Trendthema
André Monteiro, Leiter von ArcelorMittal Steligence® Engineering, und Lars Baumgürtel, geschäftsführender Gesellschafter der ZINQ Gruppe, besiegeln ihre strategische Partnerschaft zur Förderung CO2-reduzierter Stahlprodukt und Entwicklung eines digitalen zirkulären Produktpasses. - Photo: ArcelorMittalBelgium
01.07.2025

ZINQ und ArcelorMittal Steligence schließen strategische Partnerschaft

ZINQ und ArcelorMittal treiben gemeinsam Lösungen für eine zirkuläre Bauwirtschaft voran: Der Oberflächenspezialist ZINQ und Stahlhersteller ArcelorMittal starten eine strategische Partnerschaft für CO₂-reduzierte und kreislauffähige Stahlprodukte. Ziel ist es, die Kombination aus XCarb®-Stahl und ecoZINQ®-Oberfläche als CO₂-optimierte und nach den Standards von Cradle to Cradle zertifizierte Lösung gemeinsam in den Markt zu bringen und damit die Anwendung von Baumaterialien in zirkulärer Qualität in der Bauwirtschaft zu fördern - transparent und nachvollziehbar von der Herstellung über die Nutzung bis zur Wiederverwertung.

Mit der Partnerschaft soll auch ein gemeinsames Verständnis für die Relevanz transparenter Umweltdaten und damit für den ökologischen Nutzen von zirkulären Bauprodukten geschaffen werden – von ihrer Erhebung im eigenen Unternehmen bis zur Weitergabe entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Ein wesentlicher Bestandteil der Zusammenarbeit ist daher die Entwicklung eines digitalen zirkulären Produktpasses (DCPP), der auf die Anforderungen der Bauwirtschaft zugeschnitten ist. Er bildet die Umweltauswirkungen einer verzinkten Stahlkonstruktion – von Stahl und Zinkoberflächen – über den gesamten Lebenszyklus hinweg transparent und vergleichbar ab. ZINQ hat hierfür bereits früh die Grundlage gelegt: Vor drei Jahren entstand ein erster Prototyp für metallische Oberflächen – und 2024 folgte eine Kooperation mit Schmitz Cargobull zur Entwicklung eines DCPP im Fahrzeugbau.

Im Rahmen der Partnerschaft mit ArcelorMittal wird das Instrument des Produktpasses auch auf die Bauwirtschaft übertragen. Ziel ist es, mit dem DCPP die Umstellung auf zirkuläre, CO₂-arme Materialien in der Bauwirtschaft zu fördern.

„Der DCPP macht CO₂-Emissionen über den gesamten Produktlebenszyklus transparent – auf Basis drittgeprüfter, normkonformer Daten. So schaffen wir die Grundlage für nachhaltige Entscheidungen in der Bauwirtschaft und fördern den Einsatz zirkulärer Lösungen wie XCarb® und ecoZINQ®“, sagt Lars Baumgürtel, geschäftsführender Gesellschafter der ZINQ Gruppe.

ecoZINQ + XCarb®: Neue Maßstäbe für nachhaltiges Bauen

Im Rahmen der Partnerschaft von ZINQ und ArcelorMittal entsteht eine zukunftsfähige Lösung für zirkuläres Bauen: Die Kombination aus dem CO₂-reduzierten XCarb®-Stahl von ArcelorMittal und der umweltoptimierten ecoZINQ®-Oberfläche von ZINQ vereint Klimaschutz, Materialeffizienz und Kreislauffähigkeit in einem Produkt.

ecoZINQ ist extrem langlebig, instandhaltungsfrei und mechanisch hoch belastbar und hat mit einer Einsparung von 43% den niedrigsten CO₂-Fußabdruck im Vergleich zu herkömmlichen Stückverzinkungsverfahren nach DIN EN ISO 1461. Die CO2-Einsparung wird durch umfassende Effizienzmaßnahmen im Rahmen des Low-Carbon-ZINQ-Programms erreicht: dazu gehören der Einsatz von CO₂-reduzierten Zink und 100 % Strom aus erneuerbarer Energie. Als zirkuläre Oberfläche ist ecoZINQ Cradle to Cradle®-zertifiziert, materialgesund und lässt sich am Ende des Produktlebenszyklus über ein von ZINQ eingeführtes Rücknahmeprogramm für verzinkten Altstahl vollständig in den Materialkreislauf zurückführen.

Olivier Vassart, CEO ArcelorMittal Steligence:
„ArcelorMittal treibt den Wandel zu CO₂-neutralem Stahl in der Bauwirtschaft aktiv voran. Mit XCarb®, recycelt und mit erneuerbarer Energie hergestellt, gehen wir einen entscheidenden Schritt in Richtung Netto-Null-Stahl bei konstant hoher Leistungsfähigkeit. Durch die Partnerschaft mit ZINQ stärken wir unser Engagement für eine Kreislaufwirtschaft und stellen sicher, dass Stahl auch künftig eine zentrale Rolle bei der Dekarbonisierung der Bauwirtschaft spielt. Gemeinsam beschleunigen wir den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Branche, setzen neue Maßstäbe für Nachhaltigkeit und gestalten eine widerstandsfähigere Zukunft für unsere Branche.“

Der Startpunkt für den Vertrieb der neuen Produktkombination wird das ZINQ-Werk in Gent, das in unmittelbarer Nähe zu einem der zentralen ArcelorMittal-Standorte liegt. Dort werden erstmalig Bauteile mit ecoZINQ-Veredlung auf XCarb® -Basis marktfähig gemacht.

Zirkuläre Produkte brauchen zirkuläre Märkte

Der digitale zirkuläre Produktpass und strategische Partnerschaften zur Förderung zirkulärer Produkte sind zentrale Bestandteile des Geschäftsmodells Planet ZINQ, mit dem ZINQ den Übergang zur Circular Economy vorantreibt. Durch Kooperationen in der Wertschöpfungskette für verzinkten Stahl sollen die Grundlage für zirkuläre Leitmärkte auf Grundlage der Prinzipien Zero Waste, Zero Emission und Zero Pollution geschaffen werden.

Mit Planet ZINQ wird die klimaneutrale Transformation der Oberflächentechnik für Stahl vorangetrieben – im Einklang mit den Zielen des EU Green Deal:
„Gemeinsam mit ArcelorMittal entwickeln wir einen zirkulären Produktpass, in dem sowohl für den eingesetzten grünen Stahl als auch für die zirkuläre Zinkoberfläche der Lebenszyklusfußabdruck nach den bereits geltenden EU-Standards für Umweltproduktdeklarationen berechnet und dokumentiert wird. Auf Basis dieser Normen erhalten unsere Kunden drittvalidierte CO₂-Gutschriften. Was jetzt noch fehlt, sind zirkuläre Leitmärkte, in denen sich die Entscheidung für zirkuläre Produkte auch wirtschaftlich lohnt. Das wird entscheidend sein, um nachhaltige Materiallösungen dauerhaft im Markt zu verankern“, betont Baumgürtel.

(Quelle: Zinq)

Schlagworte

ArcelorMittalCO2DekarbonisierungEinsparungEmissionenEnergieEntwicklungEUFahrzeugbauGesellschaftGetriebeINGInstandhaltungKlimaKlimaschutzKonstruktionKooperationKreislaufwirtschaftLtdMaterialeffizienzNachhaltigkeitPartnerschaftStahlStahlkonstruktionTechnikTransformationUmweltUmweltproduktdeklarationUnternehmenUSAVertriebWirtschaftZusammenarbeit

Verwandte Artikel

10.07.2026

Salzgitter AG übernimmt die HKM zu 100 Prozent

Hüttenwerke Krupp Mannesmann werden zu einer 100-prozentigen Tochter der Salzgitter AG

ABB CO2 CO2-Emissionen DSV Duisburg Elektrolichtbogenofen Emissionen Ergebnis Essen EU Gesellschaft HKM Hüttenwerk HZ Industrie ING Investition Lichtbogenofen Lieferung Partnerschaft Produktion Stahl Stahlindustrie Stahlproduktion Strategie Thyssen thyssenkrupp Thyssenkrupp Steel Europe Thyssenkrupp Steel Europe AG Transformation Tube USA Vallourec Vereinbarung Verwaltungsrat Vorstand Wirtschaft Zusammenarbeit
Mehr erfahren
Eine 5MW-PEM-Elektrolyseanlage wird jährlich bis zu 750 Tonnen grünen Wasserstoff liefern
09.07.2026

Wolfram-Produktion künftig mit grünem statt grauem Wasserstoff

Die österreichische Wolfram Bergbau und Hütten AG erhält regional aus Windstrom erzeugten grünen Wasserstoff von Energie Steiermark

Bergbau Bund Dekarbonisierung Deutschland Elektrolyse Emissionen Energie EU Inbetriebnahme Industrie Klima Lieferung Nachhaltigkeit Österreich Partnerschaft Produktion Produktionsprozess Pulver Sandvik Strategie Unternehmen Vereinbarung Wasserstoff Windpark Wirtschaft Wolfram Zusammenarbeit
Mehr erfahren
(von li n. rechts: Nicolas Fritzen (Geschäftsführer Plakoma GmbH), Dr. Christian Redl (stellvertrender Geschäftsführer INTECO), Ing. Roland Kristl (Geschäftsführer INTECO), Michael Jost (Prokurist Plakoma GmbH)
08.07.2026

Inteco Gruppe übernimmt Plakoma

Die Inteco Gruppe (Inteco Holding GmbH) freut sich bekanntzugeben, dass sie die Plakoma GmbH mit Sitz in Nalbach-Körprich im Saarland zu 100 Prozent übernommen hat.

Adjustage Anlagen Anlagenbau Entwicklung Essen EU Inbetriebnahme Industrie ING Innovation INTECO melting and casting technologies GmbH Montage Produktion Saarland Stahl Stahlindustrie Stahlproduktion Stahlwerk Unternehmen USA Walzwerk
Mehr erfahren
08.07.2026

Feralpi Group auf dem Weg zu Netto-Null bis 2050

Der Einsatz für emissionsarmen Stahl geht weiter: Der eingeschlagene Kurs bleibt konsequent auf die Reduzierung der Umweltauswirkungen ausgerichtet.

CDP Dekarbonisierung Elektrifizierung Emissionen Energie Energieeffizienz Entwicklung Erdgas Essen EU HZ ING Klima Klimastrategie Klimaziel Klimaziele Messe Partnerschaft Produktion Recycling Rohstoffe Stahl Strategie Transformation Transformationsprozess Transport Umwelt Unternehmen USA Verkauf Vertrieb Wirtschaft Zusammenarbeit
Mehr erfahren
Geert Van Poelvoorde
08.07.2026

Geert Van Poelvoorde wechselt in den Aufsichtsrat von ArcelorMittal Europe

Der CEO für Europa und Mitglied des Konzernvorstands geht Ende Juli in den Ruhestand und gibt die operative Führung des Europa-Segments ab

ArcelorMittal Bremen Bund DSV Energie EU EUROFER Europa Industrie ING Karriere Produktion Stahl Stahlindustrie Stahlproduktion Unternehmen USA Vorstand Walzwerk Warmband Werkstoff Zertifikat
Mehr erfahren