Trendthema
Die Kokerei Schwelgern wird durch die grüne Transformation für thyssenkrupp Steel an Bedeutung verliern - Photo: thyssenkrupp
08.09.2022

thyssenkrupp beschleunigt grüne Transformation

Bau der größten deutschen Direktreduktionsanlage für CO2-armen Stahl entschieden

thyssenkrupp hat die Grundlage für Investitionen von mehr als zwei Milliarden Euro zum Einstieg in die grüne Transformation gelegt. Der Vorstand der thyssenkrupp AG hat heute dazu die Voraussetzung geschaffen, indem er den entsprechen-den Eigenmittelanteil zum Bau der ersten Direktreduktionsanlage am Standort Duisburg freigegeben hat. Der Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG unterstützt diese Entscheidung. Das Großprojekt steht weiterhin unter dem Vorbehalt einer Förderung durch die öffentliche Hand.

Martina Merz, Vorstandsvorsitzende der thyssenkrupp AG: „Die Freigabe dieser enormen In-vestition erfolgt mitten im Umbau des Unternehmens, in einem zudem für alle sehr heraus-fordernden Umfeld. Wir unterstreichen damit unseren Anspruch, auch beim Stahl einen ent-scheidenden und vor allem schnellen Beitrag zur grünen Transformation zu leisten. Das ist ein weiterer Schritt für unser Team bei Steel Europe, für unsere Partner und für das Ruhrgebiet. In dieser Region ist alles da, was es für eine erfolgreiche grüne Transformation braucht. Deshalb spielt das Ruhrgebiet bei der Energiewende vorne mit. Davon sind wir fest überzeugt, und das belegt auch diese Investition, die eine Zeitenwende für die Stahlproduktion im Ruhr-gebiet einleitet.“

Bernhard Osburg, Vorstandsvorsitzender der thyssenkrupp Steel Europe AG: „Mit den heutigen Entscheidungen machen wir weiter Tempo auf unserem Weg zur klimafreundlichen Stahlproduktion. Die erste Direktreduktionsanlage mit nachgeschalteten Einschmelzern wird unseren Kunden bereits in absehbarer Zeit mit über zwei Millionen Tonnen erheblich mehr CO2-arm produzierten Premiumstahl pro Jahr liefern, als bisher geplant. Wir bekräftigen damit unser Ziel, im Wettbewerb um die grünen Stahlmärkte der Zukunft eine führende Rolle einzunehmen und unsere Kunden bei der Erreichung ihrer Dekarbonisierungsziele zu unterstützen. Zudem kommen wir unserer gesellschaftlichen Verantwortung nach und senken den CO2-Ausstoß unserer Produktion im ersten Schritt bereits um knapp 20 Prozent. Das sind bereits fünf Prozent der Treibhausgasemissionen des Ruhrgebiets. Unser Transformations-projekt tkH2Steel® ist der Schlüssel dazu.“

tkH2Steel:
Effiziente Transformation am Standort Duisburg Mit einer Kapazität von 2,5 Millionen Tonnen direkt reduziertem Eisen wird die erste Anlage größer dimensioniert sein, als zunächst geplant. Damit beschleunigt thyssenkrupp den Start in die CO2-arme Stahlproduktion und leistet einen wichtigen Beitrag zur Erreichung nationaler und europäischer Klimaziele. Zugleich wird der steigenden Nachfrage nach klimafreundlichem Stahl Rechnung getragen und der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft forciert.

Im Rahmen seines Transformationsprojekts tkH2Steel® hat thyssenkrupp Steel ein innovatives und technologisch führendes Konzept zur Dekarbonisierung der Stahlproduktion entwickelt. Die kohlebasierten Hochöfen werden dabei durch wasserstoffbetriebene Direktreduktionsanlagen ersetzt. Das dort entstehende, mit Wasserstoff direkt reduzierte Eisen, wird erstmalig in nachgeschalteten und speziell entwickelten Einschmelzaggregaten zu qualitativ hochwertigem Roheisen verflüssigt. Alle nachfolgenden Produktionsschritte können in der bestehenden Anlagenstruktur einschließlich der Stahlwerke erfolgen und ermöglichen so eine effiziente Transformation. Im neuen Anlagenkonzept kann so das gesamte Premium Produktportfolio ohne Qualitätsabstriche CO2-arm erzeugt werden.

tkH2Steel® steht damit für einen effizienten und beispielgebenden Weg hin zu einer klimafreundlichen Stahlproduktion.

Tekin Nasikkol, Gesamtbetriebsratsvorsitzender bei thyssenkrupp Steel ergänzt: „Der Stahl von morgen muss klimaneutral sein. Aufsichtsrat und Vorstand der thyssenkrupp AG setzen hier mit ihrer Unterstützung unseres Transformationswegs ein klares Signal. Das ist vor allem auch ein klares Bekenntnis zur Beschäftigungssicherung und zur Zukunft unseres Standortes. Und nicht nur das: Die Transformation steht auch für eine Qualifizierungsoffensive, denn neue, innovative Produktionskonzepte erfordern neue Fähigkeiten. Wir wollen daher unsere Mitarbeitenden gezielt auf die klimaneutrale Stahlproduktion der Zukunft vorbereiten.“

Durch die Erhöhung der Anlagenkapazität hat thyssenkrupp Steel auch seine Klimaziele deutlich angehoben.

Technologievorstand Arnd Köfler: „2030 planen wir bereits mit rund fünf Millionen Tonnen CO2-armen Stahl und einer dann realisierten CO2-Einsparung von weit mehr als 30 Prozent. Der jetzt bevorstehende Bau einer der größten bislang geplanten wasserstoffbetriebenen Direktreduktionsanlagen wird zudem für Innovation und Beschäftigung im Ruhrgebiet und darüber hinaus sorgen. Die intelligente Kombination mit neu entwickelten Ein-schmelzaggregaten kann Vorbild für viele weitere Dekarbonisierungsprojekte der Stahlindus-trie weltweit sein. Um unsere Transformation ohne zeitlichen Verzug weiter voranzutreiben, planen wir die Auftragsvergabe im Herbst und bereiten entsprechende weitere Maßnahmen vor.“

(Quelle: thyssenkrupp Steel)

Schlagworte

AnlagenAufsichtsratCO2DekarbonisierungDirektreduktionDSVDuisburgEinsparungEmissionenEnergieEnergiewendeEUGesellschaftGrüne TransformationInnovationInvestitionKlimaKlimazielKlimazieleProduktionRoheisenSchmelzeStahlStahlproduktionStahlwerkThyssenkrupp AGThyssenkrupp Steel EuropeThyssenkrupp Steel Europe AGTransformationUnternehmenWasserstoffWettbewerbWirtschaft

Verwandte Artikel

17.02.2026

Klöckner & Co SE empfiehlt Annahme des Übernahmeangebotes von Worthington Steel

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Klöckner & Co SE haben am 13. Februar 2026  ihre gemeinsame begründete Stellungnahme zum freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebot...

Anlagen Aufsichtsrat Entwicklung Essen EU Finanzierung Gesellschaft Goldman Sachs HZ Inc. ING Kartellrecht Messe Nordamerika Partnerschaft Presse Refinanzierung Service Strategie Swoctem Übernahme Unternehmen USA Vereinbarung Verkauf Vorstand Wirtschaft
Mehr erfahren
17.02.2026

Stahl Krebs wird Vertriebspartner von Alleima

Der Solinger Stahlhändler nimmt die Premium-Messerstähle des schwedischen Herstellers in sein Sortiment auf

Deutschland Distribution Edelstahl EU IBU Industrie ING Legierungen Lieferung Logistik Messe Nachhaltigkeit Partnerschaft Produktion Schmieden Service Spezialstahl Stahl Stahlherstellung Stahlproduktion Unternehmen USA Vertrieb Zertifikat Zusammenarbeit
Mehr erfahren
Brammen im Werk in Tornio
16.02.2026

Outokumpu: Geschäftsbereich Europa schwächelt

Für Outokumpu endete das Geschäftsjahr schwach, geprägt von Gegenwind im Geschäftsbereich Europa. Das bereinigte EBITDA im Zeitraum Januar–Dezember 2025 betrug 167 Mio. €...

ABB Beizlinie Chrom Dekarbonisierung Deutschland Edelstahl Einsparung Ergebnis EU Finnland Geschäftsjahr Handel IBU ING Investition Krefeld Kreislaufwirtschaft Legierungen Lieferung Machbarkeitsstudie Nachhaltigkeit Optimierung Produktion Restrukturierung Rohstoffe Schweden Stahl Stahlwerk Strategie Studie Unternehmen USA Verkauf Werkstoff Werkstoffe Wettbewerb Wirtschaft Zahlen
Mehr erfahren
Dr. Christian Morawetz, Chief Operating Officer (COO) bei der RATH AG
13.02.2026

Veränderung im Vorstand der Rath AG

Zum 1. Januar 2026 hat Dr. Christian Morawetz (45) die Position des Chief Operating Officer (COO) übernommen.

Aufsichtsrat Automation Dekarbonisierung Energie Energieeffizienz Entwicklung EU Feuerfest Forschung Fraunhofer Industrie ING Innovation Marktbedingungen Produktion Rath AG Schienen Stahl Stahlindustrie Temperatur Transformation Unternehmen Vorstand Wettbewerb Wirtschaft
Mehr erfahren
Der Standort in Dünkirchen
13.02.2026

ArcelorMittal baut Elektrolichtbogenofen in Dünkirchen

ArcelorMittal bestätigte den Bau eines Elektrolichtbogenofens (EAF) an seinem Stahlstandort in Dünkirchen – eine Investition von 1,3 Mrd. €, die einen Schritt in der Deka...

Anlagen Anpassung Automobil Dekarbonisierung Dünkirchen Einsparung Elektrifizierung Elektroband Elektrolichtbogenofen Energie Energieeffizienz Entwicklung EU Finanzierung Frankreich Hochofen Inbetriebnahme Industrie ING Investition KI Lichtbogenofen Produktion Roheisen Schrott Stahl Stahlindustrie Stahlmarkt Stahlproduktion Strategie USA Wettbewerb Wirtschaft Zertifikat
Mehr erfahren