Unternehmen
Photo: Hergarten GmbH
23.04.2026

Hergarten bringt Industrie und Logistik auf der Tube 2026 zusammen

Die Transformation des Straßentransports hin zu CO₂-reduzierten Lösungen ist weniger eine technologische als eine systemische Herausforderung. Dieses Fazit zog eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion am Messestand der Hergarten GmbH Stahlspedition auf der Tube 2026. Einigkeit bestand darüber, dass die Zukunft der Branche vor allem eines braucht: enge Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Unter dem Titel „Unter Strom: Wie die elektrische Transformation Industrie und Logistik neu ordnet“ diskutierten Vertreter aus Industrie, Logistik und Energie über die Voraussetzungen für einen wirtschaftlich tragfähigen Wandel. Dabei wurde deutlich: Elektrifizierung, alternative Antriebe und neue Infrastrukturen sind keine isolierten Technologiefragen, sondern erfordern koordinierte Lösungen zwischen Wirtschaft und Politik.

Transformation nur im Schulterschluss möglich

Ein zentrales Ergebnis der Diskussion: Der öffentliche Diskurs greift häufig zu kurz. Während technologische Fortschritte im Fokus stehen, bleiben strukturelle Herausforderungen oft unterbelichtet. „Straßentransport der Zukunft braucht mehr als Technologie – er braucht Zusammenarbeit“, lautete ein gemeinsamer Tenor. Gefordert wurden insbesondere: technologieneutrale Rahmenbedingungen, verlässliche regulatorische Leitplanken, sowie mehr Planbarkeit für Investitionen. Der Abbau regulatorischer Komplexität gilt als entscheidend, um Innovationen zu skalieren und Investitionen anzureizen.

Infrastruktur bleibt kritischer Engpass

Im Mittelpunkt stand zudem der Ausbau der Energie- und Ladeinfrastruktur. Dieser gilt als zentrale Voraussetzung für die Elektrifizierung, ist jedoch mit hohen Kosten und langen Umsetzungszeiten verbunden. In der Praxis zeigt sich bereits heute ein strukturelles Ungleichgewicht: Die Beschaffung neuer Fahrzeuge ist häufig einfacher als deren Integration in bestehende Infrastrukturen. Gleichzeitig wurde betont, dass die Transformation nicht allein über den Antrieb entschieden wird. Elektrische, wasserstoffbasierte und alternative Kraftstoffe werden langfristig parallel bestehen – jedoch eher als notwendige Grundlage, denn als Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb.

Software und Vernetzung als eigentliche Transformationstreiber

Neben infrastrukturellen Fragen rückte ein weiterer Aspekt in den Fokus: die zunehmende Bedeutung von Software, Daten und Vernetzung. Automatisierte Disposition, intelligente Steuerungssysteme und datengetriebene Entscheidungen verändern bereits heute die operativen Abläufe der Branche.

Die Diskussion machte deutlich, dass sich das Geschäftsmodell der Speditionen grundlegend wandelt: Künftig agieren sie nicht mehr nur als Transportdienstleister, sondern zunehmend als Systemmanager für Energie-, Daten- und Logistikflüsse.

Wirtschaftliche Risiken und struktureller Wandel

Ein weiterer zentraler Punkt war die wirtschaftliche Dimension der Transformation. Hohe Investitionskosten, unsichere Restwerte und begrenzte Zahlungsbereitschaft am Markt führen dazu, dass ein erheblicher Teil des Risikos bei den Logistikunternehmen liegt. Vor diesem Hintergrund rechnen die Teilnehmenden mit strukturellen Veränderungen in der Branche: steigender Kapitalbedarf, zunehmende Komplexität und eine mögliche Konsolidierung des Marktes, bei gleichzeitig neuen Chancen für klar positionierte Anbieter.

Antriebswende kommt – Umsetzung bleibt die eigentliche Herausforderung

Trotz unterschiedlicher Perspektiven bestand Einigkeit darüber, dass alternative Antriebe perspektivisch unverzichtbar sind. Die eigentliche Herausforderung liegt jedoch weniger im „Ob“, sondern im „Wie“, der Umsetzung unter realen Marktbedingungen.

Hochkarätig besetztes Podium

Die Diskussion wurde moderiert von Mona Smeets (Hergarten). Auf dem Podium diskutierten Sascha Hähnke (Remondis), Tilo Hergarten (Emons Digital), Dr. Sebastian Bross (Salzgitter AG) sowie Manuel Wießner (EnerBridge).

Fazit:

Die Zukunft des Straßentransports ist technologieneutral, CO₂-reduziert und vor allem partnerschaftlich organisiert. Entscheidend wird sein, die Transformation nicht isoliert zu denken – sondern gemeinsam umzusetzen.

(Quelle: Hergarten GmbH)

Schlagworte

ABBAntriebBSWBundElektrifizierungEnergieErgebnisEUGetriebeHergarten GmbHHZIndustrieINGInnovationInvestitionLogistikMarktbedingungenMesseMessestandPartnerschaftPolitikSalzgitterSalzgitter AGSoftwareSpeditionStahlStahlspeditionSteuerungTransformationTransportTubeUnternehmenUSAWasserstoffWasserstoffbasiertWettbewerbWirtschaftZusammenarbeit

Verwandte Artikel

Eisenerzmine und Pelletieranlage von Mesabi Metallics in Minnesota, USA
05.10.2026

Mesabi Metallics plant den Bau eines Elektrostahlwerks in Iowa, USA

Investition in Höhe von 18 Milliarden US-Dollar zur Schaffung eines vollständig integrierten amerikanischen Stahlunternehmens, das das Bergwerk in Minnesota und den Stahl...

Bund Direktreduktion Energie Essen EU Indien Industrie Innovation Investition Lichtbogenofen Logistik Produktion Produktionsprozess Schrott Sinter SSAB Stahl Stahlunternehmen Stahlwerk Unternehmen USA
Mehr erfahren
Visualisierung der ersten Direktreduktionsanlage von thyssenkrupp Steel am Standort Duisburg
02.10.2026

Jacobs Solutions hat weiter die Bauleitung für die neue Direktreduktionsanlage in Duisburg

Der Vertrag des US-Industriedienstleisters für Aufgaben beim Bau der Direktreduktionsanlage von thyssenkrupp Steel in Duisburg wurde erweitert

Dekarbonisierung Deutschland Direktreduktion Duisburg Eisenerze Energie Energiewende Ergebnis EU Industrie ING Klima Logistik Montage Produktion Projektmanagement Rahmenvertrag Stahl Stahlproduktion Thyssen thyssenkrupp Transformation Umwelt USA Wasserstoff Wasserstoffbasiert Zusammenarbeit
Mehr erfahren
Mit der Neuausrichtung werden die Kompetenzen für Lenkung, Dämpfung sowie Achs- und Systemlösungen gebündelt
02.10.2026

thyssenkrupp Automotive Technology richtet Fahrwerksgeschäft neu aus

Neue Aufstellung verbindet globale Technologiekompetenz mit stärkerer regionaler Verantwortung.

Anpassung Automobil Automotive Bund China Ennepetal Entwicklung Essen EU Europa Forschung Industrie ING Nordamerika Produktion Steuerung Unternehmen Verlag Wettbewerb Zulieferindustrie
Mehr erfahren
02.10.2026

Vorläufige Netzentgelte: Haushaltszuschuss zu den Übertragungsnetzkosten darf nicht gekürzt werden

Die Wirtschaftsvereinigung Stahl warnt vor den Folgen der geplanten Kürzung des Haushaltszuschusses und fordert, die erst Anfang des Jahres erreichten Entlastungen dauerh...

Deutschland Energie EU Industrie Stahl Stahlindustrie Unternehmen Wettbewerb Wirtschaft Wirtschaftsvereinigung Zahlen
Mehr erfahren
Dr. Tim M. Schwarz erhält einen DGM-Nachwuchspreis 2026 für seine Arbeiten zur atomgenauen Untersuchung von flüssig-fest Grenzflächen und Flüssigkeiten. Diese sind unter anderem für biologische, Batterie- und Katalysatormaterialien relevant. Überreicht wurde ihm der Preis von Prof. Gunther Eggeler (links) und Prof. Till Schneiders, Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Materialkunde (DGM).
01.10.2026

Deutsche Gesellschaft für Materialkunde zeichnet Tilmann Hickel und Tim Schwarz aus

Max-Planck-Wissenschaftler erhalten DGM-Pionier- und DGM-Nachwuchspreis 2026

ABB Auszeichnung Automatisierung Bund Digitalisierung Eisenforschung Entwicklung Essen EU Forschung Gesellschaft HZ IMU Industrie ING Legierungen Materialforschung Max-Planck-Institut Nachwuchs Optimierung Stahl Strategie Studie USA Wasserstoff Werkstoff Werkstoffe
Mehr erfahren