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Photo: thyssenkrupp
15.05.2026

thyssenkrupp im 2. Quartal 2025/2026

In einem anhaltend herausfordernden Marktumfeld hat thyssenkrupp im 2. Quartal des Geschäftsjahres 2025/2026 seine operative Leistungsfähigkeit weiter gesteigert. Zugleich hat der Konzern seine Transformation im Rahmen des Strategieprogramms ACES 2030 entschlossen fortgesetzt.

Der Auftragseingang lag deutlich über dem Vorjahreswert, getragen insbesondere von einer starken Entwicklung bei Marine Systems. Das Bereinigte EBIT verbesserte sich trotz eines leichten Umsatzrückgangs gegenüber dem Vorjahresquartal deutlich. Unterstützt wurde diese Entwicklung durch positive Effekte aus dem Performanceprogramm APEX. Auf dieser Basis hat der Konzern seine Gesamtjahresprognose für die Kernsteuerungsgrößen Bereinigtes EBIT, Free Cashflow vor M&A und Jahresüberschuss bestätigt.

Miguel López, Vorstandsvorsitzender der thyssenkrupp AG:
„Die spürbare Ergebnisverbesserung zeigt, dass unser konsequent umgesetztes Performanceprogramm APEX Wirkung entfaltet. Zugleich kommt die Transformation von thyssenkrupp gut voran: Der Verkauf von Automation Engineering ist ein wichtiger Erfolg für die Neuausrichtung von Automotive Technology. Mit dem geplanten Verkauf der HKM-Anteile von thyssenkrupp Steel an Salzgitter vollziehen wir einen wichtigen Schritt, um das Stahlgeschäft wettbewerbsfähig aufzustellen. Unser Fokus liegt weiterhin darauf, die Segmente strukturell weiterzuentwickeln und so den Umbau von thyssenkrupp zu einer Finanzholding voranzutreiben.“

Kennzahlen thyssenkrupp Konzern im 2. Quartal 2025/2026

Der Auftragseingang belief sich im 2. Quartal (Januar bis März) auf 10,6 Mrd. € und lag damit 2,6 Mrd. € über dem Vorjahreswert. Wesentliche Treiber waren eine Auftragserweiterung im Unterwasserbereich über zwei weitere U-Boote der Klasse 212CD für Norwegen sowie zusätzliche Auftragseingänge im Bereich Marineelektronik bei Marine Systems. Auch Decarbon Technologies verzeichnete einen deutlich höheren Auftragseingang, insbesondere im Bereich Wasserelektrolyse von thyssenkrupp nucera. Materials Services entwickelte sich ebenfalls positiv, während Automotive Technology und Steel Europe leicht rückläufige Auftragseingänge verzeichneten.

Der Konzernumsatz lag mit 8,4 Mrd. € leicht unter Vorjahr (8,6 Mrd. €). Rückgänge ergaben sich insbesondere bei Steel Europe aufgrund eines niedrigeren Preisniveaus sowie bei Automotive Technology infolge geringerer Kundenabrufe. Bei Decarbon Technologies sank der Umsatz im Wesentlichen durch Rückgänge in den Bereichen Wasserelektrolyse von thyssenkrupp nucera und im Neubau-Geschäft des Chemieanlagenbaus. Demgegenüber steigerte Materials Services den Umsatz, insbesondere durch den Werkstoffhandel in Nordamerika und das internationale Trading-Geschäft. Auch Marine Systems erhöhte den Umsatz im Zuge erzielter Projektfortschritte.

Das Bereinigte EBIT verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr um 179 Mio. € auf 198 Mio. €. Trotz eines weiterhin niedrigeren Erlösniveaus leistete Steel Europe den größten Ergebnisbeitrag, insbesondere infolge gesunkener Rohstoff- und Energiekosten. Zudem zeigte bei den Personalkosten das Restrukturierungsprogramm erste Wirkung. Materials Services verzeichnete ebenfalls einen deutlichen Ergebnisanstieg, gestützt durch konsequente Kostensenkungsmaßnahmen, Effizienzprogramme sowie durch gestiegene Preise. Auch Automotive Technology profitierte von eingeleiteten Restrukturierungs- und Effizienzmaßnahmen. Bei Decarbon Technologies führten insbesondere projektbezogene Mehrkosten im Bereich Wasserelektrolyse der thyssenkrupp nucera zu einem niedrigerem und leicht negativen Ergebnis. Dem stand ein positiver Einmaleffekt im Chemieanlagenbau gegenüber. Das Bereinigte EBIT von Marine Systems folgte der positiven Umsatzentwicklung.

Unter dem Strich erzielte thyssenkrupp im 2. Quartal einen Jahresfehlbetrag von –11 Mio. €. Die Veränderung gegenüber dem Vorjahr (Vorjahreswert: 167 Mio. €) ergibt sich im Wesentlichen aus dem Wegfall des aus der Veräußerung von tk Electrical Steel India resultierenden Nachsteuergewinns von rund 270 Mio. € im Vorjahresquartal. Das Netto-Ergebnis nach Abzug der Minderheitenanteile lag bei 1 Mio. € (Vorjahr: 155 Mio. €); das Ergebnis je Aktie betrug 0,00 € (Vorjahr: 0,25 €).
Das Eigenkapital lag zum Stichtag 31. März 2026 bei 10,3 Mrd. € und blieb damit gegenüber dem Vorquartal (31. Dezember 2025: 10,3 Mrd. €) stabil. Die Eigenkapitalquote weist weiterhin einen komfortablen Wert von 36 Prozent auf.

Der Free Cashflow vor M&A lag bei –327 Mio. € (Vorjahr: –569 Mio. €) und hat sich insbesondere durch höhere Ergebnisbeiträge sowie den Wegfall von Umsatzsteuerzahlungen von 160 Mio. € im Vorjahresquartal im Zusammenhang mit der im 1. Quartal 2024/2025 erhaltenen Anzahlung bei Marine Systems spürbar verbessert.

Das Netto-Finanzguthaben lag zum Stichtag 31. März 2026 bei 2,8 Mrd. € (31. Dezember 2025: 3,2 Mrd. €). Die verfügbare Liquidität (flüssige Mittel und freie zugesagte Kreditlinien) belief sich auf 4,6 Mrd. €.

Dr. Axel Hamann, Finanzvorstand der thyssenkrupp AG:
„Die positive Entwicklung im zweiten Quartal zeigt, dass unsere zielgerichteten Kostensenkungsmaßnahmen und Effizienzprogramme greifen und sich zunehmend in den Zahlen widerspiegeln. Für alle wesentlichen Kernsteuerungsgrößen bestätigen wir unsere Prognose – nur bei der Umsatzerwartung sind wir etwas zurückhaltender, auch angesichts der verschärften geopolitischen Unsicherheiten und der Auswirkungen auf die internationalen Märkte.“

Konzernprognose für das Geschäftsjahr 2025/2026 bestätigt

Vorbehaltlich des anhaltend herausfordernden Marktumfelds bestätigt thyssenkrupp die Konzernprognose für das Geschäftsjahr 2025/2026 für die wesentlichen Ergebnis- und Cashflow-Kennzahlen. Die Umsatzerwartung wird geringfügig angepasst:

Für das Bereinigte EBIT erwartet der Konzern weiterhin einen Wert zwischen 500 und 900 Mio. €. Für den Free Cashflow vor M&A wird unverändert ein Wert zwischen –600 und –300 Mio. € erwartet; hierin enthalten sind Auszahlungen für Restrukturierungen, insbesondere bei Automotive Technology und Steel Europe. Der Jahresüberschuss wird weiterhin in einer Spanne zwischen –800 und –400 Mio. € erwartet. Hierin enthalten ist insbesondere die Bildung von Restrukturierungsrückstellungen bei Steel Europe.

Die Umsatzerwartung wird um einen Prozentpunkt auf –3 % bis 0 % gegenüber Vorjahr angepasst (zuvor: –2 % bis +1 %). Dies resultiert im Wesentlichen aus verzögerter Umsatzrealisierung bei Decarbon Technologies sowie einem veränderten Produktmix bei Steel Europe.

Strategische Entwicklung im 2. Quartal 2025/2026

thyssenkrupp setzt die Transformation des Konzerns im Rahmen des Zukunftsmodells ACES 2030 zielstrebig fort. Im Mittelpunkt steht die Weiterentwicklung der thyssenkrupp AG zu einer Finanzholding mit starken, eigenverantwortlichen Unternehmen unter einem Dach.

Automotive Technology bewegt sich weiterhin in einem herausfordernden Marktumfeld und treibt seine Portfolioanpassungen laufend voran, um profitables Wachstum zu sichern und die Kapitalmarktfähigkeit nachhaltig zu stärken. Ende März 2026 wurde der Verkauf des Geschäftsbereichs Automation Engineering an die Agile Robots SE mit Sitz in München erfolgreich abgeschlossen. Damit setzt das Segment seine Neuausrichtung mit Fokus auf die vier Kernbereiche Fahrwerk, Komponenten, Aftermarket und Schmiedetechnik fort.

Decarbon Technologies konzentriert sich weiterhin auf Leistungsfähigkeit, Skalierbarkeit und Zukunftsfähigkeit. Rothe Erde richtet seine Holdingstruktur neu aus und verlagert die Leitung in die Niederlande, um die internationale Aufstellung konsequent weiterzuentwickeln. Damit schafft das Unternehmen die strukturellen Voraussetzungen, sein globales Produktions- und Vertriebsnetzwerk effizienter zu steuern, Kompetenzen besser zu vernetzen und die Nähe zu internationalen Märkten weiter zu stärken. Im Rahmen der strategischen Neuausrichtung schärft Polysius sein Profil als Anbieter von Service- und Modernisierungslösungen zur Verlängerung von Anlagenlebenszyklen und Effizienzsteigerung.

Materials Services entwickelt sich weiterhin vom klassischen Werkstoffhändler zu einem modernen Lieferkettendienstleister. Das Segment hat mit Investitionen seine Verarbeitungskapazitäten für Kupfer in Nordamerika weiter ausgebaut. Mit der Übernahme einer Mehrheitsbeteiligung an Aceroteca Trading, S.A.P.I. de C.V. sichert sich Materials Services zudem eine Plattform für die Verarbeitung von Stahl in einem Zentrum der verarbeitenden Industrie in Mexiko. Im Bereich der Lieferkettenlösungen wurde seitens Pacemaker eine neue KI-gestützte Anwendung für das Bestandsmanagement auf den Markt gebracht, um bei Nachfrageschwankungen die Verfügbarkeit von Produkten sicherzustellen und Lagerkosten zu senken.

Steel Europe setzt die operative Umsetzung der eingeleiteten strategischen Neuausrichtung planmäßig um. In diesem Zusammenhang werden die Vorbereitungen für den vereinbarten Verkauf der Beteiligung an den Hüttenwerken Krupp-Mannesmann (HKM) an die Salzgitter AG weitergeführt. Geplant ist ein Vollzug der Transaktion zum Stichtag 1. Juni 2026. Zudem unterstützt die jüngst von der Europäischen Union angekündigte Stärkung des Handelsschutzes für Stahlprodukte die Bemühungen um fairere Wettbewerbsbedingungen für die europäische Stahlindustrie. Der Bau der Direktreduktionsanlage in Duisburg schreitet trotz des herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds und regulatorischer Unsicherheiten weiter voran. Vor dem Hintergrund der deutlich verbesserten Ertragsaussichten für Steel Europe haben die thyssenkrupp AG und Jindal Steel International gemeinsam entschieden, die Gespräche über eine mögliche Beteiligung an thyssenkrupp Steel Europe vorerst zu pausieren. Die Verselbstständigung von thyssenkrupp Steel Europe bleibt weiterhin das erklärte Ziel.

Mit einem Auftragsbestand von über 20 Mrd. € zum 31. März 2026 ist TKMS (Segment Marine Systems) hervorragend aufgestellt für künftiges Wachstum. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags hat zudem die Verlängerung des Vorvertrags für das Projekt MEKO® A 200 DEU genehmigt und damit einen wichtigen Schritt zur Beschaffung von vier TKMS-Fregatten zur Stärkung der Deutschen Marine vollzogen. Mit Blick auf die laufende Ausschreibung für das kanadische U-Boot-Programm hat TKMS mehrere Kooperationsvereinbarungen unterzeichnet, um kanadische Lieferketten für künftige U-Boot-Projekte nachhaltig einzubinden. Darüber hinaus hat TKMS gemeinsam mit dem spanischen Unternehmen Navantia S.A. eine Absichtserklärung zur Prüfung einer strategischen Zusammenarbeit bei Marineprojekten in Europa und weltweit unterzeichnet. Im Fokus steht dabei die mögliche Fertigung von TKMS-Konstruktionen, insbesondere von U-Booten, in den Werften von Navantia in Spanien.

(Quelle: thyssenkrupp AG)

 

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