Technik
Von links nach rechts: Peter Kinzel, Head of Green Ironmaking SMS group; Jochen Burg, CEO SMS group; Akshay Khullar, VP Engineering & Projects Tata Steel; Paul Tockert, Executive Vice President CoE Metallurgy SMS group; Kanchinadham Parvatheesam, Tata Steel Company Secretary & Chief Legal Officer. - Photo: SMS group
22.04.2026

Tata Steel und SMS group rüsten Hochofen aus

Nach der Fertigstellung wird der Hochofen E von Tata Steel in Jamshedpur weltweit der erste sein, der auf EASyMelt umgerüstet wurde.

T. V. Narendran, CEO und Geschäftsführer von Tata Steel, erklärte:
„Der Übergang zur dekarbonisierten Stahlerzeugung wird von unserer Fähigkeit geprägt sein, bestehende Produktionsökosysteme neu zu denken und zu transformieren. Mit einem gezielten Mix aus Technologie, Innovation und starken Partnerschaften treibt Tata Steel diese Transformation voran. Unsere Zusammenarbeit mit SMS group setzt einen wichtigen Meilenstein und beschleunigt unseren Fortschritt zur Erreichung von Netto-Null.“

„Wir schätzen das Vertrauen von Tata Steel in unsere Fähigkeiten. Durch das Engagement des Branchenführers können wir unsere EASyMelt-Technologie industriell verwirklichen. Die Implementierung der ersten EASyMelt-Technologie im industriellen Maßstab ist zukunftsweisend und ebnet den Weg für neue Brownfield-Dekarbonisierungsprojekte“, so Jochen Burg, CEO der SMS group.

Tata Steel Limited und SMS group haben am 14. Juni 2023 eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit bei der Dekarbonisierung der Eisenerzeugung unterzeichnet. Nach einer erfolgreichen FEL-Studie hat Tata Steel beschlossen, das Projekt phasenweise voranzutreiben.

Diese Initiative markiert einen zentralen Fortschritt für Tata Steel bei der Erreichung der Netto-Null-Emissionen bis 2045, einem Ziel, das zu den ehrgeizigsten zählt, die große Stahlunternehmen weltweit verfolgen. Tata Steel und SMS group werden gemeinsam an der Umsetzung und Weiterentwicklung der EASyMelt-Technologie arbeiten.

Diese revolutionäre Technologie ermöglicht den Betrieb von Hochöfen mit minimalem Koksverbrauch. EASyMelt zeichnet sich dadurch aus, dass es Synthesegas in den Reduktionsprozess integriert und so die CO2-Emissionen erheblich senkt. Synthesegas fungiert als Reduktionsmittel und ersetzt die Rolle von Koks im Hochofen. Gichtgas-Recycling wird zur Herstellung von Synthesegas durch Reformieren von kohlenwasserstoffhaltigen Gasen wie Koksofengas verwendet. Das resultierende Synthesegas wird dann auf Schacht- und Blasformebene eingedüst. Plasmabrenner elektrifizieren den Prozess direkt, indem sie das in die Blasform eingedüste Synthesegas überhitzen.

Dieser Prozess ist flexibel hinsichtlich der Energiequellen und kann mit Erdgas, Koksofengas, Wasserstoff, Ammoniak und auch mit Strom betrieben werden. Daher lässt er sich an lokale Verfügbarkeiten und Anforderungen anpassen. Darüber hinaus kann EASyMelt auch weiterhin den konventionellen Sintereinsatz verarbeiten, wodurch die Abhängigkeit vom teuren und knappen Eisenerz, das von Direktreduktionsanlagen benötigt wird, vermieden wird.

Viele Märkte sehen sich konfrontiert mit Herausforderungen der Schrottverfügbarkeit, der Eisenerzqualität und des Zugangs zu grünen Energieträgern. EASyMelt bietet einen pragmatischen und innovativen Weg zur Erreichung der Dekarbonisierungsziele und schließt die Lücke zwischen der Verfügbarkeit von Eisenerz und der Nachfrage nach grünem Stahl.

(Quelle: SMS group)

Schlagworte

AnlagenBrennerCO2CO2-EmissionenDekarbonisierungDirektreduktionEisenerzeEmissionenEnergieEntwicklungErdgasEUHochofenIndustrieINGInnovationKIKlimaKMEKoksKoksofenLuxemburgPartnerschaftPaul WurthProduktionRecyclingReduktionsmittelSchrottSinterSMSSMS groupSMS group GmbHStahlStahlerzeugungStahlunternehmenStudieTransformationUnternehmenUSAVereinbarungWasserstoffWurthZusammenarbeit

Verwandte Artikel

Eisenerzmine und Pelletieranlage von Mesabi Metallics in Minnesota, USA
05.10.2026

Mesabi Metallics plant den Bau eines Elektrostahlwerks in Iowa, USA

Investition in Höhe von 18 Milliarden US-Dollar zur Schaffung eines vollständig integrierten amerikanischen Stahlunternehmens, das das Bergwerk in Minnesota und den Stahl...

Bund Direktreduktion Energie Essen EU Indien Industrie Innovation Investition Lichtbogenofen Logistik Produktion Produktionsprozess Schrott Sinter SSAB Stahl Stahlunternehmen Stahlwerk Unternehmen USA
Mehr erfahren
Visualisierung der ersten Direktreduktionsanlage von thyssenkrupp Steel am Standort Duisburg
02.10.2026

Jacobs Solutions hat weiter die Bauleitung für die neue Direktreduktionsanlage in Duisburg

Der Vertrag des US-Industriedienstleisters für Aufgaben beim Bau der Direktreduktionsanlage von thyssenkrupp Steel in Duisburg wurde erweitert

Dekarbonisierung Deutschland Direktreduktion Duisburg Eisenerze Energie Energiewende Ergebnis EU Industrie ING Klima Logistik Montage Produktion Projektmanagement Rahmenvertrag Stahl Stahlproduktion Thyssen thyssenkrupp Transformation Umwelt USA Wasserstoff Wasserstoffbasiert Zusammenarbeit
Mehr erfahren
Mit der Neuausrichtung werden die Kompetenzen für Lenkung, Dämpfung sowie Achs- und Systemlösungen gebündelt
02.10.2026

thyssenkrupp Automotive Technology richtet Fahrwerksgeschäft neu aus

Neue Aufstellung verbindet globale Technologiekompetenz mit stärkerer regionaler Verantwortung.

Anpassung Automobil Automotive Bund China Ennepetal Entwicklung Essen EU Europa Forschung Industrie ING Nordamerika Produktion Steuerung Unternehmen Verlag Wettbewerb Zulieferindustrie
Mehr erfahren
02.10.2026

Vorläufige Netzentgelte: Haushaltszuschuss zu den Übertragungsnetzkosten darf nicht gekürzt werden

Die Wirtschaftsvereinigung Stahl warnt vor den Folgen der geplanten Kürzung des Haushaltszuschusses und fordert, die erst Anfang des Jahres erreichten Entlastungen dauerh...

Deutschland Energie EU Industrie Stahl Stahlindustrie Unternehmen Wettbewerb Wirtschaft Wirtschaftsvereinigung Zahlen
Mehr erfahren
Dr. Tim M. Schwarz erhält einen DGM-Nachwuchspreis 2026 für seine Arbeiten zur atomgenauen Untersuchung von flüssig-fest Grenzflächen und Flüssigkeiten. Diese sind unter anderem für biologische, Batterie- und Katalysatormaterialien relevant. Überreicht wurde ihm der Preis von Prof. Gunther Eggeler (links) und Prof. Till Schneiders, Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Materialkunde (DGM).
01.10.2026

Deutsche Gesellschaft für Materialkunde zeichnet Tilmann Hickel und Tim Schwarz aus

Max-Planck-Wissenschaftler erhalten DGM-Pionier- und DGM-Nachwuchspreis 2026

ABB Auszeichnung Automatisierung Bund Digitalisierung Eisenforschung Entwicklung Essen EU Forschung Gesellschaft HZ IMU Industrie ING Legierungen Materialforschung Max-Planck-Institut Nachwuchs Optimierung Stahl Strategie Studie USA Wasserstoff Werkstoff Werkstoffe
Mehr erfahren