Unternehmen
thyssenkrupp Steel Europe und BILSTEIN GROUP unterzeichnen Absichtserklärung (v.l.n.r): Dr. Christian Lehr (Head of Sales Processing Industries & Steel Service Centers Automotive, thyssenkrupp Steel Europe AG), Michael Ullrich (Geschäftsführer, BILSTEIN GROUP), Bernd Grumme (Geschäftsführer, BILSTEIN GROUP),Dr. Heike Denecke-Arnold (Chief Operations Officer Executive Board, thyssenkrupp Steel Europe AG), Marc T. Oehler (Gesellschafter und Vorsitzender der Geschäftsführung, BILSTEIN GROUP), Dr. Bernhard Gräwe (BILSTEIN GROUP), Jörg Paffrath (Head of Sales Industry, thyssenkrupp Steel Europe AG). - Photo: thyssenkrupp
16.12.2022

Aufbruch in eine klimafreundliche Ära

Auf dem Weg zur Dekarbonisierung der Stahlerzeugung und -verarbeitung ist die BILSTEIN GROUP aus Hagen gemeinsam mit thyssenkrupp Steel Europe und thyssenkrupp Hohenlimburg einen wichtigen Schritt vorangekommen. Beide thyssenkrupp-Unternehmen schlossen Absichtserklärungen für die Belieferung mit klimafreundlichem bluemint® Steel ab 2023. Auf Basis von CO2-reduziertem Breitband direkt aus der Duisburger Hütte sowie von klimafreundlich erzeugtem Mittelband bluemint® precidur® aus Hohenlimburg kann die BILSTEIN GROUP ihren Kunden künftig über die gesamte Produktpalette CO2-reduzierte Kaltbandprodukte anbieten.

Die von der BILSTEIN GROUP abgenommenen Mengen steigen schrittweise bis 2030 und sollen ab 2026 aus den Direktreduktionsanlagen mit Einschmelzaggregaten von thyssenkrupp Steel in Duisburg stammen, die mit grünem Wasserstoff und regenerativem Strom betrieben werden. Mit dem hochpräzisen Warmband unterschiedlichster Güten von thyssenkrupp stellt die BILSTEIN GROUP hochanspruchsvolle Kaltbandanwendungen für die Automobilbranche, die verarbeitende Industrie sowie für die Werkzeugindustrie her.

Ob in Sägen und Werkzeugen, ob in Türbeschlägen, Münzen oder Autositzen: Die hochwertigen Kaltbandprodukte der BILSTEIN GROUP stecken in zahlreichen Industrie- und Haushaltsbedarfen. Da sich die technischen Eigenschaften der CO2-reduzierten Produkte nicht von denen konventioneller Stahlsorten unterscheiden, bleibt die BILSTEIN GROUP mit den Produkten aus zertifizierten Stählen mit reduzierter CO2-Intensität seiner weltweit anerkannten Qualität treu.

Sowohl für die BILSTEIN GROUP als auch für thyssenkrupp sind die Vereinbarungen ein wichtiger Beitrag zu einer klimaschonenden Stahlwertschöpfungskette.

„Für alle Partner sind die Absichtserklärungen aufgrund der Höhe der vereinbarten Mengen ein großer Schritt in Richtung Nachhaltigkeit. Die Produktion und Nutzung von hochpräzisem Warmband mit reduzierter CO2-Intensität trägt auf allen Seiten substanziell zu einer Senkung des Gesamt-CO2-Ausstoßes bei“, betont Dr. Heike Denecke-Arnold, Chief Operating Officer bei thyssenkrupp Steel Europe.

Für die beiden Traditionsunternehmen BILSTEIN GROUP und thyssenkrupp Hohenlimburg, die in Hagen in direkter Nachbarschaft liegen, unterstreicht die Vereinbarung die langjährige und vertrauensvolle Partnerschaft.

„Zur Umsetzung unserer Nachhaltigkeitsstrategie ist für die BILSTEIN GROUP der Bezug von CO2-reduziertem und perspektivisch CO2-neutralem Vormaterial elementar – schließlich stammen aktuell weit mehr als 90 % des CO2-Fußabdrucks des fertigen Kaltbands aus der Herstellung des Warmbands, unserem Vormaterial. Die Vereinbarungen mit thyssenkrupp sind für uns ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg, die CO2-Emissionen unserer Produkte so schnell wie möglich signifikant zu reduzieren und absehbar klimaneutral zu werden“, erläutert Marc T. Oehler, CEO und Gesellschafter der BILSTEIN GROUP.

Sowohl die BILSTEIN GROUP als auch thyssenkrupp haben Klimaschutz und nachhaltiges Handeln zu übergeordneten Strategiezielen erklärt. Bereits jetzt bietet thyssenkrupp Steel Europe mit bluemint® Steel Stahlgüten mit einer bis zu 70 Prozent verminderten CO2-Intensität an. Bei der Produktion der zertifizierten klimafreundlichen Stähle ersetzt vorproduzierter Eisenschwamm (HBI) oder speziell aufbereiteter Stahlschrott anteilig die Kokskohle im Hochofenprozess. Ab 2026 soll der Stahl aus Direktreduktionsanlagen in Verbindung mit Einschmelzaggregaten stammen, die mit grünem Wasserstoff und mit grünem Strom betrieben werden.

Bis spätestens 2045 will thyssenkrupp Steel vollständig klimaneutral produzieren. Auch die BILSTEIN GROUP verfolgt eine ehrgeizige Dekarbonisierungsstrategie. Dafür hat das Hagener Familienunternehmen eine Green-Steel-Roadmap zur weitreichenden Reduktion der Scope-1-, Scope-2- und Scope-3-Emissionen aufgelegt und möchte bis spätestens 2035 die internen Produktions-, Logistik- und Verwaltungsprozesse in Deutschland CO2-neutral betreiben.

Da der größte Teil der CO2-Emissionen des kaltgewalzten Bandstahls aus der Vormaterialkette stammt, muss die BILSTEIN GROUP insbesondere diesen CO2-Gehalt reduzieren, um die selbstgesteckten Ziele einer deutlichen Reduzierung des CO2-Fußabdrucks des fertigen Kaltbands zu erreichen. Bis 2035 will der Spezialist für Kaltbandanwendungen daher auch vollständig auf klimaschonend hergestellte Stahlgüten umstellen.

(Quelle: thyssenkrupp)

Schlagworte

AnlagenAutomobilCO2CO2-EmissionenCO2-neutralDekarbonisierungDeutschlandDirektreduktionDuisburgEisenschwammEmissionenEUGesellschaftHandelHochofenHohenlimburgIndustrieINGKaltbandKlimaKlimaschutzKoksLieferungLogistikNachhaltigkeitPartnerschaftProduktionSchrottStahlStahlerzeugungStrategieThyssenthyssenkruppThyssenkrupp HohenlimburgThyssenkrupp Steel EuropeUnternehmenVereinbarungWarmbandWasserstoff

Verwandte Artikel

31.03.2026

VDE-Hinweis zu Netzrückwirkungen kommt Elektrostahlwerken entgegen

Eine jetzt veröffentlichte Broschüre von VDE FNN ist eine wertvolle Unterstützung für den Netzanschluss von elektrischen Anlagen mit EAFs größerer Leistung

Anlagen Elektrostahlwerk Elektrotechnik EU Industrie Klima Lichtbogenofen Netzanschluß Neubau Produktion Stahl Stahlindustrie Stahlproduktion Stahlwerk Strategie Technik Transformation VDEh
Mehr erfahren
: Clarissa Odewald (CEO von thyssenkrupp Rasselstein) mit der neuen Weißblechdose aus bluemint® Steel
30.03.2026

Henkel setzt auf CO₂-reduzierte Verpackung aus CO2-reduziertem Stahl

Der Verpackungsstahlhersteller thyssenkrupp Rasselstein unterstützt Henkel bei der weiteren Reduzierung des CO₂-Fußabdrucks seiner Verpackungen.

Blech Deutschland Emissionen EU Hochofen Industrie ING Klima Metallverpackung Nachhaltigkeit Recycling Rohstoffe Schrott Stahl Stahlherstellung Thyssen thyssenkrupp Thyssenkrupp Rasselstein Transformation Unternehmen USA Verpackungsstahl Zusammenarbeit
Mehr erfahren
Vertragsunterzeichnung bei Steel Authority of India (SAIL)
30.03.2026

SAIL bestellt Kokereitechnik für das Burnpur-Projekt

SMS group hat zusammen mit dem Konsortialpartner MCK Kutty Engineers Pvt. Ltd. einen Auftrag über die Lieferung von zwei Trockenlöschanlagen erhalten

Automation Betriebssicherheit Digitalisierung Emissionen Energie Energieeffizienz EU Hochofen Inbetriebnahme Indien ING KI Kokerei Koks Koksofen Koksofenbatterie Lieferung Ltd Ltd. Modernisierung Montage Nachhaltigkeit Partnerschaft Paul Wurth Service Stahl Stahlerzeugung Stahlwerk Umwelt USA Wurth Zusammenarbeit
Mehr erfahren
27.03.2026

Globale Stahl-Überkapazitäten sind ernsthafte Gefahl für Europas Industrie

Die jüngsten OECD-Zahlen bestätigen die existenzielle Gefahr für Europas Stahlindustrie. EUROFER drängt die EU zu handeln.

Ergebnis Essen EU EUROFER Handel HZ Industrie ING Investition Paris Produktion Stahl Stahlhandel Stahlmarkt Stahlproduktion
Mehr erfahren
Die Werke von thyssenkrupp Electrical Steel in Gelsenkirchen und Isbergues stellen kornorientiertes Elektroband her – ein Schlüsselmaterial für Transformatoren in Umspannwerken und Windkraftanlagen. Aufgrund der sich weiter verschärfenden Importkrise reagiert thyssenkrupp Steel mit weiteren Produktionskürzungen. Daher wird der Standort Isbergues von Juni bis September komplett geschlossen
27.03.2026

Importkrise bei kornorientiertem Elektroband

Die Importkrise auf dem Markt für kornorientiertes Elektroband verschärft sich weiter. thyssenkrupp Steel reagiert darauf mit weiteren Produktionskürzungen.

Anlagen Elektroband Energie Energiewende Energiewirtschaft Entwicklung EU EU-Kommission Gesellschaft Handel HZ ING KI Produktion Stahl Studie Thyssen thyssenkrupp Transport Unternehmen Werkstoff Wettbewerb Wirtschaft
Mehr erfahren