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voestalpine Headquarter - Photo: voestalpine AG
06.08.2026

voestalpine zeigt solide Entwicklung im 1. Quartal 2026/27

Die voestalpine hat im 1. Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 (1. April 2026 – 30. Juni 2026) ein solides Ergebnis erwirtschaftet. Die globale Aufstellung und branchenmäßige Diversifizierung sowie der klare Fokus auf Qualität, Innovation und Effizienz zeigten einmal mehr ihre Stärke, gerade in dem aktuell von großen Unsicherheiten geprägten Umfeld.

Einen unverändert robusten Trend zeigte der Geschäftsbereich Railway Systems, der Konzern erhielt seinen historisch größten Einzelauftrag über 470 Mio. EUR für die neue Hochleistungsstrecke Rail Baltica. Ebenso setzte das Segment Luftfahrt seine positive Entwicklung auch zu Beginn des Geschäftsjahres 2026/27 fort.

Die Nachfrage aus der Bau-, Maschinenbau- und Konsumgüterindustrie blieb konstant auf einem insgesamt gedämpften Niveau. Der besonders von den globalen Unsicherheiten geprägte Energiebereich zeigte eine verhaltene Entwicklung.

Der Geschäftsbereich Automotive Components der Metal Forming Division war weiterhin vom anhaltend schwierigen Marktumfeld in der Automobilindustrie, insbesondere in Europa, betroffen. Hingegen konnte die Steel Division dank hoher Qualität, Liefertreue und stabilen Logistiklösungen weitere Marktanteile in der Automobilindustrie gewinnen.

Weiterhin positiv entwickelte sich das Segment Lagertechnik.

Der Konzern führte seine Maßnahmen zur Reorganisation jener Geschäftsbereiche, die mit strukturellen Veränderungen konfrontiert sind, im 1. Quartal 2026/27 konsequent weiter. Das ist zum einen der Bereich Automotive Components in Deutschland, mit dem Ziel, den Automobilzulieferbereich der Metal Forming Division langfristig abzusichern.

Zum anderen betreffen die Reorganisationsmaßnahmen die High Performance Metals Division, die ihr Produktportfolio auf das technologisch anspruchsvolle Segment der Hochleistungswerkstoffe konzentriert. Mit dem Verkauf der voestalpine BÖHLER Profil ist die Portfoliobereinigung innerhalb der Division weitgehend abgeschlossen.

„In diesem von externen Einflüssen maßgeblich geprägten Umfeld legen wir unseren Fokus weiterhin auf die konsequente Reorganisation renditeschwacher Geschäftsbereiche und forcieren gleichzeitig internationale Wachstumsprojekte. Unsere robuste Strategie und unsere starke Bilanzstruktur bilden dabei eine stabile Grundlage“, sagt Herbert Eibensteiner, CEO der voestalpine AG.

Erweiterung der Produktionskapazitäten in USA und Kanada

Die voestalpine setzt ihre Local-for-local-Strategie konsequent fort. So hat der Konzern, wie berichtet, seine Produktionskapazitäten an seinem Standort Jeffersonville im US-Bundesstaat Indiana verdoppelt. Die neue Anlage zur Produktion hochqualitativer Längsträger für Lastkraftwagen wurde vor Kurzem feierlich eröffnet. Mit der Investition von rund 70 Mio. EUR (80 Mio. USD) stärkt der weltweit tätige Stahl- und Technologiekonzern seine Marktposition im nordamerikanischen Nutzfahrzeugsektor. Die Anlage befindet sich aktuell in der Hochlaufphase, die Vollproduktion wird für Mitte 2027 erwartet. Mit dem Ausbau der Produktionskapazitäten entstehen insgesamt 110 neue Arbeitsplätze.

Weiters baut die voestalpine ihre Produktionskapazitäten in Kanada aus. Die voestalpine Railway Systems hat mit der Canadian National (CN) eine langfristige Liefervereinbarung für lokal produzierte Spezialgleis-Lösungen abgeschlossen und errichtet eine neue Produktionsstätte für Weichen- und Schienenkomponenten in Thorold, Ontario. Damit stärkt die voestalpine Railway Systems ihre Präsenz in Kanada und schafft rund 30 neue Arbeitsplätze vor Ort.

greentec steel – weitere Ausbaupläne für Donawitz

Die voestalpine hat mit greentec steel eine klare Strategie und setzt diese konsequent um. Im ersten Halbjahr 2027 werden im ersten Schritt die Elektrolichtbogenöfen (EAFs) in Linz und Donawitz in Betrieb gehen. Beide Projekte sind sowohl zeitlich wie budgetär im Plan. Im Juni hat der Konzern weitere Ausbaupläne für den Standort Donawitz präsentiert. Die EAF-Anlage, die im nächsten Jahr in Betrieb genommen wird, wird vorbehaltlich offener Förderfragen bis 2030 erweitert.

Der Aufsichtsrat der voestalpine AG hat die Erweiterungsinvestition von rund 100 Millionen Euro bereits freigegeben. Diese Investition erfolgt unter anderem für den weiteren Ausbau der Stromversorgung, der Errichtung einer dritten Sekundärmetallurgie-Linie und für die Erweiterung der Schrottlogistik. Mit diesem Schritt könnte der Standort Donawitz ab 2030 vollständig auf eine elektrifizierte Stahlproduktion umstellen.

Ergebnisanstieg und weiterhin positive Cashflow-Entwicklung

Der voestalpine-Konzern konnte im 1. Quartal 2026/27 die Umsatzerlöse um 2,4 % von 3,9 Mrd. EUR im Vorjahr auf 4 Mrd. EUR steigern. Das operative Ergebnis (EBITDA) verbesserte sich auf 495 Mio. EUR (361 Mio. EUR im Q1 2025/26). Neben den nachhaltig positiven Effekten aus den initiierten Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsprogrammen wurde die Ergebnisentwicklung im 1. Quartal 2026/27 maßgeblich durch einmalige positive und negative Sondereffekte in der High Performance Metals Division, insbesondere aus dem Verkauf der voestalpine BÖHLER Profil sowie aus der Fortsetzung der Reorganisationsmaßnahmen beeinflusst.

In Summe sind im EBITDA des 1. Quartals 2026/27 rund 100 Mio. EUR an Einmaleffekten enthalten. Das Betriebsergebnis (EBIT) erhöhte sich im Jahresvergleich signifikant um 78,8 % von 172 Mio. EUR auf 307 Mio. EUR.

Das Ergebnis vor Steuern konnte mit 279 Mio. EUR mehr als verdoppelt werden (Vorjahr: 139 Mio. EUR). Das Ergebnis nach Steuern verbesserte sich auf 196 Mio. EUR (Vorjahr: 106 Mio. EUR). Der Free Cashflow lag im 1. Quartal 2026/27 bei 224 Mio. EUR, darin enthalten ist ein Einmaleffekt aus dem Verkauf der voestalpine BÖHLER Profil von etwa 150 Mio. EUR.
 
Der Abbau der Nettofinanzverschuldung wurde im aktuellen Berichtszeitraum unvermindert fortgesetzt, die Nettofinanzverschuldung konnte im Jahresvergleich um 28,7 % auf 1 Mrd. EUR per 30. Juni 2026 weiter reduziert werden. Verglichen mit dem Wert zum Bilanzstichtag (31. März 2026) von 1,3 Mrd. EUR verminderte sich die Nettofinanzverschuldung um 17,9 %. Angesichts des in den vergangenen Jahren deutlich erhöhten Investitionsbedarfs für greentec steel ist diese Entwicklung besonders bemerkenswert und unterstreicht die hohe Innenfinanzierungskraft der voestalpine.
 
Das Eigenkapital des voestalpine-Konzerns legte mit 8 Mrd. EUR sowohl im Jahresvergleich als auch in der Gegenüberstellung mit dem Bilanzstichtag 31. März 2026 zu (Vorjahresvergleich: + 6,8 %, seit dem 30. März 2026: +2,9 %). Die Gearing Ratio (Nettofinanzverschuldung in % des Eigenkapitals) verbesserte sich auf 12,9 %.
 
Mit 30. Juni 2026 beschäftigte der voestalpine-Konzern weltweit rund 48.640 Mitarbeiter:innen (Vollzeitäquivalente), das sind um 1,8 % weniger als im Vorjahr (49.550). Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus den Reorganisationsmaßnahmen in der High Performance Metals Division sowie im Geschäftsbereich Automotive Components der Metal Forming Division.
 

Ausblick Geschäftsjahr 2026/27

Die geopolitischen Spannungen, die bereits das abgelaufene Geschäftsjahr 2025/26 wesentlich geprägt haben, wirken sich weiterhin auf die wirtschaftliche Entwicklung aus. Insbesondere die erneute Eskalation des Konflikts im Mittleren Osten beeinflusst die Energiepreise wesentlich und in weiterer Folge sehr wahrscheinlich auch die Inflations- und Zinsentwicklung. Darüber hinaus bleiben die wirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen zwischen Europa und Nordamerika volatil und nur eingeschränkt planbar.
 
Der Beginn des Geschäftsjahres 2026/27 war somit weiterhin maßgeblich von externen Einflussfaktoren geprägt. Die voestalpine AG begegnet diesem Umfeld bislang erfolgreich und stützt sich dabei unverändert auf eine solide Strategie, welche unter anderem auf eine breite Ausrichtung des Konzerns setzt.
 
Vor dem Hintergrund einer insgesamt mit dem Vorjahr vergleichbaren globalen wirtschaftlichen Lage ist davon auszugehen, dass sich die wesentlichen Markttrends größtenteils fortsetzen. Vor allem in Europa ergeben sich derzeit aus neuen regulatorischen Maßnahmen zusätzliche Impulse, wobei sich erste positive Effekte bereits im letzten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres zeigten.
 
Angesichts anhaltender geopolitischer Unsicherheiten, fortbestehender Markttrends und positiver Effekte aus regulatorischen sowie internen Maßnahmen erwartet der Vorstand der voestalpine AG für das Geschäftsjahr 2026/27 weiterhin eine solide wirtschaftliche Entwicklung mit einem EBITDA in einer Bandbreite von 1,60 bis 1,85 Mrd. EUR.
 
(Quelle: voestalpine AG)

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