Trendthema
Unterzeichnung der Absichtserklärung (von links): Alexander Fritsch (Head of Global Purchasing/BSH), Phillip Meiser (Director Sales/Salzgitter), Eike Brünger, (Managing Director Sales and Logistics/Salzgitter), Lars Schubert (Chief Operating Officer/BSH) - Photo: Salzgitter AG
16.01.2023

CO2-armer Stahl für immer mehr Hausgeräte

Intensivierung der Kooperation zwischen der BSH Hausgeräte GmbH und dem Salzgitter-Konzern

Die BSH Hausgeräte GmbH, Europas größter Hausgerätehersteller, treibt die Dekarbonisierung ihrer Wertschöpfungskette mittels klimafreundlich produzierter Materialien weiter voran. Mit der Salzgitter Flachstahl GmbH - Tochterunternehmen der Salzgitter AG - wurde eine Absichtserklärung unterzeichnet, um ab 2025 aus einer neuen Produktionsroute „Grünstahl“ zu beziehen. Dieser wird über die neue wasserstoffbasierte Produktionsroute SALCOS® - Salzgitter Low CO2 Steelmaking erzeugt werden. Damit wird der CO2-Ausstoß in der Produktion schrittweise bis 2033 um 95 Prozent verringert.

Bereits seit 2021 bezieht die BSH erste Mengen „Grünstahl“ der Salzgitter Flachstahl GmbH mit einem um mehr als 66 Prozent niedrigeren CO2-Fußabdruck. Dieser Stahl wird bereits für die Produktion von Gehäusehalterungen von Waschmaschinen im polnischen BSH-Werk Lodz eingesetzt.

Nun folgt der nächste große Schritt des Hausgeräteherstellers, um die CO2-Emissionen in seiner Wertschöpfungskette deutlich weiter zu reduzieren. Die BSH und die Salzgitter Flachstahl GmbH haben am 13. Januar 2023 eine Absichtserklärung unterschrieben, die ab 2025 große Volumina „Grünstahl“ mit jährlichen Steigerungen für den europäischen Markt vorsieht.

Das Besondere an diesem „Grünstahl“ ist das neue Produktionsverfahren, das die Salzgitter AG dafür anwenden wird. Mit dem Programm SALCOS® - Salzgitter Low CO2 Steelmaking hat die Salzgitter AG gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft und Forschung die Grundlagen für eine nahezu CO2-freie Stahlproduktion geschaffen. Zentrale Elemente sind Strom aus erneuerbaren Quellen und dessen Einsatz in der Produktion von Wasserstoff mittels Elektrolyse. Dieser grüne Wasserstoff wird die Kohle ersetzen, die derzeit noch im konventionellen Hochofenprozess verwendet wird. Möglich wird dies mithilfe sogenannter Direktreduktionsanlagen, in denen Eisenerz durch Wasserstoff direkt im festen Zustand zu Eisen reduziert wird. Bei dieser Technologie wird an Stelle von Kohlenstoffdioxid Wasserdampf ausgestoßen.

SALCOS® verfolgt damit die Carbon Direct Avoidance Strategie, um die Entstehung von CO2 in der Stahlerzeugung schon in der Produktion zu vermeiden. Insgesamt will die Salzgitter AG ihren CO2-Ausstoß so um 95 Prozent senken.

Phillip Meiser, Vertriebsdirektor Salzgitter Flachstahl GmbH:
„Wir freuen uns, die Zusammenarbeit mit BSH so zukunftsorientiert auszuweiten. Die Transformation hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft kann nur in einem Netzwerk starker Partner gelingen, die dafür sorgen, dass der Markt für CO2-reduzierte Stahlprodukte stetig wächst.“

Bereits seit Ende 2020 entwickelt und fertigt die BSH an allen ihrer Standorte weltweit CO2-neutral.

Für das Jahr 2030 hat sich das Unternehmen ein weiteres Nachhaltigkeitsziel gesetzt:
„Im Vergleich zu 2018 wollen wir unsere indirekten Scope 3 CO2-Emissionen, die durch den Einkauf von Rohmaterialien und Teilen sowie durch die Hausgerätenutzung anfallen, um weitere 15 Prozent reduzieren. Einerseits bieten wir unseren Konsument:innen daher schon immer besonders energieeffiziente Produkte an. Andererseits prüfen wir aber auch ganz genau, wie man Prozesse verbessern kann, auf die wir keinen direkten Einfluss haben – zum Beispiel die Herstellung von Werkstoffen, die wir für unsere Geräte benötigen“, sagt Chief Operations Officer Lars Schubert von der BSH.

„Daher freue ich mich, dass wir gemeinsam mit dem Salzgitter-Konzern die Verringerung von CO2-Emissionen in unserer Wertschöpfungskette entschieden vorantreiben.“ 

Ein weiterer positiver Effekt des neuen Produktionsverfahrens ist neben der Reduzierung von CO2-Emissionen, dass ein noch höherer Anteil von Stahlschrott genutzt wird.

„Für die BSH ist die Wiederverwertung von Materialien und Geräten ein wichtiges Zukunftsthema, um die Verschwendung von Ressourcen und die Entstehung von Abfall zu vermeiden“, erläutert Lars Schubert. „Unser Ziel ist es, fit für eine Kreislaufwirtschaft zu sein.“

Deshalb bietet das Unternehmen auch zunehmend zirkuläre Geschäftsmodelle an, bei denen Hausgeräte gemietet oder gemeinschaftlich genutzt werden. Nach der Nutzung werden die Geräte zurückgenommen, für eine erneute Nutzung wiederaufbereitet und zum Ende des Produktlebenszyklus umweltschonend recycelt. Dies entspricht auch der Konzernstrategie der Salzgitter AG mit einer Ausrichtung auf die Circular Economy.

(Quelle: Salzgitter AG)

 

Schlagworte

AnlagenBSH Hausgeräte GmbHCO2-EmissionenCO2-neutralDekarbonisierungDirektreduktionElektrolyseEmissionenEnergieEssenEUFlachstahlForschungHochofenINGKlimaKooperationKreislaufwirtschaftNachhaltigkeitProduktionSalzgitterSalzgitter AGSalzgitter FlachstahlSalzgitter Flachstahl GmbHSchrottStahlStahlerzeugungStahlproduktionStrategieTransformationUmweltUnternehmenUSAVertriebWasserstoffWasserstoffbasiertWerkstoffWerkstoffeWirtschaftZusammenarbeit

Verwandte Artikel

Der Standort von HKM am Rhein
29.07.2026

Vertragsabschluss für Bau eines EAFs bei HKM

HKM und Tenova haben am 28.07.2026 einen Vertrag über Lieferung, Errichtung und gemeinsame Inbetriebnahme eines Elektrolichtbogenofens geschlossen.

Anlagen Bepro Bund Dekarbonisierung Deutschland DSV Duisburg Einsatzstoffe Eisenschwamm Elektrolichtbogenofen Energie Energieeffizienz EU Gasreinigung HKM HZ Inbetriebnahme Industrie ING Klima Klimaschutz Lichtbogenofen Lieferung Produktion Prozessgase Salzgitter Salzgitter AG Schrott Stahl Stahlerzeugung Stahlindustrie Stahlproduktion Strategie Tenova Transformation Vorstand Wettbewerb Wirtschaft
Mehr erfahren
Die Eröffnung am Standort in Jeffersonville, Indiana, USA
28.07.2026

voestalpine eröffnet neue Anlage in den USA

Die voestalpine hat ihre Produktionskapazitäten an ihrem Standort Jeffersonville, Indiana, USA verdoppelt. Die neue Anlage zur Produktion von Längsträgern für Lastkraftwa...

Anlagen Bund EU Handel Industrie ING Investition Nordamerika Produktion Profile Rohre Stahl Strategie USA Voestalpine AG Vorstand
Mehr erfahren
TrimRob – autonomer Roboter von Primetals Technologies und Polytec zum Besäumen und Probenentnehmen der Coils
27.07.2026

Hyundai Steel vergibt FAC für Coil-Besäumen

Hyundai Steel hat das Final Acceptance Certificate (FAC) für TrimRob vergeben. TrimRob ist eine robotergestützte Lösung zum Besäumen und der Probenahme von Coils.

Coils Draht EU Inbetriebnahme Industrie ING Kran Messe Messung Primetals Stahl Stahlindustrie Temperatur USA Verlag
Mehr erfahren
24.07.2026

Kloeckner Metals Germany baut Kapazitäten in Köln-Hürth aus

Kloeckner Metals Germany hat heute in Hürth bei Köln einen neuen Standort seiner Tochter Ambo Stahl eröffnet. Damit reagiert das Unternehmen auf die Bedarfe in sicherheit...

Automotive Baumaschinen Bremen Bund Defence Deutschland Duisburg Essen EU Handel HZ Industrie ING Investition Lieferketten Logistik Maschinenbau Metallverarbeitung Plasmaschneiden Produktion Service Stahl Strahlen Technik Transport Unternehmen Verteidigung
Mehr erfahren
22.07.2026

Rohstahlproduktion in Deutschland erholt sich

Laut WV Stahl hat sich die Rohstahlproduktion im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum erholt. Die Stahlnachfrage bleibt allerdings weiterhin auf einem nie...

Anlagen Anlagenbau Automobil Berlin Deutschland Energie Entwicklung EU Europa Handel Industrie ING Investition Klima Kontingente Nachhaltigkeit Produktion Rohstahlproduktion Stahl Stahlindustrie Stahlmarkt Stahlproduktion Stahlunternehmen Unternehmen USA Wettbewerb Wirtschaft Wirtschaftsvereinigung Zahlen
Mehr erfahren