Technik
Von links: Herbert Eibensteiner, CEO der voestalpine AG und Franz Kainersdorfer, Mitglied des Vorstandes der voestalpine AG und Leiter der Metal Engineering Division - Bild: voestalpine
19.06.2026

voestalpine: greentec steel im Zeitplan

Die voestalpine nimmt an ihrem Standort Donawitz in knapp einem Jahr wie geplant eine Elektrolichtbogenofenanlage (EAF) in Betrieb und kombiniert so ab 2027 die grünstrombetriebene Elektrostahlproduktion mit dem konventionellen Hochofen-Verfahren. Dadurch kann bis 2029 bereits ein Hochofen stillgelegt werden. Die neue EAF-Anlage soll – vorbehaltlich der Klärung offener Förderfragen – bis 2030 um rund 100 Mio. EUR weiter ausgebaut werden. Damit könnte der Konzern in Donawitz ab 2030 vollständig auf eine elektrifizierte Stahlproduktion umstellen.

Der nächste Ausbauschritt ermöglicht dem Stahl- und Technologiekonzern, der weltweit als Umweltbenchmark seiner Branche gilt, ab 2030 in Donawitz mehr als 90 % seiner CO2-Emissionen gegenüber dem Referenzjahr 2019 einzusparen.

„Wir setzen mit greentec steel, Österreichs größtem Klimaschutzprogramm, weltweit neue Maßstäbe in der nächsten Generation der Stahlproduktion. Wir sind zeitlich und budgetär im Plan und werden an unserem Standort Donawitz den nächsten Ausbauschritt bis 2030 umsetzen. So beabsichtigen wir ab 2030 mit deutlich geringeren CO2-Emissionen Stahl zu produzieren“, sagt Herbert Eibensteiner, CEO der voestalpine AG.

Die voestalpine sieht bereits eine steigende Nachfrage seitens Kunden der internationalen Bahnindustrie nach ihren CO2-reduzierten Stahlprodukten.

Erweiterung der Produktionskapazitäten auf 1,5 Mio. Tonnen CO2-reduzierten Stahl

Die im Bau befindliche EAF-Anlage kann ab 2027 jährlich rund 850.000 Tonnen CO2-reduzierten Stahl produzieren. Mit der Erweiterung wird die Produktionskapazität bis 2030 auf bis zu 1,5 Mio. Tonnen CO2-reduzierten Stahl pro Jahr erhöht. Die vom Aufsichtsrat der voestalpine AG bereits freigegebene Investitionssumme für den Kapazitätsausbau beträgt rund 100 Mio. EUR und soll u.a. für den weiteren Ausbau der Stromversorgung, der Errichtung einer dritten Sekundärmetallurgie-Linie und für die Erweiterung der Schrottlogistik erfolgen. Bis zu Beginn des Ausbaus sind noch offene Förderfragen zu klären.

Durch die Technologieumstellung werden künftig die beiden Hochöfen und die Sinteranlage außer Betrieb genommen. In den nächsten drei Jahren werden dafür Jobs im neuen Stahlwerk geschaffen. Für Mitarbeiter finden bereits laufende Schulungs- und Weiterbildungsmaßnahmen statt. Zusätzlich werden weitere interne oder konzernweite Joboptionen entstehen.

„Diese Transformation sichert indirekt die mehr als 5.000 Arbeitsplätze an den steirischen Standorten der Metal Engineering Division ab“, so Eibensteiner.

Wichtige Projektfortschritte 2026

Die baulichen und technischen Arbeiten schreiten planmäßig voran, im vergangenen Jahr wurden in Donawitz zentrale Projektfortschritte erzielt: Die Halle für den EAF wurde errichtet, ebenso die baulichen Voraussetzungen für die Strom- und neue Rohstoffversorgung geschaffen. Wichtige Meilensteine in diesem Jahr sind die Montage der Kernaggregate im Herbst 2026 sowie die Inbetriebnahme der Strom- und Schrottversorgung.

„Wir errichten erfolgreich ein neues Stahlwerk inmitten eines hochausgelasteten Produktionswerks, was größte logistische Herausforderungen mit sich bringt. Mein Dank gilt allen Mitarbeitern, die seit dem Baustart an greentec steel mitarbeiten, insbesondere dem rund 100 Expert:innen umfassenden Projektteam“, sagt Franz Kainersdorfer, Mitglied des Vorstandes der voestalpine AG und Leiter der Metal Engineering Division.

greentec steel ist Österreichs größtes Klimaschutzprogramm

Die voestalpine hat mit greentec steel eine klare Strategie. Die Integration der grünstrombetriebenen Elektrolichtbogenöfen in die Stahlproduktion ermöglicht es in einem ersten Schritt, CO2-intensive Prozesse zu elektrifizieren und so im Konzern bis 2029 bis zu 30 % an CO2-Emissionen gegenüber 2019 einzusparen. Das entspricht einer Einsparung von fast 4 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr und somit fast 5 % der CO2-Emissionen Österreichs. greentec steel ist damit das größte Klimaschutzprogramm des Landes. Das Investitionsvolumen beträgt für den ersten Schritt unverändert rund 1,5 Mrd. Euro.

(Quelle: voestalpine AG)

Schlagworte

AufsichtsratCO2CO2-EmissionenDonawitzEinsparungElektrolichtbogenofenEmissionenEUHochofenInbetriebnahmeIndustrieINGInvestitionKernaggregateKlimaKlimaschutzLichtbogenofenLogistikMetallurgieMontageProduktionSchrottSchulungSinterSinteranlageStahlStahlproduktionStahlwerkStrategieTransformationUmweltVoestalpine AGVorstandWeiterbildung

Verwandte Artikel

10.07.2026

Salzgitter AG übernimmt die HKM zu 100 Prozent

Hüttenwerke Krupp Mannesmann werden zu einer 100-prozentigen Tochter der Salzgitter AG

ABB CO2 CO2-Emissionen DSV Duisburg Elektrolichtbogenofen Emissionen Ergebnis Essen EU Gesellschaft HKM Hüttenwerk HZ Industrie ING Investition Lichtbogenofen Lieferung Partnerschaft Produktion Stahl Stahlindustrie Stahlproduktion Strategie Thyssen thyssenkrupp Thyssenkrupp Steel Europe Thyssenkrupp Steel Europe AG Transformation Tube USA Vallourec Vereinbarung Verwaltungsrat Vorstand Wirtschaft Zusammenarbeit
Mehr erfahren
Eine 5MW-PEM-Elektrolyseanlage wird jährlich bis zu 750 Tonnen grünen Wasserstoff liefern
09.07.2026

Wolfram-Produktion künftig mit grünem statt grauem Wasserstoff

Die österreichische Wolfram Bergbau und Hütten AG erhält regional aus Windstrom erzeugten grünen Wasserstoff von Energie Steiermark

Bergbau Bund Dekarbonisierung Deutschland Elektrolyse Emissionen Energie EU Inbetriebnahme Industrie Klima Lieferung Nachhaltigkeit Österreich Partnerschaft Produktion Produktionsprozess Pulver Sandvik Strategie Unternehmen Vereinbarung Wasserstoff Windpark Wirtschaft Wolfram Zusammenarbeit
Mehr erfahren
(von li n. rechts: Nicolas Fritzen (Geschäftsführer Plakoma GmbH), Dr. Christian Redl (stellvertrender Geschäftsführer INTECO), Ing. Roland Kristl (Geschäftsführer INTECO), Michael Jost (Prokurist Plakoma GmbH)
08.07.2026

Inteco Gruppe übernimmt Plakoma

Die Inteco Gruppe (Inteco Holding GmbH) freut sich bekanntzugeben, dass sie die Plakoma GmbH mit Sitz in Nalbach-Körprich im Saarland zu 100 Prozent übernommen hat.

Adjustage Anlagen Anlagenbau Entwicklung Essen EU Inbetriebnahme Industrie ING Innovation INTECO melting and casting technologies GmbH Montage Produktion Saarland Stahl Stahlindustrie Stahlproduktion Stahlwerk Unternehmen USA Walzwerk
Mehr erfahren
Geert Van Poelvoorde
08.07.2026

Geert Van Poelvoorde wechselt in den Aufsichtsrat von ArcelorMittal Europe

Der CEO für Europa und Mitglied des Konzernvorstands geht Ende Juli in den Ruhestand und gibt die operative Führung des Europa-Segments ab

ArcelorMittal Bremen Bund DSV Energie EU EUROFER Europa Industrie ING Karriere Produktion Stahl Stahlindustrie Stahlproduktion Unternehmen USA Vorstand Walzwerk Warmband Werkstoff Zertifikat
Mehr erfahren
08.07.2026

Feralpi Group auf dem Weg zu Netto-Null bis 2050

Der Einsatz für emissionsarmen Stahl geht weiter: Der eingeschlagene Kurs bleibt konsequent auf die Reduzierung der Umweltauswirkungen ausgerichtet.

CDP Dekarbonisierung Elektrifizierung Emissionen Energie Energieeffizienz Entwicklung Erdgas Essen EU HZ ING Klima Klimastrategie Klimaziel Klimaziele Messe Partnerschaft Produktion Recycling Rohstoffe Stahl Strategie Transformation Transformationsprozess Transport Umwelt Unternehmen USA Verkauf Vertrieb Wirtschaft Zusammenarbeit
Mehr erfahren