Veranstaltung
Gesprächsrunde auf der Wuroslag 2024 in Bilbao: (v.l.n.r.): Anna Sokol (FEhS-Institut), Jérémie Domas  (CTPL), Volker Feldrappe (FEhS-Institut), Moderatorin Maitena Salinas - Photo: FEhS ‑ Institut für Baustoff‑Forschung e.V.
29.10.2024

Transformation als Herausforderung

EUROSLAG-Konferenz in Bilbao zur Zukunft von Eisenhüttenschlacken

Die Transformation der Stahlindustrie zu weitgehend CO2-armen Herstellungsprozessen hat auch massiven Einfluss auf das Nebenprodukt Eisenhüttenschlacke. Welchen Herausforderungen sich Wissenschaft und Wirtschaft stellen und welche Lösungsansätze es bereits heute gibt, war Thema der 12. EUROSLAG-Konferenz vom 23. bis 25. Oktober 2024 in Bilbao. Unter dem Motto “Slags for the Future, the Future of the Slags” tauschten sich 230 Teilnehmer*innen aus 34 Ländern in den Sessions

„Legislation and Standardization“, „Applications and Best Practices“, Future Trends in the Steel Sector and Implications on Slag“ sowie „Tendencies in Slag Utilization and Research Projects“ aus. Der europäische Verband der Hersteller und Verarbeiter von Eisenhüttenschlacke EUROSLAG mit Sitz in Duisburg organisiert die Fachveranstaltung alle zwei Jahre, in Bilbao mit Unterstützung des Baskischen Stahlcluster-Verbands Siderex, des Unternehmensverbands der spanischen Stahlindustrie Unesid sowie der spanischen Plattform für Stahltechnologie Platea.

Themen der diesjährigen EUROSLAG waren neben dem Einfluss des Dekarbonisierungsprozesses auf die Eigenschaften und die Verfügbarkeit von Schlacken die Auswirkung von Gesetzgebung und Normung einschließlich technischer und ökologischer Fragen, innovative Produktion und Verarbeitung, Charakterisierung und Verwendung von Schlacken, neue Anwendungsbereiche sowie die Rückgewinnung von metallischen Rohstoffen aus Eisenhüttenschlacken. Vor allem die notwendigen Änderungen des Regelwerks für den Einsatz der Schlackenprodukte aus der transformierten Stahlindustrie wurden sehr deutlich als eine der Kernaufgaben herausgestellt. Darüber hinaus betonten die Organisatoren das starke Engagement der Branche für Innovation, Modernisierung und Nachhaltigkeit sowie die Bedeutung von Forschung und internationaler Vernetzung.

Thomas Reiche, Vorstandsvorsitzender von EUROSLAG und Geschäftsführer des FEhS – Institut für Baustoff-Forschung aus Duisburg, das fünf Referenten stellte:
„Wir bedanken uns sehr herzlich bei den spanischen Organisatoren für diese sehr gelungene Veranstaltung. Die große Zahl der Teilnehmer in diesem Jahr nicht nur aus Europa unterstreicht aber auch den ökonomischen und ökologischen Stellenwert, den die Nebenprodukte die Stahlindustrie einnehmen.

Im Jahr 2023 wurden in der Europäischen Union und Großbritannien 35,8 Millionen Tonnen Eisenhüttenschlacken produziert. Über 90 Prozent davon kamen in Baustoffen und Düngemitteln sowie in der Metallurgie zum Einsatz. Dadurch konnten der Abbau von 44 Millionen Tonnen Naturgestein und durch die Verwendung von Hüttensand anstelle von Portlandzementklinker im Zement die Emission von rund 12 Millionen Tonnen CO2 vermieden werden. Im Zeitraum von 2000 bis 2023 waren es insgesamt 1,17 Milliarden Tonnen Naturgestein und 416 Millionen Tonnen des klimaschädlichen Gases. Diese Erfolgsbilanz gilt es in Zukunft zu bestätigen und auszubauen.“

(Quelle: FEhS ‑ Institut für Baustoff‑Forschung e.V. )

Schlagworte

ABBBaustoffeBilbaoCO2DekarbonisierungDSVDuisburgEisenhüttenschlackeEssenEUForschungIndustrieInnovationKIKlimaKonferenzMetallurgieModernisierungNachhaltigkeitProduktionRegelwerkRohstoffeSchlackeStahlStahlindustrieUnternehmenVeranstaltungWirtschaft

Verwandte Artikel

Feier zur Inbetriebnahme JSW
06.11.2026

Zweite Säureregenerationsanlage bei JSW Steel Coated Products in Betrieb

Die Anlage wurde bei JSW Steel Coated Products Limited am Standort Vasind im indischen Bundesstaat Maharashtra vom Technologiekonzern Andritz erfolgreich in Betrieb genom...

ANDRITZ AG Anlagen Beizlinie Bund EU Gesellschaft Inbetriebnahme Indien Industrie Säureregenerationsanlage Stahl Umwelt Unternehmen Verkauf Zink
Mehr erfahren
Das Tata Steel Kalinganagar und das SMS group Team feiern die erfolgreiche Inbetriebnahme der Anlage
06.11.2026

Tata Steel nimmt Brammengießanlage in Betrieb

Tata Steel und SMS group haben im Stahlwerk Nr. 1 von Tata Steel Kalinganagar die dritte Zweistrang-Brammengießanlage in Betrieb genommen. Nach kurzer Zeit erreichte sie...

2016 ABB Anlagen Automatisierung Bramme Entwicklung Ergebnis EU Inbetriebnahme ING KI Ltd Ltd. Partnerschaft Produktion Schmelze Schmelzen SMS SMS group Stahl Stahlwerk USA Zusammenarbeit
Mehr erfahren
Von links: Jacobus Steyn, Leiter des Geschäftsbereichs Energie bei Alleima; Hanhee Lee, Vizepräsidentin der Abteilung Wachstum/Beschaffung bei Doosan Enerbility; Göran Björkman, Geschäftsführer bei Alleima; Alistair Black, Vizepräsident für den Geschäftsbereich Großbritannien bei X-Energy; Robert Leone, leitender Direktor für die Lieferkette bei X-Energy; und Carl von Schantz, Leiter des Geschäftsbereichs Rohre bei Alleima.
05.11.2026

Alleima erhält ersten Auftrag für Rohrleitungen für Kernreaktoren

Alleima hat von Doosan Enerbility seinen ersten Auftrag über Dampferzeugerrohre für einen heliumgekühlten kleinen modularen Reaktor (SMR) der nächsten Generation erhalten...

Elektrifizierung Energie Entwicklung EU Getriebe Industrie Investition Kernenergie Produktion Rohre Sandvik Schweden Temperatur Tube Unternehmen USA Werkstoff Werkstoffe Zusammenarbeit
Mehr erfahren
Mitarbeiter von Nucor Steel Berkeley, Primetals Technologies und Clecim an der neuen Kontinuierlichen  Verzinkungsanlage in Huger, South Carolina, nach der erfolgreichen Produktion des ersten  Premiumklasse-Coil.
05.11.2026

Nucor produziert ersten Bund auf Durchlaufverzinkungsanlage

Die Anlage produziert Automobil-Außenstähle in Sichtqualität und höchstfeste Stähle (AHSS). Die firmeneigenen Technologien Rapid Cooling und Querfeld-Induktionserwärmung...

Aluminium Anlagen Automatisierung Automobil Brenner Brennertechnik Bund Entwicklung Ergebnis EU HZ Inbetriebnahme Indien ING Japan Lieferung Montage Nordamerika Primetals Produktion Service Stahl Strategie Technik Unternehmen USA Walzwerk Zink Zusammenarbeit
Mehr erfahren
Visualisierung der Direktreduktionsanlage von thyssenkrupp Steel in Duisburg: Der angepasste Förderbescheid schafft eine verlässliche Grundlage für die weitere Umsetzung des Dekarbonisierungsprojekts tkH2Steel.
03.11.2026

Förderung stärkt Dekarbonisierungsprojekt tkH2Steel

thyssenkrupp Steel hat den Änderungsbescheid zur Förderung seines Dekarbonisierungsprojekts tkH2Steel erhalten. Diese bereits angekündigte Anpassung der Förderauflagen is...

Anlagen Anpassung CO2 Dekarbonisierung Direktreduktion Duisburg Emissionen Entwicklung Erdgas EU EU-Kommission Europa Förderung Hochofen IBU Industrie ING Klima Klimaziel Klimaziele Lieferketten Marktbedingungen Produktion Schmelze Stahl Stahlindustrie Stahlproduktion Stahlwerk Thyssen thyssenkrupp Thyssenkrupp Steel Europe Thyssenkrupp Steel Europe AG Transformation Transport Unternehmen Vorstand Wasserstoff Wettbewerb Wirtschaft
Mehr erfahren