Trendthema
Hochofen 5 Rogesa, Dillinger Hüttenwerke. Die Technik wird schrittweise abgelöst. - Foto: Wirtschaftsvereinigung Stahl
02.04.2024

SHS beginnt Ausschreibung der Wasserstoffversorgung

Die SHS - Stahl-Holding-Saar (SHS) gibt den offiziellen Start eines geschlossenen Ausschreibungsverfahrens zur Beschaffung von bis zu 50.000 t lokal produziertem grünem Wasserstoff bekannt. Dieser Schritt stellt einen ersten Meilenstein für das große Dekarbonisierungsprojekt Power4Steel dar. Die SHS treibt damit den strategischen Ausbau einer regionalen, grenzüberschreitenden Wasserstoffwirtschaft weiter voran.

Für die erfolgreiche Umsetzung ihres Dekarbonisierungsprojektes haben die Stahlunternehmen Saarstahl AG, Aktien-Gesellschaft der Dillinger Hüttenwerke (Dillinger) und die gemeinsame Tochter ROGESA Roheisengesellschaft Saar mbH (ROGESA) einen hohen Wasserstoffbedarf. Der Einsatz von Wasserstoff ist erforderlich, um CO2-Emissionen zu reduzieren, die in den Prozessen der Stahlindustrie entstehen

Ausschreibungsverfahren is bedeutender Meilenstein

Jonathan Weber, Vorstand Transformation bei der SHS, erklärt:
„Das Ausschreibungsverfahrens markiert einen bedeutenden Schritt auf unserem Weg zu einer nachhaltigeren Stahlproduktion. Damit setzen wir als Stahlindustrie ein deutliches Signal und schaffen einen sicheren Rahmen für den Aufbau der lokalen Wasserstoffwirtschaft. Wir wollen unseren Kunden ab 2027/28 den ersten CO2-reduzierten Stahl aus dem Saarland anbieten.“

Das Projekt Power4Steel sieht eine erhebliche Reduzierung der CO2-Emissionen vor, mit dem Ziel einer klimafreundlichen Produktion. Ab 2027/28 ist die Produktion von jährlich bis zu 3,5 Millionen Tonnen sogenannten grünen Stahls durch die SHS – Stahl-Holding-Saar und ihre Töchter, Dillinger, Saarstahl und ROGESA vorgesehen.

Steigender Bedarf von Wasserstoff bis 2030

Damit 2030 bereits 55 Prozent CO2 im Sinne des EU-Ziels „Fit for 55“ eingespart werden können, werden in einem ersten Schritt bis zu 70 Prozent der Produktion klimafreundlich umgebaut. Hierfür ist der Bau einer Direktreduktionsanlage am Standort Dillingen sowie je ein Elektrolichtbogenofen (EAF) in Dillingen und Völklingen geplant. Bereits mit der Inbetriebnahme der neunen Anlagen soll Wasserstoff zur Produktion von grünem Stahl eingesetzt werden.

Bis 2030 wird der Bedarf auf bis zu 50.000 t pro Jahr und perspektivisch auf 120.000-150.000 t pro Jahr ansteigen. Die Ausschreibung für die regionale Wasserstoffversorgung ist darauf ausgerichtet, Wasserstofflieferanten entlang von MosaHYc, dem Wasserstoffinselnetz in der Grande Région, zu identifizieren, die die SHS ab 2027 mit grünem Wasserstoff zum Einsatz in der Direktreduktionsanlage versorgen. Sie soll bis zum Jahresende abgeschlossen werden.

(Quelle: SHS - Stahl Holding Saar)

Schlagworte

AnlagenCO2DekarbonisierungDillingerDirektreduktionElektrolichtbogenofenEmissionenEssenEUGesellschaftIBUInbetriebnahmeIndustrieINGKlimaLichtbogenofenProduktionRoheisenSaarlandSaarstahlSaarstahl AGStahlStahlindustrieStahlproduktionStahlunternehmenTransformationUnternehmenWasserstoffWirtschaft

Verwandte Artikel

Luftbild des Moselstahlwerks in Trier
08.09.2026

Technische Ausrüstung des Moselstahlwerks Trier steht zum Verkauf

Die Anlagentechnik des gesamten schmelzmetallurgischen und Stranggießbereichs werden weltweit Investoren zum Kauf angeboten.

Anlagen Asien Danieli Draht Essen EU Indien ING Lichtbogenofen Messung Metallurgie Modernisierung Produktion Produktionsprozess Schmelze Schmelzen Schrott Stahl Stahlherstellung Stahlproduktion Stahlwerk Strangguss Tenova Verkauf Verlag
Mehr erfahren
Projektauftakt, v.l.n.r. hinten: Andreas Zaremba, Leiter TGA, Ilsenburger Grobblech GmbH, Sebastian Böhm, Entwicklungsingenieur, Ilsenburger Grobblech GmbH, Uwe Zischkale, Abteilungsleiter 3 Energie, Nachhaltigkeit, Strukturwandel, Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt; v.l.n.r. vorn: Dr. Robert Kühn, Vorsitzender der Geschäftsführung, Ilsenburger Grobblech GmbH, Denis Loeffke, Bürgermeister Stadt Ilsenburg, Dr. Franziska Sondej, Energiesysteme und Infrastrukturen, Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF, Andreas Künne, Energiemanager, Ilsenburger Grobblech GmbH
07.09.2026

Vorstudie in Ilsenburg startet

Mit dem Projektauftakt in der Stadtverwaltung Ilsenburg startet die Vorstudie „Smart Industry Orchestration Ilsenburg“.

Automatisierung Blech Bleche Bund Energie Entwicklung Ergebnis EU Fraunhofer Grobblech HZ Ilsenburger Grobblech GmbH Industrie ING Klima Klimaschutz Nachhaltigkeit Politik Produktion Produktionsprozess Sachsen Stahl Stahlindustrie Stahlproduktion Studie Transformation Umwelt Unternehmen USA Wettbewerb Wirtschaft Wirtschaftsstandort
Mehr erfahren
Neue Warmrichtmaschine in Mühheim
07.09.2026

Salzgitter AG nimmt Warmrichtmaschine in Betrieb

Die Anlage im Werk der Salzgitter Mannesmann Grobblech GmbH (Mülheim a. d. R.) unterstreicht die Rolle des Salzgitter-Konzerns als Partner für Infrastruktur im Zukunft...

Anlagen Anlagenbau Blech Bleche DSV Energie Energiewende Entwicklung Essen EU Gesellschaft Grobblech HZ Inbetriebnahme ING Investition Montage Offshore Produktion Salzgitter Mannesmann Grobblech GmbH Stahl Technik USA Vorstand Wettbewerb Zusammenarbeit
Mehr erfahren
04.09.2026

Acciaierie Venete nimmt weitere Einzelstab-Richtanlage in Betrieb

Die fortschrittliche SBQ-Endbearbeitungstechnologie wurde von Danieli im Werk Padua implementiert. Sie garantiert hochwertigen Stabstahl und steigert die betriebliche Eff...

Automation Automatisierung Betriebssicherheit Danieli EU Inbetriebnahme Industrie ING Instandhaltung Italien KI Messe Produktion Prozessleitsystem Service Stahl Strategie Unternehmen USA Zusammenarbeit
Mehr erfahren
03.09.2026

WV Stahl: Zuschuss zu Netzentgelten muss erhalten bleiben

Die Bundesregierung hat eine Neuregelung des Zuschusses zu den Übertragungsnetzentgelten beschlossen. Kerstin Maria Rippel, Hauptgeschäftsführerin der WV Stahl, bewertet...

Bund Energie EU Industrie Stahl Wirtschaft Wirtschaftsvereinigung
Mehr erfahren