktion am Traditionsstandort im Duisburger Süden geht weiter. Die Hüttenwerke Krupp Mannesmann werden künftig eine 100-prozentige Tochter der Salzgitter AG, nachdem die beiden Mitgesellschafter thyssenkrupp Steel Europe und Vallourec angekündigt hatten, sich aus dem gemeinsamen Joint Venture zurückziehen zu wollen.

Der Salzgitter-Konzern übernimmt damit die volle Verantwortung bei der HKM und möchte das integrierte Hüttenwerk mit einem klaren Plan und voller Ausrichtung auf die grüne Transformation fit für die bevorstehenden Herausforderungen machen.

Anfang Februar hatte sich die Salzgitter AG mit thyssenkrupp Steel auf ein Eckpunktepapier zur vollständigen Übernahme der HKM verständigt. In intensiven und sorgfältigen Verhandlungen haben die Gesprächspartner nun eine finale Einigung erzielt, die den Interessen aller bisherigen Anteilseigner gerecht wird. Nach der Unterzeichnung der Verträge am 8. Juli kann die Integration der HKM in den Salzgitter-Konzern beginnen. Das Closing und der Übergang der Geschäftsanteile sollen noch am umgehend vollzogen werden.

Die Salzgitter AG plant in Duisburg die Investition in einen Elektrolichtbogenofen, um den Standort zu transformieren, zukunftsfähig zu machen und die CO2-Emissionen der Stahlproduktion langfristig um 90 Prozent zu senken.

Aufgrund der wirtschaftlichen Herausforderungen wird dieser Wandel mit einer deutlichen Reduzierung der Mitarbeiterzahl einhergehen. Geplant ist, dass statt aktuell rund 3000 langfristig nur noch etwa 1000 Menschen bei der HKM beschäftigt sind. Ohne diesen schmerzhaften Stellenabbau hätte die Salzgitter AG die alleinige Übernahme nicht vollziehen können. Die Alternative wäre eine komplette Schließung des integrierten Hüttenwerks in Duisburg gewesen. Nur mit dieser konsequenten Neuaufstellung hat die HKM die Chance auf eine langfristig erfolgreiche Zukunft.

„Wir haben uns bei den Verhandlungen mit den bisherigen Mitgesellschaftern über die Fortführung der HKM in unserer alleinigen Verantwortung die nötige Zeit genommen. Bei diesen komplexen Gesprächen sowie bei der großen Bedeutung des Ausgangs für die Mitarbeitenden in Duisburg hatte die Sorgfalt bei diesem Prozess klar Vorrang vor dem Tempo. Wir sind froh, dass wir nun für alle Beteiligten eine zufriedenstellende Lösung gefunden haben“, sagt Gunnar Groebler, Vorstandsvorsitzender der Salzgitter AG.

„Mit der Übernahme der Anteile der bisherigen Mitgesellschafter stehen wir in voller Verantwortung an einem Traditionsstandort der Stahlindustrie, den wir mit einer konsequenten Ausrichtung auf die grüne Transformation in eine langfristige Zukunft führen wollen. Wir bedanken uns bei Thyssenkrupp Steel und Vallourec für die konstruktiven Verhandlungen sowie die gute Zusammenarbeit bei der HKM in den vergangenen Jahren“, sagt Gunnar Groebler.

Marie Jaroni, Vorstandsvorsitzende von thyssenkrupp Steel Europe AG:
„Die erzielte Zukunftslösung für die HKM ist ein wichtiger Meilenstein für alle Beteiligten. Für uns schafft sie die Voraussetzungen, unsere strategische Neuaufstellung konsequent umzusetzen: Mit der Konzentration der Produktion auf den Duisburger Norden steigern wir Auslastung, Effizienz und Wirtschaftlichkeit nachhaltig. Gleichzeitig blicken wir mit großer Wertschätzung auf die gemeinsame Geschichte mit der HKM zurück.  Unser besonderer Dank gilt den Beschäftigten für Jahrzehnte der Partnerschaft sowie den Mitgesellschaftern für ihren konstruktiven Beitrag.“

Die Belieferung an thyssenkrupp Steel von HKM läuft Ende 2028 aus, statt wie bisher geplant Ende 2032.

Philippe Guillemont, Vorsitzender des Verwaltungsrats und CEO von Vallourec S.A., kommentiert:
„Vallourec hatte bereits zuvor seine Absicht angekündigt, seine Minderheitsbeteiligung an HKM zu veräußern, um eine Strategie zu verfolgen, die sich auf das Kerngeschäft und die Schlüsselmärkte von Vallourec konzentriert. Wir begrüßen daher die heute von Salzgitter bekannt gegebene Vereinbarung, die dieses Ziel voll und ganz unterstützt und HKM gleichzeitig neue Perspektiven im Bereich der Produktion von emissionsreduziertem Stahl eröffnet.“

Die kommenden Monate werden nun genutzt, die Integration der HKM in die Strukturen des Salzgitter-Konzerns zu vollenden. Einher geht das mit einer Umstrukturierung bis voraussichtlich Ende 2028 von rund 3000 auf etwa 1000 Mitarbeitende sowie einer Reduzierung der Rohstahlmenge auf zwei Millionen Tonnen pro Jahr.

„Dies ist ein schwerer, aber notwendiger Schritt. Die kommenden Veränderungen werden verantwortungsvoll und grundsätzlich sozialverträglich gestaltet. Die Transformation gelingt nur gemeinsam mit den Beschäftigten und den Führungskräften. Der Dialog mit den Arbeitnehmervertretungen und die Kommunikation mit der Belegschaft bleiben zentraler Bestandteil des weiteren Prozesses“, erklärt Birgit Dietze, Personalvorständin der Salzgitter AG.

Die Salzgitter AG wird die Transformation des Standorts mit voller Kraft unterstützen. Andreas Betzler, Geschäftsführer der Mannesmann Precision Tubes GmbH, der Mannesmann Grossrohr GmbH und der Mannesmann Line Pipe GmbH, soll künftig die Geschäftsführung der HKM ergänzen und direkt an den Vorstand der Salzgitter AG berichten.

Die Auswirkungen der HKM-Übernahme auf die Umsatz- und Ergebnisprognose des Geschäftsjahres 2026 wird die Salzgitter AG im Rahmen der Veröffentlichung ihres Halbjahresfinanzberichts am 11. August 2026 quantifizieren.

Über die Details der Einigung haben die Vertragspartner Stillschweigen vereinbart.

(Quelle: Salzgitter AG)

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